28.10.2014 14:39
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Börse Frankfurt-News: Investoren setzen auf Entspannung (ETFs)

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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 28. Oktober 2014. Mit der Erholung an den Börsen rücken Bluechip-Indizes der Industrienationen in der Anlegergunst weit nach oben. Auch die hohen Renditen von Unternehmensanleihen überzeugen.

Nach dem Sturm an den Aktienbörsen kehrt jetzt wieder etwas Entspannung ein und so rückt auch der ETF-Handel von seinen Rekordniveaus wieder ab.

"Die sinkende Volatilität bringt etwas mehr Ruhe mit sich", meldet Sascha Cronemeyer. Dennoch läge die Anzahl der Trades mit 24.000 bei der Commerzbank weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. "Auch die Umsätze können sich sehen lassen." Mit 51 Prozent Käufen und 49 Prozent Verkäufen gehe es insgesamt ausgeglichen zu. Damit unterscheide sich der Handel nicht wesentlich von den Vorwochen. "Einen Ausverkauf hat es aus unserer Sicht zu keiner Zeit gegeben." Stattdessen hätten Investoren während der hohen Ausschläge bei den Aktien ihre Allokation meist angepasst.

"Das Volumen kann sich nach wie vor sehen lassen, auch wenn es seit gestern etwas nachgelassen hat", bestätigt Sidi Kleefeld. Die stärkere Nachfrage nach Aktieninvestments sind für den Händler der Deutschen Bank Indiz für den Trend Richtung risikoreicherer Anlagen, der sich auch im Rentenbereich widerspiegele.

Bluechips der Industrieländer gesucht

"Angesichts der Erholung an den Aktienmärkten setzen Anleger ganz klar auf Europa", registriert Jörg Sengfelder von Flow Traders, der von einer ausgesprochen guten Woche im ETF-Handel spricht. Mehrheitlich gekauft würden marktbreite europäische Indizes wie der Stoxx Europe 600 (WKN 263530, DBX1A7) und MSCI Europe (WKN DBX1ME). Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02, DBX1EU) und des DAX (WKN 593393, DBX1DA, ETF001) landeten verstärkt in den Anlegerdepots.

Aber auch Übersee-Werte seinen weiter interessant. Investoren fänden auch an US-Aktien etwa im S&P 500 (WKN 622391) Gefallen.

Ins Bild passten die Abgaben von Produkten, die von fallenden Kursen profitieren. Anleger trennten sich laut Sengfelder während der Erholungsphase verstärkt vom S&P 500 Inverse Daily (WKN DBX1AC) und Euro Stoxx 50 Inverse Daily (WKN DBX1SS).

"Aktieninvestments dominieren bei uns mit einem Anteil von 86 Prozent das Geschehen", fasst Cronemeyer zusammen und unterstreicht die Tendenz Richtung europäischer und US-amerikanischer Bluechips.

Dem gegenüber stünden auffällig starke Abgaben von Indexfonds, die an den MSCI Canada (WKN A0X97V, A0X97W) gekoppelt sind. "Bei uns sind das die Umsatzspitzenreiter bei den Verkäufen."

Anleger fliehen aus brasilianischen Aktien

"Raus aus Asien, aber auch global gestreuten Indizes ", beschreibt Sengfelder das klare Anlegerverhalten der vergangenen Handelstage. Tracker des MSCI World (WKNs A1H53Q, A0RPWH) stünden ebenso auf den Verkaufslisten wie asiatische Schwellenländer im MSCI EM Asia-ETFs (WKN DBX1MA, A1JJTG) und MSCI Pacific ex Japan (WKN DBX1AF). Anleger trennten sich zudem per Saldo von Portfolios einzelner Länderindizes wie Indien (WKN LYX0BA) und China (WKN DBX0G2).

Die Wiederwahl von Brasiliens Präsidentin Rousseff hat Anleger verschreckt. Während brasilianische Aktienpakete etwa im MSCI Brazil (WKN LYX0BE, A1C7N6, A0YF2U, A1C195) laut Sengfelder im Vorfeld des Urnengangs gefragt waren, folgte nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse analog zum Einbruch des Bovespa eine Verkaufswelle. Bis zum Schluss hätten die Märkte auf den Sieg des bürgerlichen Gegenkandidaten gehofft.

Auf der Jagd nach Rendite

Im Handel mit Renten-ETFs erkennen Sengfelder und Kleefeld eine deutliche Vorliebe für höhere Erträge. Unternehmensanleihen überzeugten insbesondere aber nicht nur im High Yield-Bereich (WKN A1C8QT, A1W4E5, A1KB2A). Gesucht würden im Übrigen Indexfonds, die der Entwicklung des Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (WKN A0RM45) entsprechen.

"In Erholungsphasen an den Börsen werden Staatsanleihen mit weniger Rendite abgestoßen", begründet Sengfelder die Flucht etwa aus europäischen Bonds (WKN DBX0AF, DBX0AC, A0X8SL, A0RL82) unterschiedlicher Laufzeiten und sieben bis zehnjährigen amerikanische Staatsanleihen (WKN A0LGQB).

Deutsche Staatsanleihen mit Fälligkeit zwischen sieben und zehn Jahren (WKN ETFL15) und ein bis drei Jahren (WKN ETFL12) sind laut Cronemeyer bei den Commerzbank-Kunden allerdings gefragt. Eine Tendenz könne aber daraus nicht abgeleitet werden. Denn gleichzeitig würden fünf- bis zehnjährige Bundesanleihen im Deutsche Börse Eurogov Germany (WKN ETFL20) abgegeben.

Aufatmen in der Bankenbranche

Bei den Branchen-ETFs dominierten die Finanzwerte das Geschehen. Der Handel mit Banken-ETFs (WKNs 628930, A0F5UJ) floss nach Angaben von Cronemeyer zu 92 Prozent nur in eine Richtung. "Investoren nutzten die niedrigen Stände zum Einstieg." Zudem wirkten sich die Ergebnisse des Bankenstresstests positiv aus.

Automobilsektor-ETFs seien bei der Commerzbank innerhalb der Branchenwerte am zweit häufigsten gehandelt worden. Tracker des Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts (WKNs LYX0AN, A0Q4R2) kämen mit einem Anteil von 57 Prozent tendenziell aus den Depots raus. Hingegen fänden Anleger an Aktienfonds der Gesundheitsbranche (WKNs A0Q4R3) überwiegend Gefallen.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG

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© 28. Oktober 2014

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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