23.02.2015 11:22
Bewerten
(0)

Elektronische Gesundheitskarte: Super-GAU durch Sicherheitsangriffe auf Chipkarten - Stopp gefordert

DRUCKEN
Hamburg (ots) - Die neuesten Veröffentlichungen aus den Dokumenten von Edward Snowden zeigen ganz deutlich: Es gibt keine Sicherheit für das Mammutprojekt elektronische Gesundheitskarte (eGK). "Nach 11-jähriger erfolgloser Planung sollte es endlich eingestellt werden", sagte die Sprecherin der Aktion "Stoppt die e-Card", Dr. Silke Lüder, heute in Hamburg. Den Geheimdiensten der USA und Großbritanniens sei es den Snowden-Dokumenten zufolge schon im Jahr 2010 gelungen, Sicherheitskonzepte eines Chipkartenherstellers zu überwinden und bis jetzt unbemerkt an deren Sicherheitsschlüssel zu gelangen. Dieses Unternehmen hat nicht nur SIM-Karten für Handys hergestellt, sondern auch die elektronischen Gesundheitskarten für 25 Millionen AOK-Versicherte sowie Kartenlesegeräte für Arztpraxen.

"Wenn bis heute dieses Datenleck den Betreibern der Firma nicht aufgefallen ist, bedeutet das, dass interne Kontrollen völlig versagt haben müssen. Es gibt also keine Sicherheit mit den jetzt ausgegebenen elektronischen Karten", sagte der Sicherheitsexperte Rolf Lenkewitz heute in München. "Allein die potenziellen Auswirkungen erfordern einen sofortigen Stopp der eGK und telematischen Infrastruktur. Die von den Geheimdiensten erlangten Informationen könnten die Bausteine sein, um jederzeit in der Zukunft, dieses größte IT-Projekt Europas zu kompromittieren und die sensibelsten und schützenswertesten Daten der Versicherten einzusehen und zu missbrauchen."

Auch Professor Hartmut Pohl, Mitglied des Beirats der International Security Academy und Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises "Datenschutz und IT-Sicherheit" der Gesellschaft für Informatik e. V., warnte heute vor den Folgen: "Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Trust Center von Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten wie der NSA geknackt wurde und alle Sicherheitsschlüssel ausgelesen werden konnten. Die erfolgreichen Angriffstechniken funktionieren auch für SIM-Karten und Handy-Schlüssel, elektronische Personalausweise und Reisepässe, Kredit- und Debitkarten, elektronische Türöffner, TAN-Generatoren, die eGK ..." Laut Pohl dürften in Deutschland aktuell weit mehr als 50.000 der wichtigsten Server in Unternehmen, Regierung und Verwaltung mit sogenannten Backdoors der NSA versehen sein (Strategic Servers).

Ziel der Geheimdienstangriffe sollen auch andere Großhersteller für elektronische Gesundheitskarten in Deutschland gewesen sein. "Der Nachweis dieser unbemerkten Angriffe ist der Super-GAU für das eGK-Projekt", teilten die Sprecher der Aktion "Stoppt die e-Card" in einer Stellungnahme mit. "Das zeigt, dass es die von der eGK-Betreibergesellschaft Gematik immer wieder behauptete Datensicherheit nicht gibt." Mit den ausgegebenen Chipkarten könne man keine der geplanten Anwendungen im eGK-Projekt realisieren: weder sensible Sozial- oder Medizindaten online versenden, noch Notfalldaten, Organspende-Ausweise und Medikationsdaten auf der eGK speichern, noch die Karte als Schlüssel für die Erstellung einer elektronischen Patientenakte verwenden."

"Wir fordern, dass das gescheiterte milliardenteure Projekt sofort eingestellt und die geplanten weiteren Gelder in eine gute medizinische Behandlung und in sichere dezentrale moderne Kommunikationswege in der Medizin investiert werden", so die Aktionssprecher. "Alle Planungen für das neue E-Health-Gesetz der schwarz-roten Koalition müssen gestoppt werden, denn auf Basis derart fraglicher Datensicherheit können solche Gesetzesvorhaben nicht realisiert werden."

Über die Aktion "Stoppt die e-Card"

"Stoppt die e-Card" ist ein breites Bündnis von 54 Bürgerrechtsorganisationen, Datenschützern, Patienten- und Ärzteverbänden. Unter anderem gehören dazu: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Digitalcourage, Chaos Computer Club, IPPNW, Freie Ärzteschaft e. V., NAV-Virchowbund, Deutsche AIDS-Hilfe. Das Bündnis lehnt die eGK ab und fordert, das milliardenschwere Projekt einzustampfen. Sprecher der Aktion "Stoppt die e-Card" sind Dr. Silke Lüder, Gabi Thiess, Dr. Manfred Lotze und Kai-Uwe Steffens.

OTS: Aktion "Stoppt die e-Card" newsroom: http://www.presseportal.de/pm/72083 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_72083.rss2

Pressekontakt: Dr. Silke Lüder 0175 1542744, Gabi Thiess 0177 6500718

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Neue Trendfolge-Strategie nach Nicolas Darvas

Simon Betschinger von TraderFox erläutert am 15. Mai einen neuen Trendfolge-Ansatz, der historisch gerechnet erstaunliche 20 % Rendite pro Jahr erzielt hätte.
Mehr erfahren!

Heute im Fokus

DAX stabil erwartet -- Asiatische Indizes unentschlossen -- 'Neue Ära des Datenschutzes': Ab sofort gelten die EU-Regeln -- Aktionäre glauben nicht an Neustart der Deutschen Bank

Samsung muss Apple in Patentstreit 539 Millionen Dollar zahlen. Medigene holt sich über Kapitalerhöhung Geld für Immuntherapie. Apple verpasst einen wichtigen Trend und verliert dadurch Milliarden. Analysten überzeugt: Die Tesla-Aktie wird sich um 50 Prozent verteuern. BMW und VW belegen erneut Spitzenplätze im Autobauer-Vergleich.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Flitzer des Genfer Autosalon 2018
Das sind die Highlights
Nach über 40 Jahren: Die Meilensteine der Apple-Geschichte
Was waren die wichtigsten Ereignisse der Apple-Geschichte?
Hier lieber nicht arbeiten
Die gefährlichsten Arbeitgeber in den USA
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
Fußball-Weltmeisterschaft 2018So viel Preisgeld erhalten die Teams
Fußball-Weltmeisterschaft 2018So viel Preisgeld erhalten die Teams
mehr Top Rankings

Umfrage

Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel entgegen dem Kurs von US-Präsident Trump am Atom-Abkommen mit dem Iran festhalten?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
EVOTEC AG566480
Scout24 AGA12DM8
Netflix Inc.552484
TeslaA1CX3T
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
AlibabaA117ME
E.ON SEENAG99
Allianz840400
Steinhoff International N.V.A14XB9