€uro am Sonntag News

Zucker explodiert auf 28-Jahreshoch
11.08.2009 10:04:00

Von Jörg Bernhard

Der Regenmangel in wichtigen Anbauregionen des indischen Sub-Kontinents hat den Zuckerpreis weiter in die Höhe getrieben und ihn am gestrigen Montag auf den höchsten Stand seit dem 27. März 1981 getrieben. Laut indischem Wetteramt wird die erwartete Regenmenge nur 87 Prozent des langjährigen Durchschnittswerts für die Periode Juni bis September betragen. Nach Ansicht des Commerzbank-Rohstoffanalysten Eugen Weinberg könnte Indien aufgrund der damit verbundenen geringeren Erntemengen zum weltgrößten Zuckerimporteur werden, nachdem man noch im Vorjahr als wichtiger Exporteur von Zucker galt. Laut Internationaler Zucker Organisation dürfte die Nachfrage das Angebot deutlich übertreffen und bis September 2010 zu einem Defizit von fünf Mio. Tonnen Zucker führen. Unter diesem Aspekt scheint die Rally zwar nachvollziehbar, allerdings dennoch etwas übertrieben zu sein. Zur Erinnerung: Seit dem Jahreswechsel erzielte der am aktivsten gehandelte Kontrakt auf Zucker eine Performance von in der Spitze 68 Prozent. Am Montagvormittag schloss der nächstfällige Future auf Zucker No. 11 mit plus 5,7 Prozent bei 22,00 US-Cents pro Pfund, nachdem er zeitweise sogar auf 22,44 US-Cents gestiegen war. Bis gegen 9.50 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der Kontrakt um 0,05 auf 21,95 US-Cents.

Rohöl: China-Boom hilft

Heute wurde gemeldet, dass die chinesische Industrieproduktion im Juli um 10,8 Prozent anzog, nachdem im Juni ein Plus in ähnlicher Größenordnung veröffentlicht wurde. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Chinesen auf Gesamtjahressicht mit 9,4 Prozent die Regierungsprognosen in Höhe von acht Prozent übertreffen könnten. Außerdem stiegen im Juli die importierten Rohölmengen um 18,6 Prozent auf 19,6 Mio. Tonnen an. Die Gretchenfrage lautet nun: Wieviel davon wird tatsächlich verbraucht und wieviel wird gelagert? Die hohen Lagerreserven in den USA lassen aus fundamentaler Sicht den Ölpreisboom weniger gerechtfertigt erscheinen. Derzeit prägt in erster Linie die Hoffnung auf ein Anziehen der Ölnachfrage das Handeln der Marktteilnehmer. Sollte der erwartete Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr ausbleiben, droht beim Ölpreis eine markante Korrektur. Am Dienstagvormittag präsentierte sich der nächstfällige Future auf WTI mit leicht anziehenden Notierungen. Bis gegen 9.50 Uhr (MESZ) verteuerte sich der Kontrakt um 0,47 auf 71,07 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,37 auf 73,87 Dollar anzog.

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