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Altana
Interview mit Matthias Wolfgruber: Teil 2
19.06.2008 20:00:02

Sie hatten im Gesamtjahr 2007 eine Umsatzsteigerung von sieben Prozent. Im ersten Quartal dieses Jahres kletterten Ihre Umsätze nunmehr um drei Prozent. Beim Ebitda legten Sie im Gesamtjahr 2007 um 33 Prozent zu, im ersten Quartal 2008 waren es noch plus 16 Prozent. Lässt die Wachstumsdynamik bei Ihnen nach?
In den vergangenen beiden Jahren hatten wir ein hohes operatives Wachstum. Man kann nicht erwarten, dass man immer zweistellig zulegt. Im übrigen hatten wir im ersten Quartal ein operatives Wachstum von fünf Prozent – drei Prozent ergeben sich unter Berücksichtigung der Währungs- und Akquisitionseinflüsse. Und fünf Prozent sind ja in dem gegenwärtigen Umfeld kein schlechtes Wachstum. Wir erwarten weiterhin eine positive Nachfrageentwicklung, wenn auch nicht mit der gleichen Dynamik wie im Vorjahr.

Lassen sich die Zahlen des ersten Quartals auf das Gesamtjahr hochschreiben?
Wir haben für 2008 eine Prognose abgegeben.

1,42 bis 1,47 Milliarden Euro beim Umsatz und 260 bis 290 Millionen Euro beim Ebitda.
Genau. Im August, mit den Zahlen des zweiten Quartals, werden wir unsere Prognose erneut kommentieren und gegebenenfalls konkretisieren.

Kennt Altana starke und schwache Quartale?
Ja, wir haben saisonale Schwankungen. Das erste Halbjahr ist immer etwas stärker als das zweite. Insbesondere das vierte Quartal ist in der Regel das schwächste.

Muss man damit aber nicht annehmen, dass Sie Ihre Prognose einer Erhöhung von Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr nicht halten können?
Wir haben unsere Prognose nach dem ersten Quartal erstellt. Von daher ist diese im Einklang mit den Zahlen, die wir in den ersten drei Monaten gesehen haben.

Speziell bei Elantas und Actega hatten Sie im ersten Quartal Umsatzrückgänge.
Aber nur nominell aufgrund des Währungseinflusses. Operativ sind alle Geschäftsbereiche gewachsen.

Auch in der Marge gibt es große Unterschiede: Actega liegt bei zwölf Prozent Ebitda-Marge, Byk hat fast 30 Prozent. Hat das zur Folge, dass Sie sich auf die margenstarken Geschäfte fokussieren?
Natürlich hat das Einfluss darauf, wie wir unsere Ressourcen verteilen. Wir investieren bevorzugt dort, wo wir den größten Return erzielen. Aber man darf nicht vergessen, dass auch Actega und Elantas eine Prämie auf die Kapitalkosten verdienen. Außerdem sind diese Geschäfte weniger kapitalintensiv – sie erfordern also geringere Investitionen. Es lohnt sich, dort zu investieren.

Gibt es für Sie eine Mindestmarge, die sie von den Geschäftsbereichen verlangen?
Wir haben Ziel-Ebitda-Margen. Für Actega sind dies 15 Prozent. Da liegen wir noch drunter. Für Elantas sind es 15 bis 18 Prozent. Da sind wir am unteren Ende der Bandbreite. Für Eckart sind es 20 bis 25 Prozent, da liegen wir drin. Für Byk sind es 30 Prozent. Das haben wir fast erreicht.

Was heißt das speziell für Actega?
Mit den zwölf Prozent sind wir noch nicht zufrieden. Wir glauben, dass wir noch mehr erreichen können und müssen. Wir wollen in all unseren Geschäftsfeldern bezüglich Ertragskraft ganz vorne sein.

Wann wird Actega Ihre Zielmarge erreichen?
Mittelfristig. In drei Jahren.

Wie soll das passieren?
Durch operative, aber auch strategische Maßnahmen. Jedes Geschäftsfeld besteht aus Business Lines. Wir fokussieren uns auf Business Lines mit einer höheren Profitabilität und steigen aus einzelnen Geschäften mit geringer Marge eventuell aus. In dem Fall rücken wir die profitablere Business Line Graphic Arts stärker in den Mittelpunkt.

Und was passiert mit der anderen?
Wir haben in dem Bereich Converting Specialties einige Elemente, die noch zu Commodity-nah sind.

Die Sie also verkaufen wollen?
Nicht unbedingt. Das kann auch bedeuten, dass wir uns durch Preiserhöhungen aus diesen Märkten verabschieden und auf andere Produkte setzen.

Altana hat, wie Sie selbst gesagt haben, ein stetiges und robustes Wachstum. Ihre Aktie hat dagegen in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren. Woran liegt´s?
Da gibt es verschiedene Faktoren. Im vergangenen Jahr haben wir uns besser entwickelt als der MDax. In diesem Jahr sind wir deutlich schlechter gelaufen, insbesondere nachdem die Gerüchte aufkamen, wir wären an Rockwood interessiert. Damit verbunden waren diffuse Erwartungen von Kapitalerhöhungen, die manche Investoren in die Startlöcher zurück versetzt haben.

Wird es denn eine Kapitalerhöhung geben?
In der heutigen Situation und bei den heutigen Kursen wird es mit Sicherheit keine Kapitalerhöhung geben. Die Story des Unternehmens ist intakt. Das sehen auch viele Investoren so. Die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen bei 17 Euro.

Wie hoch ist das Interesse strategischer Investoren, das Unternehmen zu kaufen?
Das Interesse ist bei dem ein oder anderen möglicherweise da. Allerdings gibt es keine konkreten Gespräche. Ich denke auch, dass wir ein schwieriges Übernahmeobjekt sind. Nicht aufgrund der Aktionärsstruktur, sondern aufgrund der Tatsache, dass kaum jemand mit Altana große Synergien produzieren könnte. Wir sind auf der einen Seite extrem schlank aufgestellt. Auf der anderen Seite sind wir mit unseren vier Geschäftsfeldern klarer Marktführer, und es gibt keine große Überlappung mit anderen großen Firmen. Damit ist nicht zu sehen, wo für einen Käufer der Mehrwert herkommen sollte.

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