29.01.2016 16:29
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Experten: Kampf gegen IS-Terror muss stärker bei den Finanzquellen ansetzen

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Berlin (ots) - Der Kampf gegen den Terror muss sich stärker auf dessen Finanzquellen und Verbindungen zur organisierten Kriminalität konzentrieren. Darin waren sich Wissenschaftler auf einer Expertentagung der NATO Defense College Foundation (NDCF) und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin einig. An der Tagung nahmen internationale Experten wie Peter Neumann vom Londoner King's College, Louise Shelley von der George Mason Universität und Tom Keatinge, Direktor des "Centre for Financial Crime and Security Studies" in London, teil.

Die Anschläge in Paris hätten gezeigt, dass sich die europäischen IS-Terrorzellen unabhängig vom IS in Syrien und Irak finanzieren. Die Täter in Paris seien finanziell autark gewesen, so der französische Sicherheitsexperte Alain Juillet. Sie finanzierten sich über kleinkriminelle Aktivitäten wie den Verkauf gefälschter Markenartikel, geschmuggelte Zigaretten, Drogenhandel sowie Überfälle auf Tankstellen und Supermärkte. Wer den IS-Terror in Europa wirksam bekämpfen will, müsse hier ansetzen.

Der Handel mit Öl spielt für die Finanzierung des IS eine weitaus geringere Rolle als angenommen. Das ergaben Untersuchungen des IS-Forschers Aymenn Al-Tamimi. Der Brite mit irakischen Wurzeln hat zahllose interne IS-Dokumente ausgewertet, die ihm aus dem Herrschaftsgebiet der Terrororganisation zugespielt wurden. Al-Tamimi berät Sicherheitspolitiker und -behörden in Großbritannien und anderen europäischen Staaten.

Ihm vorliegende Dokumente hätten ergeben, dass etwa ein Fünftel der IS-Einnahmen auf den Handel mit Öl zurückgingen. Viel wichtiger seien Steuern und Beschlagnahmungen. Außerdem drücke der IS beim Schwarzmarkthandel mit Antiquitäten, Zigaretten und anderen Gütern ein Auge zu und lasse sich dafür bezahlen. Schmuggler könnten gegen eine entsprechende Gebühr so genannte Checkpoints unbehelligt passieren. Die Fokussierung auf Öl werde der Komplexität des IS-Finanzierungssystem nicht gerecht.

Der Terror macht keinen Halt vor Grenzen. Deshalb warnten mehrere Teilnehmer der Tagung vor einer nationalen Abschottung und neuen Mauern zwischen den Staaten. Der Kampf gegen den IS erfordere nicht weniger, sondern mehr Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden auf europäischer und globaler Ebene.

Die NATO Defense College Foundation als Non-Profit Organisation wurde von den Führungskräften des NATO Defense College mit dem Ziel gegründet, im Rahmen der Arbeit eines Thinktanks unabhängig von der Agenda des NATO Defense Colleges zu arbeiten und dabei zukunftsgerichtet unkonventionelle Themen aufzunehmen und Wege zu gehen. Dies jedoch immer in enger Verbindung mit den Prinzipien der Mutterorganisationen.

OTS: NATO Defense College Foundation newsroom: http://www.presseportal.de/nr/119516 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_119516.rss2

Pressekontakt: NATO Defense College Foundation c/o 365 Sherpas GmbH Klaus Harbers Schlesische Straße 26 10997 Berlin Tel.: 030 - 577 0209 22 E-Mail: harbers@365sherpas.com

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