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02.06.2016 08:00
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EZB hält still und hebt Prognosen an

Ausblick auf Sitzung: EZB hält still und hebt Prognosen an | Nachricht | finanzen.net
Ausblick auf Sitzung
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Der Rat der Europäischen Zentralbank dürfte seine Geldpolitik bei der Sitzung an diesem Donnerstag in Wien unverändert lassen.
Die 46 von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten keine neuen Lockerungsmaßnahmen, weil erstens noch gar nicht alle im März beschlossenen Maßnahmen umgesetzt sind und zweitens die EZB-Stabsprojektionen ein etwas freundlicheres Wachstums- und Inflationsbild zeigen werden. Die EZB wird ihre Zinsentscheidung um 13.45 Uhr bekannt machen. Um 14.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi.

   Für den EZB-Rat dürfte es die zweite Sitzung hintereinander werden, in der er den Märkten weder den Beschluss noch die Planung irgendwelcher zusätzlichen Lockerungsmaßnahmen melden kann. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass Draghi mit Aussagen auf der Pressekonferenz für einen festeren Euro sorgen wird.

EZB-Stab dürfte Wachstums- und Inflationsprognose für 2016 anheben

Der volkswirtschaftliche Stab der EZB wird höchstwahrscheinlich seine Prognosen für Wachstum und Inflation im laufenden Jahr anheben. Zuletzt hat die EZB eine - nicht weit in der Zukunft liegende - Wachstumsprognose im März 2014 angehoben. Bei einer Inflationsprognose passierte das zum letzten Mal im September 2013.

   Getrübt wird dieser feierliche Augenblick schon jetzt von der Erkenntnis, dass sich die EZB über einen ölpreisbedingten Anstieg der Gesamtinflation voraussichtlich nicht genauso freuen kann, wie sie sich über einen ölpreisbedingten Rückgang ärgert. Tatsächlich hat der Ölpreis seit dem Stichtag der vorigen Projektionen Mitte Februar um 8 US-Dollar je Barrel angezogen, was zu einer höheren Inflationsprognose für 2016 führen dürfte.

   Zugleich aber hat sich die Inflation unter Aussparung von Nahrungsmittel- und Energiepreisen noch schwächer als im März erwartet entwickelt. Sie liegt hartnäckig unter 1 Prozent. Und die von der EZB besonders beachteten Inflationserwartungen in fünf Jahren für die darauf folgenden fünf Jahre liegen bei 1,5 Prozent - gerade mal 0,1 Punkt höher als im März.

   Die Wachstumsprognose für 2016 dürfte der EZB-Stab anheben, weil das nach den unerwartet starken Zahlen für das erste Quartal nicht zu vermeiden ist. Gleichwohl wird sich EZB-Chef Draghi hüten, diese Prognosen allzu enthusiastisch zu kommentieren, denn das würde dem Euro Auftrieb geben.

Draghi dürfte Handlungsfähigkeit der EZB herausstellen

Volkswirte erwarten aber, dass der EZB-Präsident die Geldpolitik als "wirksam" bezeichnen und klarstellen wird, dass die Zentralbank für den Fall der Fälle über weitere Munition verfügt, um zu reagieren. Details dürfte Draghi jedoch keine nennen.

   Stattdessen wird er vermutlich darauf hinweisen, dass ein Teil der im März beschlossenen Maßnahmen noch gar nicht umgesetzt ist. Dabei handelt es sich um den Ankauf von Unternehmensanleihen, für den Draghi einen Starttermin nennen könnte, und um die zweite Serie langfristiger, gezielter Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO II), deren erstes am 24. Juni zugeteilt wird.

EZB-Rat dürfte wieder griechische Staatsanleihen als Repo-Sicherheit akzeptieren

Beobachter erwarten außerdem, dass der EZB-Rat wieder die Ausnahmeregelung für griechische Staatsanleihen und andere, vom Staat garantierte Papiere in Kraft setzen wird, nachdem Griechenland die erste Prüfrunde seines neuen Anpassungsprogramms absolviert hat. Dieser "Waiver" würde es der EZB gestatten, solche Papiere wieder als Sicherheit in Refinanzierungsgeschäften zu akzeptieren. Er wäre auch eine notwendige Bedingung für die Einbeziehung griechischer Papiere in das Wertpapierankaufprogramm.

     DJG/hab/smh Dow Jones Newswires

Bildquellen: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images, telesniuk / Shutterstock.com
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