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06.11.2015 08:46
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Hausüberwachungs-App: Smartfrog will mit Metro und Otto nach oben

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   Von Natali Schwab

   BERLIN (Dow Jones)--Smart Home - die Steuerung des Hauses via Smartphone oder Tablet - beflügelt derzeit die Fantasie vieler Unternehmen. Große Konzerne wie RWE und Deutsche Telekom oder auch Startups tummeln sich vermehrt in diesem Markt. Das "Internet der Dinge" ist einer Studie von Goldman Sachs zufolge der nächste "Megatrend".

   Ein Stück vom Kuchen will sich auch das Berliner Startup Smartfrog sichern. Das Unternehmen um den Gründer Andreas Rudyk hat eine App sowie eine internetfähige Kamera entwickelt, mit der die Nutzer ihr Zuhause überwachen können. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires hebt Rudyk die hohen Ambitionen des Unternehmens hervor: "Wir wollen einen Massenmarkt daraus machen", sagte der Gründer.

   Prominentes Vorbild ist dabei kein geringerer als Nest - mittlerweile im Besitz des US-Konzerns Google, der Anfang 2014 rund 3,2 Milliarden US-Dollar für den Anbieter von Überwachungskameras, intelligenten Thermostaten und Rauchmeldern hinblätterte.

   Dafür hat sich das vor eineinhalb Jahren gegründete Startup prominente Unterstütung gesichert. Der Frühphaseninvestor E.Venture hat Millionen in einer ersten Finanzierung in Smartfrog gepumpt. An E.Ventures sind auch die Handelskonzerne METRO und Otto beteiligt sind, die so auf der Suche nach neuen Ideen sind.

   Rudyk setzt daher nicht nur auf die finanzielle, sondern auch auf die operative Unterstützung des Investors. Beide Großkonzerne könnten vor allem im Vertrieb der Kameras eine wichtige Rolle spielen. Kein Wunder also, dass Rudyk den "hohen strategischen Wert" von E.Ventures betont. Der Investor, der vor allem Unternehmen in frühen Phasen unterstützt, hat sich mit mehreren Millionen Euro an Smartfrog beteiligt. Branchenkennern zufolge soll es sich dabei um einen "höheren" Millionen Euro-Betrag handeln.

   E.Ventures selbst setzt große Hoffnungen in den smarten Frosch. Smartfrog sei "eines der vielversprechendsten Internet-of-Things-Unternehmen in Europa und passt mit seinem international ausgerichteten, skalierbaren Geschäftsmodell hervorragend in unser Portfolio", erklärte etwa General Partner Andreas Haug. Dabei geht es um einen Milliardenmarkt: Das Marktvolumen für das von Smartfrog beackerte Feld wird von Goldman Sachs auf 18 Milliarden US-Dollar bis 2017 geschätzt.

   Doch noch backt Smartfrog kleine Brötchen: Die App ist seit wenigen Wochen online, die Kamera gibt es bislang nur auf der Internetseite von Smartfrog zu kaufen. Doch dabei soll es nicht bleiben. So hat Smartfrog mittels eines frisch geschlossenen ersten Distributionsvertrag den Vertrieb bei über 1.700 Online- und Facheinzelhändlern im deutschsprachigen Raum gesichert.

   Doch wie will sich Smartfrog von anderen Bietern wie Google Nest abheben? "Durch den Preis und die Benutzerfreundlichkeit", antwortet Rudyk mehrfach. Häufig seien die Produkte zu kompliziert. Dies habe Smartfrog bei der Entwicklung selbst erfahren müssen. Er habe, erzählt Rudyk, sich zum Beispiel von einer Menge Features und netten Spielereien erst einmal verabschiedet, um die Benutzerfreundlichkeit auch für den Normalverbraucher zu erhöhen. "Wir mussten es einfach halten", so die Devise. Bei der Entwicklung konnte Smartfrog dabei auch auf die Expertise von Otto zurückgreifen.

   Smartfrog wirbt damit, dass die Installation nur 5 Minuten dauert. Damit will Rudyk auch weniger internetaffine Kunden locken. Bei der Verschlüsselung der Daten setzt Smartfrog auf die Technik SSL, ähnlich wie beim Internetbanking.

   Über die App kann der Nutzer von überall in der Welt sein Haus oder Wohnung überwachen. Bei Bewegungen im Zimmer oder ungewöhnlichen Geräuschen bekommt er dann einen Alarm auf sein Smartphone. Oder er kann die Einstellungen umgekehrt so wählen, dass er dann alarmiert wird, wenn sich mehrere Tage nichts bewegt.

   Smartfrog zielt dabei nicht nur auf den Schutz von Einbrechern. So könne die App auch bei der Betreuung älterer Menschen zum Einsatz kommen, sagte Rudyk. Gerade hier sieht der Gründer mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft künftig einen steigendes Interesse. Aber auch das Haustier lässt sich so kontrollieren und etwa verscheuchen, wenn zu Beispiel die Katze wieder einmal am Sofa kratzt.

   Ein Hindernis bei den derzeitigen Systemen: Hohe Preise. So kostet bei Google Nest eine Kamera 199 Dollar, das Abo zwischen 100 und 300 Dollar im Jahr. Smartfrog will hier den Preisbrecher spielen und bietet ein Abonnement-Modell im unteren Preissegment an: App plus Kamera kosten 5,95 Euro im Monat, der Vertrag ist jederzeit kündbar. Wer kein Abo abschließen will, kann die Kamera separat für 149 Euro kaufen. Die Hardware wird vorerst in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Irland und Großbritannien angeboten.

   Dabei ist die - kostenlose - App unabhängig von der Hardware. Smartfrog sei hier der erste Anbieter in diesem Bereich, sagte Rudyk. Auch ein Smartphone oder die Webcam eines Laptops können dafür genutzt werden.

   Ob sich das für Smartfrog rechnet? Das Unternehmen will - typisch für ein Startup - so auch international schnell an Reichweite gewinnen. Vor allem für Schwellenländer sei diese Lösung interessant, so Rudyk. Und dann setzt er darauf, dass die so gewonnenen Kunden später auf das Bezahlmodell umstellen.

   Bislang ist das Unternehmen mit eigenen Büros in Deutschland, der Schweiz, Irland und China vertreten. Etwa 50 Mitarbeiter zählt Smartfrog, davon 20 bis 25 in Berlin. Weitere Büros in Großbritannien, den USA, in Dubai und Südafrika sollen folgen.

   Mit Schätzungen zu möglichen Umsätzen hält sich Rudyk noch zurück. Mehrfach spricht er von dem "großen Potenzial". Wie sich das für Smartfrog auszahlen wird, verrät er nicht. Für Umsatzprognosen sei es noch zu früh. Wie bei anderen Startups auch, setzt er zunächst einmal ganz auf Wachstum.

   Kontakt zum Autor: natali.schwab@wsj.com

   DJG/nas/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   November 06, 2015 02:16 ET (07:16 GMT)

   Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 16 AM EST 11-06-15

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