€uro am Sonntag News

Exklusiv: Vorstandschef Eick will Arcandor mit harten Einschnitten vor Insolvenz bewahren
17.04.2009 22:00:00

Dem schwer angeschlagenen Handels- und Touristikkonzern Arcandor steht ein hartes Sanierungsprogramm ins Haus. Damit sollen nach Informationen von €uro am Sonntag zusätzliche Kredite von bis zu 800 Millionen Euro und eine Kapitalerhöhung ermöglicht sowie ein laufendes Kreditprogramm von 650 Millionen Euro verlängert werden.

Demnach wolle sich das Essener Unternehmen künftig im Warenhausbereich auf das mittlere Preissegment konzentrieren und sich von Edeladressen wie KaDeWe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) oder Oberpollinger (München) trennen. Außerdem sollen Standorte geschlossen und in der Versandhandelssparte Primondo (Quelle) Stellen abgebaut werden. Ein gemeinsamer Einkauf von Versandhandel und Warenhäusern soll „zu Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr“ führen.

Konzernchef Karl-Gerhard Eick habe die Restrukturierungspläne diese Woche mit den wichtigsten Kreditgebern besprochen, darunter RBS, BayernLB, Commerzbank und KfW. Sie sollen Diskussionsbereitschaft signalisiert haben. Um die Banken zum Mitmachen zu bewegen, würden Hauptaktionäre von Arcandor wie das Bankhaus Oppenheim und die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz eine „namhafte Kapitalerhöhung“ zeichnen, schreibt die Wirtschaftszeitung. Ein beteiligter Banker habe Eicks Pläne als „letzte Chance“ für die Rettung des Mischkonzerns (Thomas Cook, Quelle, Karstadt) bezeichnet.

Auf einer kurzfristig einberufenen Sitzung soll der Aufsichtsrat des Essener Unternehmens an diesem Sonntag den Plänen Eicks zustimmen. „Als Alternative bereitet der Vorstand die Einleitung eines Plan-Insolvenzverfahrens vor“, zitiert die Wirtschaftszeitung aus den Bankenkreisen.

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Oskar

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