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18.03.2019 13:37
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5G-Frequenz-Auktion startet mit viel Kritik am Dienstag

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Von Olaf Ridder

MAINZ (Dow Jones)--Kurz vor der 5G-Auktion der Bundesnetzagentur gibt es neue Kritik am Vergabeverfahren. "Es wurden Erwartungen an die 5G-Netze geschürt, die mit dem jetzt zu vergebenden Frequenzspektrum schlicht nicht zu erfüllen sind", erklärte der Chef des Branchenverbandes Bitkom, Achim Berg, am Montag. Die vier Bieter würden "in ein Auflagenkorsett gezwungen, das die Wirtschaftlichkeit der geplanten Investitionen in Frage stellt".

Die Gewerkschaft Verdi forderte eine Verschiebung der Auktion, die am Dienstag beginnt. Der für Regulierung zuständige Gewerkschafter Christoph Heil fürchtet, dass sich die Anbieter wie in früheren Auktionen zu hoch verschulden könnten. "Das Geld, das für die Auktion ausgegeben wird, kann nicht mehr in die Infrastruktur gesteckt werden", so Heil.

Bei der UMTS-Versteigerung 2000 verausgabten sich die Bieter mit umgerechnet fast 51 Milliarden Euro für die Frequenzen, eine Hypothek, die manchen Anbieter noch immer belastet. "Die Unternehmen sind gut beraten, nicht mehr zu zahlen, als ihnen diese Frequenzen wert sind", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, auf einer Pressekonferenz in Mainz.

Neben den Platzhirschen Deutsche Telekom und Vodafone wollen auch Telefonica Deutschland und - zum ersten Mal - United Internet mit ihrer Tochter 1&1 Drillisch antreten. Das Unternehmen aus Montabaur hat bislang kein eigenes Netz, entsprechend hoch wird dort der Investitionsaufwand sein. Damit 1&1 Drillisch im Wettbewerb bestehen kann, unterliegt das Unternehmen geringeren Auflagen.

Telekom, Vodafone und Telefonica hatten sich gerichtlich gegen die Auflage der Netzagentur gewehrt, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent aller Haushalte, die Autobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit schnellen Datenverbindungen versorgen zu müssen. Vor dem Verwaltungsgericht Köln waren sie am vergangenen Freitag mit ihrem Eilantrag gescheitert, die gesamte Auktion zu stoppen.

Bundesnetzagentur-Präsident Homann gab sich zuversichtlich, dass diese Entscheidung auch im Hauptsacheverfahren Bestand haben wird. Darauf ließen die Begründungen des Gerichts im Eilverfahren schließen, sagte er.

Ab Dienstag werden 41 Frequenzblöcke in den Bereichen 2 Gigahertz sowie 3,4 bis 3,7 Gigaherz versteigert. In diesem hohen Frequenzbereich sind die hohen Datenübertragungsraten möglich, die den neuen Standard für industrielle Anwendungen interessant machen. Die Bieter haben sich im Vorfeld festgelegt, für wie viele Blöcke sie bieten werden. Täglich sind mehrere Auktionsrunden geplant. Wie lange das Verfahren dauert, ist offen. Die bisher letzte Auktion 2015 zog sich über drei Wochen hin.

Ebenfalls unklar ist, wie teuer die Frequenzen bezahlt werden. Das lasse sich nicht abschätzen, sagte Homann. Die Netzagentur verfolge nicht den Ansatz, möglichst viel mit den Frequenzen einzunehmen, sagte er. Der Auktionserlös soll in den Bundeshaushalt fließen und den Ausbau von Breitband und Mobilfunk finanzieren, für den die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag 12 Milliarden Euro vorgesehen hat.

Das 5G-Netz zeichnet sich durch hohe Übertragungsraten und extrem kurze Reaktionszeiten aus, das ist für die Vernetzung von Fabriken ebenso nötig wie für autonomes Fahren, Telemedizin oder digitale Anwendungen in der Landwirtschaft.

"Die Industrie hat ein enormes Interesse an diesem Thema und ein enormes Interesse daran, dass das schnell geht", sagte Netzagenturchef-Homann. Neben den großen Netzanbietern sollen deshalb auch Unternehmen ihre internen, lokalen 5G-Netze auf dem Werksgelände aufbauen können.

Konzerne wie Siemens, Volkswagen und BASF haben bereits Interesse signalisiert. Sie wollen 5G nutzen, um - Stichwort Industrie 4.0 - ihre Maschinen und Prozesse weitestmöglich zu digitalisieren und zu vernetzen. Im Herbst, so Homann, will die Netzagentur hier Frequenzen auf Antrag zuteilen. Kosten und Konditionen stehen bislang nicht fest, sie werden gegenwärtig in einem Markttest ermittelt.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/sha

(END) Dow Jones Newswires

March 18, 2019 08:37 ET (12:37 GMT)

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