20.12.2012 07:09
Bewerten
(0)

Bank of Japan gibt politischen Druck nach und wirft Notenpresse an

DRUCKEN

   Von Tatsuo Ito und Megumi Fujikawa

   TOKIO--Nachdem der politische Druck in jüngster Zeit deutlich gestiegen war, hat sich die Bank of Japan (BoJ) für ein schnelleres Rotieren der Notenpresse entschieden. Die Währungshüter beschlossen, das Wertpapierankaufprogramm aufzustocken und bei der kommenden Sitzung des Geldpolitischen Rats im Januar das Inflationsziel zu überprüfen.

   Bereits während des Wahlkampfs hatte der designierte Ministerpräsident Shinzo Abe von der BoJ-Führung verlangt, das Inflationsziel auf 2 Prozent zu verdoppeln und die japanische Wirtschaft mit einer Geldschwemme zu stützen. Abe will mit diesem Kraftakt endlich die lange währende Deflation überwinden und den starken Yen schwächen. Er verlangt, dass die Zentralbank Staatsanleihen kauft, um so ein enormes Infrastrukturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft zu finanzieren. Er hält auch radikalere Maßnahmen für möglich: So könnte die BoJ die Zinsen unter Null fallen lassen und ausländische Anleihen kaufen.

   Die Notenbanker reagierten auf die ungewöhnlich deutlichen Forderungen des Wahlsiegers und setzten das Wertpapierkaufprogramm um 10 Billionen auf 101 Billionen Yen nach oben. Die Steigerung entspricht etwa 90 Milliarden Euro. Die Wertpapierkäufe sind das entscheidende geldpolitische Instrument der BoJ. Den Leitzins beließ der Zentralbank-Rat bei nahe Null. Die Entscheidungen der Zentralbank waren von der großen Mehrheit der vorher befragten Volkswirte vorausgesagt worden.

   In ihrer Presseerklärung teilte die BoJ mit, dass ein Mitglied des Rats sogar noch weiter gehen wollte. Es habe vorgeschlagen, den Zinssatz auf Überschussliquidität bei der Zentralbank auf Null zu senken. Aktuell steht er bei 0,1 Prozent. "Die Bank anerkennt, dass die japanische Wirtschaft vor der großen Herausforderung steht, die Deflation so schnell wie möglich zu überwinden und zu Preisstabilität und Wachstum zurückzukehren", hieß es. Die Mitteilung erhielt keinen Kommentar zum Ausgang der Parlamentswahlen.

   Als Druckmittel hat der künftige Regierungschef eine Reform des Zentralbankgesetzes von 1998 ins Spiel gebracht, das die Unabhängigkeit der Institution sichert. Wenn dieses Gesetz überarbeitet werde, solle die BoJ auch die Stützung der Beschäftigung als Ziel erhalten, sagte Abe. Bisher ist ihr Kernmandat nur die Preisstabilität.

   Argumente für eine geldpolitische Lockerung lieferte auch der jüngste Tankan-Bericht, der eine starke Eintrübung des Geschäftsklima offenbarte. Hinzu kommt, dass die Federal Reserve in der vorigen Woche mit dem aggressiven Öffnen ihrer Geldschleusen eine neue Runde im Abwertungswettlauf zwischen Dollar und Yen eingeläutet hat. In der Vergangenheit hat es nie lange gedauert, bis die japanischen Währungshüter mit eigenen Aktionen dagegen gehalten haben.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   (Mitarbeit: Andreas Plecko)

   DJG/DJN/chg/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   December 20, 2012 00:38 ET (05:38 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 38 AM EST 12-20-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Bechtle - Der Favorit im IT-Segment!

Ein breit aufgestelltes, gut diversifiziertes Produkt- und Serviceangebot, eine solide Finanzbasis und ein gutes Gespür für chancenreiche Trends und wachstumsstarke Marktsegmente - diese Mischung ist das Erfolgsgeheimnis von Bechtle. Lesen Sie im aktuellen Anlegermagazin die ganze Story über Bechtle.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX stabil -- Asien freundlich -- Regierungsstillstand in den USA dauert an -- UBS-Gewinn bricht ein -- T-Aktie gefragt: Telekom hält an Dividendensteigerung fest -- Bitcoin im Fokus

K+S-Aktien erholen sich weiter. Siltronic-Aktie klettert nach Konsolidierung auf Rekordhoch. Immobilienentwickler Instone Real Estate will an die Börse gehen. Wer künftig die Europäische Zentralbank führen könnte. Siemens-Belegschaftsaktionäre wollen CEO Kaeser Entlastung verweigern. EU-Pensionsfonds droht wegen Defizit die Pleite.

Top-Rankings

KW 3: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 3: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 2: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das sind die größten Privatbanken weltweit
Welche Bank macht 2017 das Rennen?
Die Länder mit den größten Goldreserven 2017
Wo lagert das meiste Gold?
Die mächtigsten Frauen der Welt 2017
Welche Frau belegt den ersten Platz?
Das Wachstum der Schulden in verschiedenen Regionen
Welche Region konnte ihren Schuldenberg am meisten verkleinern?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wünschen Sie sich, dass sich Union und SPD erneut auf eine große Koalition (GroKo) einigen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
adidas AGA1EWWW
Scout24 AGA12DM8
BYD Co. Ltd.A0M4W9
EVOTEC AG566480
Apple Inc.865985
Allianz840400
Siemens AG723610
BMW AG519000
Amazon906866
E.ON SEENAG99