€uro am Sonntag News

Kaufhauskette JC Penney: Der Fels im Handel
04.06.2009 14:31:00

Die Kaufhauskette JC Penney trotzt dem Konsumverzicht der Amerikaner. Eines ihrer Erfolgsrezepte lautet: Filialen eröffnen, Personal einstellen.

von Tim Schäfer, New York

Myron Ullman verbreitet Zuversicht. Seine Kaufhauskette JC Penney mit ihren 1093 Filialen ist ein Fels in der Brandung. „Das Geschäftsklima ist herausfordernd, aber unsere Vision hat sich nicht geändert“, erläutert Vorstandschef Ullman den Investoren und Analysten im großen Konferenzraum des Verlagsgebäudes der „New York Times“.

Zwar werde die Arbeitslosigkeit in den USA vermutlich noch auf eine zweistellige Rate klettern, bevor sich die Wirtschaft nachhaltig erhole. Doch bestehe kein Zweifel daran, dass JC Penney die Flaute überstehen werde.

Immer wieder betont der Manager, dass er nichts davon hält, massenhaft Personal vor die Tür zu setzen und Filialen zu schließen, wie es die Wettbewerber tun. Aufmuntern, motivieren, durchhalten, so könnte man die Botschaft zusammenfassen. „Wir erhöhen das Vertrauen und fördern Karrieren“, sagt er mit Blick auf die Belegschaft. 150 000 Mitarbeiter beschäftigt das Imperium. Und es werden immer mehr – auch jetzt. In diesem Jahr sollen 17 neue Filialen hinzukommen.

Gegründet wurde die Krämerkette 1902 von James Cash Penney. 1951 ging die erste Milliarde Dollar Umsatz durch die Bücher. 1963 kam das Kataloggeschäft hinzu, das noch heute eine große Stütze ist. 1998 ging die Internetseite www.jcp.com an den Start. 250 000 Artikel sind inzwischen online gelistet. Für 1,5 Milliarden Dollar wird jährlich im Web bestellt – mit steigender Tendenz.

Zielgruppe ist die amerikanische Mittelschicht. Der typische Kunde ist zwischen 35 und 54 Jahre alt und hat ein Haushaltseinkommen zwischen 40 000 und 100 000 Dollar. JC Penney ist beispielsweise der weltweit größte Abnehmer von Levi’s Jeans. Allerdings sind Eigenmarken ein ebenso wichtiges Geschäft. Sie stehen für etwa die Hälfte des Umsatzes. Mit diesen günstigen Produkten setzt sich die Kaufhauskette von der Konkurrenz ab.

Die Strategie zahlt sich gerade jetzt aus. Konsumenten sind angesichts der Krise ständig auf der Suche nach Schnäppchen. Vor einem Jahr ging Ullman mit der eigenen Bekleidungslinie „American Living“ an den Start. Die konservative, preisgünstige Marke ließ er beim Nobellabel Polo Ralph Lauren kreieren. Einen großen Adler bekam sie als Markenzeichen. Allerdings: „Männer kaufen keine Schuhe mit einem Adler drauf“, weiß Ullman heute. Doch alles in allem ist er mit der neuen Linie zufrieden.

Besonders ausgezahlt hat sich die Zusammenarbeit mit dem Kosmetikhändler Sephora, der eine neue, ausgabefreudige Kundschaft anzieht. Der Beautyspezialist hat an 105 Standorten eigene Shops integriert. In diesem Jahr soll die Partnerschaft auf 50 weitere Dependancen ausgedehnt werden.


Werbung
finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln