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10.11.2014 15:15
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AUSBLICK/Deutsches BIP steigt im 3. Quartal um 0,1 Prozent

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   Von Hans Bentzien

   Die deutsche Wirtschaft dürfte im dritten Quartal wieder gewachsen sein. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent gestiegen ist, nachdem es im zweiten Quartal um 0,2 Prozent nachgegeben hatte und zum Jahresbeginn um 0,7 Prozent gestiegen war. Deutschland würde demnach einer so genannten "technischen Rezession", einem BIP-Rückgang in zwei aufeinander folgenden Quartalen, entgangen sein. Das Statistische Bundesamt wird die Daten am Freitag um 8.00 Uhr veröffentlichen.

   Feste Anhaltspunkte für Wirtschaftswachstum gibt es allerdings wenige. Der private Konsum ist seit einiger Zeit eine recht zuverlässige Wachstumsstütze. Die Realeinkommen der Deutschen steigen, weil die die Löhne steigen und die Inflation sehr niedrig ist. Zugleich sparen die Deutschen weniger als früher, weil die Zinsen so niedrig sind. Dass die Einzelhandelsumsätze im dritten Quartal um 0,3 Prozent gesunken sind, sollte allerdings nicht überbewertet werden, sie machen nicht mal die Hälfte des Konsums aus und sind zudem recht revisionsanfällig.

   Worauf Ökonomen für das dritte Quartal außerdem hoffen, ist ein Wachstumsbeitrag der Exporte. Voraussetzung ist, dass sie in inflationsbereinigter Rechnung höher waren als die Einfuhren. Vor allem der Exportanstieg im September - plus 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat - lässt Analysten auf einen positiven Außenbeitrag hoffen.

   Neben den voraussichtlichen Wachstumsstützen, gibt es eine reine Negativfaktoren. Eine Belastung dürften im dritten Quartal die Investitionen gewesen sein. Schon im Vorquartal waren sie gesunken, und seitdem haben sich die Unsicherheiten für Deutschlands Industrieunternehmen eher vergrößert. Das betrifft vor allem das außenwirtschaftliche Umfeld.

   Nicht abschätzbar ist außerdem, wie viel Güter nicht weiterverarbeitet oder exportiert, sondern auf Lager gelegt wurde. Im zweiten Quartal hatten sie mit 0,4 Prozentpunkten den größten positiven Beitrag zur BIP-Quartalsrate geliefert. Eine Wiederholung ist eher unwahrscheinlich.

   Betrachtet man das BIP nach seiner Entstehung, ist von Industrie und Bau kein Wachstumsbeitrag zu erwarten. Die Produktion im produzierenden Bereich, die die beiden Sektoren umfasst, hat im dritten Quartal um 0,3 Prozent unter Vorquartalsniveau gelegen. Weitaus bedeutender ist die Dienstleistungsbranche, für die aber keine Monatsdaten veröffentlicht werden, was Volkswirte die Prognose schwierig macht.

   Auf einen interessanten Aspekt der BIP-Berechnung macht die Commerzbank aufmerksam: Im zweiten Quartal ist das BIP nach ihrer Erkenntnis von einem deutlichen Anstieg der indirekten Steuern nach oben verzerrt worden. Das, so argumentiert sie, dürfte im Folgequartal zu einer Gegenreaktion führen, die das BIP nach unten drückt. Die Commerzbank gehört deshalb zu den wenigen Banken, die für das dritte Quartal einen weiteren BIP-Rückgang prognostizieren.

   Wie es um die deutsche Wirtschaft im Detail steht, das werden die Statistiker am Freitag aber noch gar nicht enthüllen. Im Rahmen der Schnellschätzung des BIP wird Destatis lediglich Quartals- und Jahresveränderungsraten bekannt geben sowie Tendenzaussagen zu einzelnen Aggregaten treffen. Vollständige Daten gibt es erst am 25. November geben.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@wsj.com

   DJG/hab/smh

   (END) Dow Jones Newswires

   November 10, 2014 09:00 ET (14:00 GMT)

   Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 00 AM EST 11-10-14

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