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08.03.2019 17:23
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Netflix vs. Steven Spielberg: Der Streaming-Gigant hat einen neuen prominenten Gegner

"Nominierung nicht verdient": Netflix vs. Steven Spielberg: Der Streaming-Gigant hat einen neuen prominenten Gegner | Nachricht | finanzen.net
"Nominierung nicht verdient"
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Netflix hat bei den diesjährigen Oscars kräftig abgesahnt - gleich drei goldene Statuen erhielt der Streaming-Gigant für eine seiner Eigenproduktionen. Star-Regisseur Steven Spielberg gefällt das allerdings gar nicht und hat dem Konzern den Kampf angesagt.
Netflix hat sich zu einem äußerst erfolgreichen Konzern entwickelt und ist längst nicht mehr nur die reine Online-Videothek. Auch bei den diesjährigen Oscars konnte der Streaming-Gigant abstauben: Die Eigenproduktion ‘Roma’ erhielt drei Auszeichnungen - für die beste Regie, die beste Kamera sowie für den besten fremdsprachigen Film.

Spielberg: Diese Filme haben keine Nominierung verdient

Star-Regisseur Steven Spielberg zeigte sich davon nun allerdings gar nicht begeistert. Er fordert, dass Netflix-Produktionen künftig von den Oscars ausgeschlossen werden, wie das US-Portal "IndieWire" berichtete. "Es werden zwar immer weniger Filmemacher Probleme damit haben, ihre Produktionen zu finanzieren, da sie zu diesem Zweck mit großen Streaming-Anbietern zusammenarbeiten werden. Diese Filme laufen dann aber im Höchstfall eine Woche im Kino, um sich für eine Oscar-Nominierung zu qualifizieren", kritisierte Spielberg im Interview. Es müsse wieder deutlicher zwischen Kino- und Fernsehfilmen unterschieden werden, fordert der Kult-Regisseur. "Ich denke, dass Filme, die zum Teil nicht mal eine Woche lang gezeigt werden, keine Nominierung verdient haben."

Tatsächlich werden Eigenproduktionen diverser Streaming-Plattformen meist nur über einen kurzen Zeitraum in den Kinos gezeigt, bevor sie anschließend ausschließlich über den Streaming-Anbieter laufen. Kinofilme hingegen könne man über einen längeren Zeitraum nur auf der großen Leinwand, sprich im Kino, sehen und erst anschließend zu Hause. Es sei daher kein fairer Kampf, so Spielberg. "Hat man sich einmal einem TV-Format verschrieben, ist es nun mal ein Fernsehfilm. Und für die gibt es die Emmys. Die Oscars sind für Kinofilme."

Ein Sprecher der Oscar-Akademie ist da ähnlicher Meinung: "Wenn Netflix sich wie ein Studio verhält, sollte es auch eine Art Standard geben. […] Die Regeln wurden umgesetzt, als sich niemand diese Gegenwart oder Zukunft vorstellen konnte. Wir brauchen ein bisschen Klarheit". Bislang gilt: Filme müssen mindestens eine Woche im Kino gelaufen sein, um für eine Oscar-Nominierung in Frage zu kommen. Das müsse Spielberg zufolge nun aber geändert werden.

Bruce Campbell: "Tut mit leid, Mr. Spielberg"

Während Spielberg sicherlich einige Befürworter seiner Meinung hat, gibt es aber auch zahlreiche Menschen, die ihm widersprechen. Der amerikanische Journalist Roland Martin beispielsweise glaubt, Netflix biete diversen Gruppen von Filmemachern viel mehr Möglichkeiten als die traditionellen Filmstudios.

Ava DuVernay, die 2017 ihre erste Oscar-Nominierung für eine Netflix-Produktion erhalten hatte, veröffentlichte folgendes Statement im Hinblick auf die bevorstehende Sitzung des Vorstandes der Akademie: "Liebe Academy, dies ist ein Treffen für die Vorsitzenden der verschiedenen Sparten. Reguläre Mitglieder können nicht dort sein. Ich hoffe aber, dass ihr Filmemacher im Raum haben werdet, oder wenigstens Statements von Regisseuren vorgelesen werden, die anders denken."

Auch Schauspieler Bruce Campbell kritisierte Spielbergs Meinung: "Steven Spielberg kämpft dafür, dass Netflix nie wieder einen anderen Oscar-Kandidaten wie ‘Roma’ hat. Tut mir leid, Mr. Spielberg, ‘Roma’ ist kein Fernsehfilm. Er ist so beeindruckend wie sonst kaum etwas".

Der Streaming-Dienst reagiert

Und auch Netflix selbst hat inzwischen gekontert: "Wir lieben Kino. Und hier sind noch ein paar andere Dinge, die wir lieben:

- Zugang für Menschen, die es sich nicht immer leisten können, oder deren Städte keine Kinos haben

- Jeden, immer und überall an neuen Erscheinungen teilhaben zu lassen

- Regisseuren mehr Möglichkeiten zu geben, ihre Kunst zu teilen

Diese Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus", hieß es auf der offiziellen Twitter-Seite des Streaming-Riesen.

Spielberg kämpft für seine Ansichten

"Ich hoffe, wir alle glauben weiterhin fest daran, dass der größte Beitrag, den wir als Filmemacher leisten können, darin besteht, den Zuschauern die Filmtheatererfahrung zu geben. Ich bin fest davon überzeugt, Kinos müssen für immer da sein", sagte er vergangenen Monat während einer Rede zur Preisannahme.

Als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Hollywoods und Mitglied im "Academy Board of Governors" will sich Spielberg in der Sitzung im Anschluss an die Oscars im April dafür einsetzen, dass Streamingdienste wie Netflix von den Oscars ausgeschlossen werden. Das Board ist eine der wichtigsten Instanzen der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences", die die Oscars vergibt, weshalb sich der Kult-Regisseur Hoffnung auf eine künftige Regeländerung macht.

Ein Sprecher der Spielberg-Produktionsfirma Amblin sagte gegenüber "IndieWire", dass "Steven den Unterschied zwischen Streaming- und Theatersituation sehr zu schätzen weiß". "Er wird sich freuen, wenn die anderen sich [seiner Kampagne] anschließen werden, wenn dies geschieht [auf der Sitzung des Vorstands der Akademie]. Er wird sehen, was passiert".

Ob der Star-Regisseur mit seinem Vorgehen allerdings Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, schließlich gibt es auch genügend Menschen, die sich gegen dessen Meinung stellen. Jeff Bock, leitender Kassenanalyst bei Exhibitor Relations, befürchtet daher, Spielberg könnte "einen verlorenen Krieg" führen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Netflix, Joe Seer / Shutterstock.com

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