finanzen.net
29.06.2016 07:30
Bewerten
(0)

EU-Gipfel gibt Cameron für Austrittserklärung Zeit

DRUCKEN

   BRüSSEL (AFP)--Die EU gibt Großbritannien Zeit bis September, um offiziell den Austritt aus der EU zu erklären. Die EU-Staats- und Regierungschefs hätten "Verständnis dafür, dass etwas Zeit nötig ist, bis sich der Staub legt", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach dem EU-Gipfel am Dienstag. Der scheidende Premier David Cameron zeigte sich zufrieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, für sie sei der Brexit unumkehrbar.

   Die Briten hatten am Donnerstag bei einer Volksabstimmung überraschend mit knapp 52 Prozent für den Austritt aus der EU gestimmt. Cameron hatte darauf seinen Rücktritt bis September angekündigt. Erst ein neuer Premier soll dann der EU offiziell mitteilen, dass Großbritannien die EU verlassen will. Damit würden auf zwei Jahre angelegte Austrittsverhandlungen beginnen.

   Die EU-Staats- und Regierungschefs hofften weiter, dass die Austrittserklärung "so schnell wie möglich" erfolge, sagte Tusk, nachdem der Brexit seit Tagen für Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgt. Eine Frist für die Austrittserklärung wurde London aber nicht gesetzt.

   In den Schlussfolgerungen des Gipfels fand sich nur ein einziger kurzer Satz zum Brexit: "Der Premierminister des Vereinigten Königreichs hat den Europäischen Rat über den Ausgang des Referendums im Vereinigten Königreich informiert."

   EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, er könne diejenigen nicht verstehen, "die für den Austritt geworben haben, und dann vollkommen unfähig sind, uns zu sagen, was sie wollen". Er sei davon ausgegangen, dass die Brexit-Befürworter "einen Plan" hätten.

   Der Kommissionschef bestätigte, dass Cameron beim Abendessen vor allem die Einwanderung aus der EU für das Brexit-Votum verantwortlich machte. Er selbst glaube aber nicht, dass dies der Fall sei, sagte der Luxemburger. Juncker machte Cameron für das Ergebnis mitverantwortlich: "Wenn man den Menschen jahrelang, jahrzehntelang sagt, dass mit der EU etwas nicht stimmt, muss man nicht überrascht sein, wenn die Wähler das glauben."

   Sie sehe "keinen Weg, um dies nochmal umzukehren", sagte Merkel. Alle täten gut daran, "die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen". "Wunschdenken" sei nicht angebracht, sagte sie zu Hoffnungen, es könne einen "Exit vom Brexit" geben.

   Auf die Frage, ob sie sauer auf Cameron sei, sagte die Kanzlerin: "Groll oder Ärger, das ist keine Kategorie politischen Handelns." Die Gespräche mit dem scheidenden Premier aus London seien in "ernsthafter, kameradschaftlicher Atmosphäre" geführt worden, "getragen vom eher traurigen Anlass".

   Der Premier selbst sagte auf seinem letzten Gipfel, er bedauere nicht, die Volksabstimmung angesetzt zu haben: "Es war richtig, das zu tun." Das Ergebnis bedauere er natürlich.

   Bei seinem letzten Gipfel-Abendessen mit seinen EU-Kollegen äußerte Cameron die Hoffnung, dass Großbritannien auch in Zukunft "engstmögliche Wirtschaftsbeziehungen" zur EU haben werde, wie ein britischer Regierungsvertreter sagte. "Schlüssel" dafür sei aber aus seiner Sicht, dass die EU das Recht auf Freizügigkeit reformiere.

   Wie die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU aussehen werden, ist völlig offen. London hofft, den Zugang zum EU-Binnenmarkt so weit wie möglich zu erhalten.

   Frankreichs Präsident François Hollande sagte beim Gipfel, dafür müsse Großbritannien aber "einen Preis in jeder Beziehung bezahlen". Dazu gehöre auch der Erhalt der Freizügigkeit. "Man kann nicht Kapital-, Waren- und Dienstleistungsfreiheit haben und dann für Personen sagen 'bleibt zuhause'." Es gebe "vier Freiheiten oder keine".

   Vor dem Gipfel hatte der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage im Europaparlament seinen Sieg ausgekostet. "Jetzt lachen Sie nicht mehr", triumphierte der Chef der EU-feindlichen United Kingdom Independence Party (Ukip) und prophezeite. "Das Vereinigte Königreich wird nicht der letzte Mitgliedstaat sein, der die Europäische Union verlässt".

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/kla

   (END) Dow Jones Newswires

   June 29, 2016 01:14 ET (05:14 GMT)- - 01 14 AM EDT 06-29-16

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt fester -- Dow geht im Minus aus dem Handel -- Coca-Cola: Neues Aktienrückkaufprogramm -- Deutsche Telekom toppt Erwartungen -- Tesla, Wirecard, Henkel im Foku

HOCHTIEF peilt auch 2019 einen Gewinnsprung an. SDAX im März mit zahlreichen Änderungen. Kretinksy darf bis zu 35 Prozent der METRO-Aktien übernehmen. US-Zölle könnten Volkswagen Milliarden kosten. Höhere Rohstoffpreise bescheren Anglo American mehr Gewinn. Nordex: Umsatz und Ergebnis sinken in 2018. Trump erwägt weiter Zölle auf EU-Autoimporte.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Die weltweit größten Smartphone-Hersteller
Der Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker
StepStone Gehaltsreport 2019
So viel verdienen die Deutschen in diesen Branchen
mehr Top Rankings

Umfrage

Sind Sie in Cannabis-Aktien investiert?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Telekom AG555750
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Allianz840400
Aurora Cannabis IncA12GS7
Apple Inc.865985
BASFBASF11
TUI AGTUAG00
NEL ASAA0B733
Infineon AG623100
SteinhoffA14XB9
Nordex AGA0D655