26.12.2009 07:00
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Asian Bamboo: Bambusboom im Bauernstaat

China: Asian Bamboo: Bambusboom im Bauernstaat | Nachricht | finanzen.net
Asian Bamboo: 20 bis 40 Kilogramm wiegt ein Baum
China
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In der südchinesischen Provinz Fujian erntet Asian Bamboo jedes Jahr zwölf Millionen Bambusbäume – und beschäftigt damit auch deutsche Anleger.
€uro am Sonntag
von Daniela Meyer, Fuzhou

Abseits der versmogten Met­ropolen mit ihren überfüllten Straßen und stinkenden Industrieanlagen liegen die ­immergrünen Plantagen von Asian Bamboo. Der Weg von der Konzernzentrale in Fuzhou führt quer durch die südchinesische Provinz Fujian – über Sandwege und Geröllpisten, vorbei an Reisfeldern mit Wasser­büffeln und winzigen Lehmhütten, in denen viele Menschen trotz Wirtschaftsboom noch immer ohne Strom und fließend Wasser leben.
Dass der Bambusproduzent als eine von nur drei chinesischen Firmen im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet ist und somit auch deutsche Anleger beschäftigt, erscheint bei der Tour durchs chi­nesische Hinterland fast surreal.

Fünf Stunden dauert die Autofahrt entlang des Min-Flusses bis in die Wuyi-Berge. Hier, ab einer Höhe von etwa 600 Metern, wächst der für die Gegend bekannte Moso-Bambus am besten – und zwar bis zu 120 Zentimeter in 24 Stunden. „Wenn es ganz still ist, kann man ihn tatsächlich dabei knistern hören“, erzählt Peter Sjovall, Finanzvorstand von Asian Bamboo. Der Schwede ist seit knapp eineinhalb Jahren bei Chinas größtem Bambusproduzenten. Halb so lang, wie ein Bambusbaum wachsen muss, um eine gute Erntequalität zu erreichen.
„Das ist ein großer wirtschaftlicher und ökologischer Vorteil dieser Pflanze“, schwärmt Sjovall, „eine Pappel braucht mindestens acht Jahre, eine Lärche sogar 30.“ So lang müssen die Holzfäller von Asian Bamboo nicht warten. Ein Viertel der Bäume auf den derzeit 26 Plantagen kann jedes Jahr geerntet werden. Neue müssen nicht gepflanzt werden. „Aus den Wurzeln einer vorhandenen Pflanze wachsen immer neue Stämme. Wir brauchen nicht mal zu düngen“, erklärt Sjovall, während er den steilen Plantagenhang entlangklettert.

Nächstes Jahr sollen zu den 29 000 Hektar Bambuswald, den Asian Bamboo von lokalen Bauern auf 20 Jahre gepachtet hat, noch mal 11 000 hin­zukommen. Etwa um 30 Prozent will die Firma jährlich wachsen. Um die­ses Ziel zu erreichen und gleichzeitig neue Aktionäre zu gewinnen, hat die Firma gerade eine Kapitalerhöhung von über zehn Prozent des Grund­kapitals durchgeführt und damit brutto 25,5 Millionen Euro eingenommen. „Wir haben alle 1,275 Millionen neuen Aktien an institutionelle Anleger verkauft und einige große Fondsgesellschaften hinzugewonnen“, so der Finanzchef. Wenn er über Asian Bamboo spricht, leuchten seine Augen – selbst wenn er die nüchternen Zahlen herunterbetet: „In den ersten sechs Monaten hat sich der Umsatz um 42 Prozent auf 25,8 Millionen Euro erhöht. Der Gewinn ist sogar um 62 Prozent auf 13 Millionen Euro gestiegen.“ Für das gesamte Jahr erwartet er einen Umsatz von 55 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von 25 Millionen Euro.


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Den Erfolg sieht Sjovall zum einen in der steigenden Nachfrage nach Bambus als Ersatz für Holz. Schätzungen zufolge wird 2020 Chinas Bedarf an Holz 260 Millionen Kubikmeter erreichen, wobei nur 139 Millionen Kubikmeter national produziert werden können. Zum anderen hilft Asian Bamboo der allgemeine Ökotrend. Grund: Die Firma vertreibt im großen Stil auch Bambus­sprossen für die Küche. Allein in Asien haben sich die Verkäufe von organischen Lebensmitteln zwischen 2001 und 2006 auf 800 Millionen US-Dollar verdoppelt. „Wir können von beiden Trends profitieren. Wir verkau­fen sowohl das Bambusholz an lokale, weiterverarbeitende Betriebe als auch die Bambussprossen innerhalb Chinas und nach Japan“, so Sjovall.

Etwa zwölf Millionen Bäume und mehr als 100 000 Tonnen Sprossen wird Asian Bamboo 2009 ernten. „Ein Baum wiegt 20 bis 40 Kilo“, sagt Sjovall, bückt sich und wuchtet sich einen frisch geschlagenen Stamm auf die Schulter. So balancieren auch die Arbeiter die Bäume von der Plantage bis zum Lastwagen – allerdings auf jeder Schulter einen.
Weit transportiert werden die Stämme nicht. Das würde sich bei einem Preis von etwa 1,60 Euro pro Baum nicht lohnen, die Transportkosten wären zu hoch. Zudem besteht Bambus zu einem großen Teil aus Wasser. „Ein langer Transport würde die Qualität verschlechtern“, erklärt Sjovall. Da die Firma nicht vom Export nach Europa oder in die USA abhängig sei, habe Asian Bamboo kaum unter der Krise gelitten: „Natürlich exportieren die Betriebe, an die wir liefern, Möbel oder Papier. Aber davon sind wir nur indirekt betroffen. Zudem hat das Konjunkturpaket der Regierung den heimischen Konsum angekurbelt.“ Aufgefangen würden sie zudem durch ihren Export von Bambussprossen nach Japan, der mittlerweile zehn Prozent des Geschäfts ausmacht.

Schaden könnte Asian Bamboo ein krasser Nachfragerückgang, an den Sjovall aber nicht glaubt. Er sieht die Zukunft rosig – auch weil China sich insgesamt krisenfest gezeigt hat: „Das Interesse westlicher Investoren an chinesischen Unternehmen ist riesig und wird weiter steigen. Die Entwicklung von Asian Bamboo wird rasant voranschreiten.“
Auf den Plantagen und umliegenden Dörfern scheint die Zeit derweil still zu stehen. Wie ein Ruhepol inmitten des umkämpftesten Markts der Welt wirkt die Gegend. Eine Schnittstelle zwischen Boomland und Bauernstaat, an der die Menschen gerade erst beginnen, etwas vom Wirtschaftswunder zu ahnen.

Asian Bamboo-Aktie: Chinas grüner Daumen
Schon in den vergangenen Jahren überzeugte Asian Bamboo mit deutlichen Gewinnen und konstanten Margen. Trotz globaler Krise legte die Aktie des Bambus­produzenten in diesem Jahr um mehr als 300 Prozent zu. Dabei ist sie mit einem erwarteten KGV von 6,7 für 2010 und einem Gewinnwachstum von 30 Prozent extrem günstig bewertet. Und auch für 2011 wird ein Wachstum auf diesem Niveau bei einem KGV von 5,2 erwartet. Sehr aussichtsreicher Wert für risikobewusste Anleger.


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Bildquellen: Daniela Meyer

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