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27.06.1999 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 26/99

Klage gegen Rauball

"Reinhard Rauball ist ein erfolgreicher Mann. Der Notar gilt in Regierungskreisen als gefragter Gesprächspartner in Rechtsfragen. Präsident des Fußballclubs Borussia Dortmund ist er auch schon gewesen. Und sieben Tage lang firmierte er als Justizminister im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Kurz vor der Vereidigung trat er überraschend zurück. Jetzt steht der umtriebige Westfale mit dem Rücken zur Wand. Am Freitag reichte eine Gruppe von Anlegern gegen den Anwalt und seinen Bruder Wolfgang Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bochum ein: wegen Kapitalanlagebetrugs. ""Die Gebrüder Rauball sollen mit ihrem persönlichen Vermögen für Verluste haften, die die Kläger mit Investitionen in das Energieunternehmen Eurogas erlitten haben"", erklärt der Münchner Rechtsanwalt Klaus Rotter, der die Kläger vertritt. Bei Eurogas hatte Reinhard Rauball von August 1994 bis vergangenen Februar den Direktoriumsvorsitz inne. Das Unternehmen mit Sitz in New York ist Anlegerschützern schon seit langem ein Dorn im Auge. Diese werfen der Unternehmensführung vor, die Anleger vor gut zwei Jahren mit geschönten Angaben über den wahren Wert der Aktie getäuscht zu haben. Die Eurogas-Gegner behaupten, daß etwa Angaben in einem Investorenhandbuch vom Dezember 1997, mit dem die Gesellschaft in Deutschland um Aktionäre warb, falsch waren. Darin hatte die Gesellschaft erklärt, Konzessionen für die Ausbeutung von Erdgas in Polen zu besitzen. Viele Anleger legten sich daraufhin das Papier ins Depot. In den USA ist Eurogas lediglich am OTC Bulletin Board zu haben. Das ist ein außerbörslicher Telefonhandel. In Deutschland wird die Aktie in Frankfurt, München, Hamburg und Berlin gelistet. Als die Vorwürfe gegen Eurogas publik wurden, fiel der Kurs der Aktie in sich zusammen. Beim Höchststand am 28. Mai 1997 kostete das Papier 11,56 Euro. Heute ist die Aktie gerade mal 0,79 Euro wert. Wertverlust: 93 Prozent. Anwalt Rotter vertritt zur Zeit 20 Anleger. ""Die Verluste meiner Mandanten bewegen sich meist im fünfstelligen Bereich"", sagt er. Sie wollen wenigstens einen Teil des Geldes zurückbekommen. Ihre einzige Hoffnung bestehe darin, der verantwortlichen Personen habhaft zu werden. ""Denn"", so der Anwalt, ""bei Eurogas selbst ist wohl nicht viel zu holen."""

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