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31.12.2016 08:00
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Ökonomen-Barometer: Angriff auf Beitragszahler

Euro am Sonntag-Exklusiv: Ökonomen-Barometer: Angriff auf Beitragszahler | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Exklusiv
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Das Rentenkonzept der Arbeitsministerin Andrea Nahles findet unter Fachleuten nahezu so viele Befürworter wie Gegner.
€uro am Sonntag
von W. Ehrensberger, Euro am Sonntag

Das von Arbeitsminis­terin Andrea Nahles (SPD) vorgestellte langfristige Rentenreformkonzept mit einer Obergrenze beim Beitragssatz und einer Untergrenze beim Leistungsniveau hat bei führenden deutschen Ökonomen kontroverse Reaktionen ausgelöst. In der Dezember-Umfrage des Ökonomen-Barometers von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv stehen 43 Prozent der Befragten dem Nahles-Vorschlag einer doppelten Begrenzung -positiv gegenüber. 47 Prozent, halten die Vorschläge tendenziell (27 Prozent) oder eindeutig (20 Prozent) nicht für unterstützenswert.


Arbeitsministerin Nahles hatte vor Kurzem ein "Gesamtkonzept zur Alterssicherung" vorgestellt. Darin hat sie bis zum Jahr 2045 eine Untergrenze ("untere Haltelinie") beim Rentenniveau von 46 (derzeit 48) Prozent vorgeschlagen. Zudem will sie mit einem Beitragssatz von 25 (derzeit 18,7) Prozent eine "zweite Haltelinie" einziehen, der Beitragssatz soll also auf maximal 25 Prozent begrenzt sein.

"Angriff auf Beitragszahler"

In der Union ist das Konzept bereits auf breite Ablehnung ­gestoßen. Inzwischen hat sich auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisch mit den Plänen der Arbeitsministerin auseinandergesetzt. "Renten­politik sollte einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen schaffen und eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen. Das Rentenkonzept von Frau Nahles erfüllt diese Voraussetzungen nicht, sondern ist ein fataler Rückfall in eine Rentenpolitik mit Angriffen auf die Beitrags- und die Steuerzahler", sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger der dpa.


Nahles’ Rechnung gehe angesichts von immer mehr Leistungsempfängern und immer weniger Beitragszahlern nicht auf. Man dürfe "nicht immer noch mehr Beiträge von den aktiv Beschäftigten abrufen und an eine Rentnergeneration bezahlen, die die bestversorgte ­aller Zeiten" sei. Viel wichtiger sei es, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung anzupassen. "Wenn wir jetzt zügig das Renteneinstiegsalter 67 umsetzen, gehen wir in die richtige Richtung."

Rentenexperte Axel Börsch- Supan vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München kann dem Nahles- Konzept dagegen durchaus Positives abgewinnen, etwa die Ausweitung des Prognosezeitraums von 2030 bis 2045. Die Ministerin habe damit den Schleier gelüftet und gezeigt, dass das Rentensystem nicht so stabil ist wie viele denken. Die vorgeschlagene Ober- und Untergrenze sei aber in der Praxis nicht umsetzbar, so Börsch-Supan: "Das kann sich nicht rechnen." Das Konzept werde jedenfalls zu Mehrkosten von 15 Milliarden Euro jährlich führen.
Bildquellen: Daniela Staerk / Shutterstock.com
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