€uro am Sonntag News

Norbert Walter: "Mehrwertsteuer unverzüglich um drei Prozentpunkte senken"
27.11.2008 17:40:00

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, spricht sich für eine Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland aus. „Wir sollten dem Vorbild Großbritanniens folgen und die Mehrwertsteuer unverzüglich um drei Prozentpunkte senken“, sagte er gegenüber Euro am Sonntag Online. Diese Maßnahme müsse aber von zeitlich befristet werden, beispielsweise auf ein Jahr. Denn die Steuersenkung werde den Konsum 2009 nur steigern, wenn die Verbraucher wüssten, dass danach wieder die volle Mehrwertsteuer zu zahlen sei.

Der Konjunkturexperte des Münchner ifo-Instituts, Kai Carstensen, pflichtet dem bei. „Ich kann mir schon vorstellen, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer grundsätzlich Wirkung entfaltet. Wenn die Politik aber noch lange darüber diskutiert, dann würgen wir uns das eigene Weihnachtsgeschäft ab. Denn wer wird jetzt noch Geschenke kaufen, wenn vielleicht erst im Januar die Mehrwertsteuer gesenkt wird?“ Wenn sich die Politik für Steuersenkungen entscheide, dann müsse das schnell passieren. „Da das Ganze aber momentan politisch nicht durchsetzbar zu sein scheint, wäre ich mit Diskussionen darüber vorsichtig. Denn Konsumenten werden dadurch dazu verleitet, mit ihren Anschaffungen abzuwarten“, sagte Kai Carstensen gegenüber Euro am Sonntag Online.

Schwerste Rezession der Nachkriegszeit

Beide Konjunkturexperten malen ein dunkles Konjunkturbild. „Uns droht die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. Sie wird ernster sein als 1975 oder 1993. Am wahrscheinlichsten ist derzeit ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im kommenden Jahr um ein Prozent“, sagte Norbert Walter. Im schlimmsten Fall könnte die Wirtschaft 2009 in Deutschland sogar um vier Prozent schrumpfen. „Wenn die Rezession tatsächlich so schwer ausfallen sollte, dann kann die Erholung wohl erst im Lauf des Jahres 2010 einsetzen“, sagte Walter.

Auch ifo-Experte Carstensen rechnet damit, dass das Risikoszenario, das die Institute Mitte Oktober in ihrer Gemeinschaftsprognose noch als unwahrscheinlich bewertet hatten, eintreffen könnte: „Dieses Szenario scheint sich zu bewahrheiten. Denn es sieht aktuell alles danach aus, dass die Krise nicht schnell überwunden werden kann und die Realwirtschaft hart betroffen sein wird. Das Basisszenario mit plus 0,2 Prozent muss nun als sehr optimistisch und mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit angesehen werden“, sagte Carstensen gegenüber Euro am Sonntag Online. (ben)

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Facebook Inc.A1JWVX
Netflix Inc.552484
Alphabet A (ex Google)A14Y6F
Intel Corp.855681
TwitterA1W6XZ
GoProA1XE7G
BayerBAY001
Deutsche Bank AG514000
EVOTEC AG566480
Amazon906866
Daimler AG710000
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403