31.01.2013 15:44
Bewerten
(0)

Finanzminister: Zypern will Schulden mit Gasreserven zurückzahlen

DRUCKEN

   Von Maarten van Tartwijk und Christian Grimm

   DEN HAAG--Zypern setzt für die Überwindung seiner Schuldenkrise auf die großen Erdgasvorkommen, die um die Mittelmeerinsel schlummern. Zypern will die Vorkommen ausbeuten und die Einnahmen in einem nationalen Rohstofffonds anlegen, um Kredite zurückzuzahlen. Diesen Plan stellte Finanzminister Vassos Shiarly bei einer Rede im niederländischen Parlament vor. Zweck seiner Reise ist ein Treffen mit dem niederländischen Amtskollegen und neuen Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem.

   Weil die Gasförderung aber ein langfristiges Projekt ist, Zypern aber dringend frisches Geld braucht, forderte Shiarly die Europartner auf, solidarisch zu sein. "Wir bitten nicht um ein Geschenk oder einen Gefallen, wir bitten einfach um einen Kredit." Nach verschiedenen Schätzungen braucht Zypern über 17 Milliarden Euro, wobei der Großteil den maroden Banken zufließen müsste. Eine Entscheidung der EU-Finanzminister wird aber frühestens im März erwartet.

   In den Hauptstädten wächst der Widerstand gegen einen weiteren Rettungseinsatz. Denn russische Oligarchen haben angeblich viel Schwarzgeld bei zyprischen Banken geparkt, das dann durch EU-Hilfskapital geschützt würde. Denn gingen die Banken pleite, wäre das Geld der Großindustriellen wohl verloren.

   Finanzminister Shiarly wehrte sich gegen das Image seines Landes, ein Paradies für Steuerhinterzieher zu sein. "Kommen Sie heute (mit mir) zurück und Sie werden sehen, dass wir nichts zu verbergen haben. Es gibt Regeln in Europa und wir handeln danach", rief er den niederländischen Abgeordneten zu.

   Der Zyprer verweis auf die umfassenden Reformen und das Privatisierungspaket, die sich alle schon mitten im Gesetzgebungsprozess befänden. Damit sollen schon in einigen Jahren Primärüberschüsse erzielt werden. Das würde heißen, dass der Staat ohne Berücksichtigung des Schuldendienstes mehr einnimmt als ausgibt.

   Trotzdem sind die Milliarden für Zypern noch lange nicht in Sack und Tüten. Widerstand gegen die Hilfe für Zypern gibt es sowohl in einigen Euroländern als auch im deutschen Bundestag.

   Das kleine Zypern könnte die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) daher ziemlich in die Bredouille bringen. Nach Informationen des Handelsblatts will die SPD das Rettungseinsatz nicht unterstützen. Bisher haben die Sozialdemokraten die Euro-Politik Merkels mitgetragen und mit ihren Stimmen immer eine breite Mehrheit gesichert. Gab es in der Union Gegenstimmen, wurden sie immer von der SPD-Fraktion mehr als überkompensiert.

   Zur Frage der Systemrelevanz Zyperns für die Eurozone sagte der Unionsbudgetexperte Norbert Barthle (CDU): "Von dem, was ich bisher weiß, gehe ich einmal davon aus, dass man zu dem Schluss kommen wird, dass Zypern relevant ist", sagte Barthle in Berlin. Er können zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob seine Fraktion einem Rettungspaket zustimmen würde.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   (Mitarbeit: Andreas Kißler)

   DJG/DJN/chg/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   January 31, 2013 09:15 ET (14:15 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 15 AM EST 01-31-13

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht mit Mini-Plus ins Wochenende -- US-Börsen schließen höher -- Neue Mitglieder bescheren XING kräftiges Wachstum -- Tweet von Kylie Jenner löst Snap-Kursrutsch aus -- T-Aktie, HP im Fokus

Kooperation zwischen RIB Software und Microsoft treibt RIB-Aktie an. McDonald's auf Sparkurs? Blue Buffalo-Aktie legt vorbörslich zweistellig zu: General Mills will Blue Buffalo kaufen. Kein Cheeseburger im Happy Meal. US-Investor zu Bitcoin: Warum sollte ich die Währung der Zukunft verkaufen? Bank of America hebt Zinsprognose für USA an.

Top-Rankings

KW 8: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Sechsstelliges Einkommen
So viel Geld lässt sich in Deutschland mit YouTube verdienen
Regionen mit guten Gehältern
In diesen Städten sind Arbeitnehmer am zufriedensten

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Deutsche Telekom AG555750
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
GeelyA0CACX
Allianz840400
Amazon906866
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BMW AG519000
Steinhoff International N.V.A14XB9
adidas AGA1EWWW
Siemens AG723610
CommerzbankCBK100