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07.10.2008 15:39
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Börse Frankfurt-News: "Wilde Zeiten" im ETF-Handel (Marktbericht)

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        FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 7. Oktober 2008. Die weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten prägen natürlich auch den Handel mit Indexfonds. Der Handel ist volatil und umsatzstark, vor allem Geldmarktportfolios werden nachgefragt, aber auch ETFs auf US-Aktien und die Bankbranche.

Im Handel mit ETFs werden die Indexfonds aller Emittenten auf europäische Standardwerte rege und ausgeglichen gehandelt - sei es auf DAX®, DJ Euro Stoxx oder ShortDAX, bzw. sein europäisches Pendant. Wobei Anleger heute aus dem meistgehandelten ETF mit deutschen Bluechips (WKN 593393) eher aussteigen und in den DJ Euro Stoxx 50-ETF (WKN 593395) vor allem einsteigen, wie der zuständige Market Maker berichtet.

Wenig überraschend stehen auch zwei Geldmarkt-ETFs weit oben auf der Liste der meistgehandelten Indexfonds der vergangen fünf Handelstage, und zwar der iShares eb.rexx Money Market (WKN A4Q4RZ) und der db x-trackers II Eonia TR (WKN DBX0AN). Beide ETFs werden fast ausschließlich gekauft.

Auf den Verkaufslisten steht dagegen ein ETF mit Jumbo-Pfandbriefen. Der iShares eb.rexx Jumbo Pfandbriefe (WKN 263526) ist an den gleichnamigen Index gekoppelt, der die liquidesten Jumbo-Pfandbriefe enthält. "Verrückte Welt! Anleger gehen aus Pfandbriefen raus, um in den jetzt als sicherer geltenden Geldmarkt einzusteigen", beschreibt der zuständige Market Maker das Szenario. Im Pfandbriefmarkt würden einige Papiere mit kurzen Laufzeiten inzwischen mit zweistelligen Renditen gehandelt.

Banken-ETFs werden gekauft

Ein Indexfonds mit europäischen Bankaktien führt die Liste der meistgehandelten Branchen-ETFs obenan. Der iShares DJ Stoxx 600 Banks ist auf Wochensicht fast ausschließlich in die Depots genommen worden. Nur heute gebe es auch einige wenige Abgeber. "Ein Portfolio, bei dem zurzeit sechs Werte vom Handel ausgesetzt sind", skizziert der betreuende Market Maker die Handelslage. Der DJ Stoxx 600 Banks enthält alle Bankentitel im marktbreiten DJ Stoxx 600. Insgesamt sind das knapp 70 Unternehmen. Mit gut 30 Prozent haben Banken aus Großbritannien den größten Anteil.

Europäische Bankaktien führen heute gegen Mittag die Verliererlisten an und drücken auch den Dax ins Minus, während sich die internationalen Nachrichten von und über die Bankenbranche überschlagen.

USA-ETF gesucht

Bei den Länder-ETFs wird vor allem ein Indextracker auf US-Aktien stark gekauft. Anleger legen sich den db x-trackers MSCI World seit einigen Tagen verstärkt ins Depot, berichtet Thorsten Michalik von der Deutschen Bank.

Fast Market mit höheren Preisausschlägen

Heute gilt auf Xetra der so genannte Fast Market-Status, wovon auch der Handel mit Indexfonds berührt ist. Diese Ausnahmeregel im Handelssystem Xetra tritt in besonders volatilen Marktphasen in Kraft. In Fast Market-Phasen werden unter anderem die zulässigen Spannen für die Volatilität von Aktien ausgeweitet, um Handelsaussetzungen durch Volatilitätsunterbrechungen zu vermeiden. Volatilitätsunterbrechungen treten auf, wenn die Preisschwankungen bei diesen Titeln bestimmte Grenzen überschreiten. Das bedeutet für Anleger, dass in einer Fast Market-Phase höhere Schwankungen möglich sind als in einem gewöhnlichen Marktszenario. Eine Fast Market-Phase wird von der Geschäftsführung der Börse initiiert und im Xetra-Newsboard auf www.boerse-frankfurt.de veröffentlicht.

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© 7. Oktober 2008/Edda Vogt

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds sind an der Börse gehandelte Investmentfonds. ETFs haben keine Laufzeitbegrenzung und können daher wie Aktien permanent zum aktuellen Börsenpreis gehandelt werden. Beim Kauf eines Fondsanteils wird der Anleger zum Anteilseigner der im Fonds enthaltenen Bestandteile. Zugleich beteiligt sich der Investor damit auch an der Entwicklung der im Fonds befindlichen Papiere.
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