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26.09.2012 08:00
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IVU: „Die Börse hat den Wert unserer Aktie noch nicht erkannt"

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Erneuter Großauftrag für die IVU Traffic Technologies AG in Asien: Die staatliche Eisenbahngesellschaft Vietnam Railways setzt zukünftig auf die Lösung IVU.rail des Berliner Softwarespezialisten.
Wie IVU-Finanzvorstand Frank Kochanski im Interview verriet, liegt das Projektvolumen im zweistelligen Millionenbereich. Im Vietnam-Auftrag sieht Kochanski ein wichtiges Signal – auch für den Finanzmarkt: „Die Börse hat den Wert unserer Aktie noch nicht erkannt. Sie wird weiterhin stark unterbewertet.“

Herr Kochanski, die IVU hat im asiatisch-pazifischen Raum erneut ein Schlüsselprojekt akquiriert und ihre Marktstellung damit weiter ausgebaut. Die Vietnamesische Staatsbahn setzt zukünftig auf Ihre Lösung IVU.rail. Welche Bedeutung hat dieses Projekt für die IVU?
Frank Kochanski: Das Projekt in Vietnam ist in zweierlei Hinsicht wichtig für uns. Zum einen haben wir uns mit unseren Produkten im asiatisch-pazifischen Raum weiter etabliert und sind hier nach erfolgreichen Installationen in Bangkok, Kuala Lumpur und Adelaide zu einer wichtigen Größe geworden. Zum anderen konnten wir mit den Vietnam Railways bereits die siebente Staatsbahn von IVU.rail überzeugen und uns damit große Anteile an dem viel versprechenden Schienenverkehrsmarkt sichern.

Können Sie Angaben zum Projektvolumen und zur Laufzeit machen? Ab wann wird das Projekt umsatzwirksam?
Das Projekt bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich. Die Projektumsetzung startet schon im nächsten Jahr. Dann werden bereits die ersten Umsätze wirksam.

Wie fällt aktuell Ihr Zwischenfazit für das laufende Geschäftsjahr aus? Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights?
Das Jahr verlief ganz nach Plan. Wir haben mit einem soliden Jahresergebnis gerechnet und werden dieses auch erreichen. Neben dem neuen Auftrag in Vietnam war auf jeden Fall das Projekt zu den olympischen Spielen in London ein Highlight. Mit London konnten wir nicht nur eine wichtige Metropole als Referenz gewinnen, sondern zudem auch unser Fahrgastinformationssystem entscheidend weiterentwickeln. Damit haben wir unseren Vorsprung zum Wettbewerb in diesem Bereich weiter ausgebaut.

Sie sprechen das London-Projekt an. Inwiefern ist dieses Referenzprojekt ein Türöffner für weitere Großaufträge?
Mit London haben wir IVU.realtime so weit ausgebaut, dass wir die Abfahrtszeiten von bis zu 10.000 Fahrzeugen an 20.000 Haltestellen verarbeiten und innerhalb von zwei Sekunden an die Informationsmedien übermitteln können. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Viele Metropolen weltweit verfügen noch nicht über entsprechende Informationssysteme und sind auf der Suche nach Produkten, mit denen die Verarbeitung solch riesiger Datenmengen möglich wird. Hier haben wir nun eine erfolgreich erprobte Lösung.

Ein weiteres IVU-Standbein ist das Wahlsystem IVU.elect. Welche Fortschritte macht die Expansion in diesem Bereich?


IVU-Finanzvorstand Frank Kochanski
IVU.elect ist eines unserer erfolgreichen Produkte aus dem Logistik-Bereich. Die E-Government-Lösung kann für jede Art von Wahl verwendet werden und ermittelt schnell präzise Ergebnisse – ob Europa-, Bundestags-, Parlaments- oder Kommunalwahl. Die Niederlande haben IVU.elect bei ihrer Parlamentswahl am 12. September bereits zum sechsten Mal eingesetzt. Und im nächsten Jahr werden die Bundestagswahl sowie die bayerische Landtagswahl mit IVU.elect durchgeführt. Die Nachfrage ist konstant gut, das System hat sich bewährt und eine Tendenz der Kommunen weg von „make“ hin zu „buy“ ist erkennbar.

Wie hoch ist derzeit der Auftragsbestand in der IVU-Gruppe? Verfügen Sie über genügend liquide Mittel, um sämtliche Projekte vorzufinanzieren?
Der derzeitige Auftragsbestand deckt den für 2012 geplanten Jahresumsatz bereits vollständig ab und reicht weit in das kommende Jahr hinein. Wir können damit sicher sagen, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Unsere Liquidität ist gut. Notwendige Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Sachinvestitionen konnten wir bisher immer aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren. Das wird auch 2013 so bleiben.

Trotz eines Umsatzwachstums von 15 Prozent im ersten Halbjahr liegt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr mit „gut 40 Mio. Euro“ fast auf dem Vorjahresniveau von 39,9 Mio. Euro. Ist das Tiefstapelei oder hatten Sie 2011 ein besonders gutes zweites Halbjahr?
Das Projektgeschäft ist saisonal und wirkt sich auch entsprechend auf den Umsatz aus. In 2011 konnten viele große Projekte abgeschlossen und abgerechnet werden. In diesem Jahr haben wir wieder wichtige neue Projekte akquirieren können, die jedoch erst im Folgejahr umsatzwirksam werden. Deshalb haben wir in 2012 etwas vorsichtiger geplant.

Sie haben für das laufende Geschäftsjahr eine EBIT-Marge im Bereich von 7 bis 8 Prozent angekündigt. Gilt diese Prognose nach wie vor? Was bedeutet dies für das Nettoergebnis?
Da im Umsatz ein relativ hoher Anteil an Material enthalten ist, lässt sich unsere Performance am besten an der Relation des EBIT zum Rohergebnis ablesen und da rechne ich mit einer Marge von bis zu 9 Prozent für das laufende Geschäftsjahr. Im Nettoergebnis, nach Steuern, profitieren wir nach wie vor von unseren hohen Verlustvorträgen.

Wie konjunktursensitiv ist Ihr Geschäft? Befürchten Sie durch die zunehmenden Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand negative Auswirkungen?
Mobilität ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Damit einher geht eine gut ausgebaute Infrastruktur. Insofern wird auch bei schwacher Konjunktur in Mobilität investiert – und das weltweit. Da wir unser Geschäft rechtzeitig auf einen hohen Exportanteil ausgelegt haben, relativieren sich Einsparungen in einzelnen Ländern. Davon profitieren wir auch zukünftig und rechnen mit keinen größeren Einbrüchen.

Seit Mitte März hat die IVU-Aktie rund 20 Prozent an Wert verloren. Welche Gründe sehen Sie für den Kursrückgang?
Die IVU wächst solide und nachhaltig und bietet damit Sicherheit. Das ist für kurzfristige Anleger, die schnell hohe Gewinne machen wollen, sicher weniger interessant. Die Börse hat den Wert unserer Aktie noch nicht erkannt. Sie wird weiterhin stark unterbewertet. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich das bald ändern wird. Der neue Auftrag in Vietnam ist ein wichtiges Signal – auch für den Finanzmarkt.

Warum sollten Anleger gerade jetzt in IVU-Aktien investieren?
Ganz einfach, weil der Preis für unsere Aktie gerade noch günstig ist. Ich denke, das wird sich bald ändern. Erfolgreiche Referenzprojekte wie London und Vietnam werden sich zukünftig auch an der Börse bemerkbar machen.

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.

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