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11.12.2014 15:11
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Kabinett beschließt Frauenquote ab 2016

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   Von Stefan Lange

   BERLIN--Mehr als 100 Unternehmen in Deutschland müssen ab 2016 schrittweise eine 30-Prozent-Frauenquote in ihren Aufsichtsräten umsetzen. Das entsprechende Gesetz wurde am Donnerstag im Bundeskabinett verabschiedet. Die für das Gesetz verantwortliche Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem "Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung". Ob das Gesetz tatsächlich in voller Wirkung dauerhaft umgesetzt, gilt als fraglich.

   Die Quote gilt für Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien, die börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, also in der Regel mehr als 2.000 Mitarbeiter haben. Betroffen sind auch Europäischen Aktiengesellschaften (SE), bei denen sich das Aufsichts- oder Verwaltungsorgan aus derselben Zahl von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Finden sich nicht genügend Frauen, bleibt der Aufsichtsratsposten unbesetzt. Nach Ministeriumsangaben kommen derzeit 108 Unternehmen für die Quote in Frage.

   Die Union wollte ursprünglich keine Frauenquote und stritt lange mit der SPD über die Umsetzung. Die SPD setzte sich zwar durch, musste aber Federn lassen. Vor allem soll die Quote erst ab 2016 sukzessive und auch nur für alle neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten umgesetzt werden. Den Unternehmen bleibt genügend Spielraum bis zur nächsten Bundestagswahl, nach der eine neue Regierung das Gesetz schnell wieder kippen könnte.

   Die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Eva Högl und Carola Reimann sprachen von einer "historischen Errungenschaft". Die Quote werde die ganze Unternehmenskultur verändern, meinten die beiden Bundestagsabgeordneten und erklärten: "Wenn weibliche Vorstände von DAX-Unternehmen und Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende endlich Normalität sind, wird das auch für mehr Gleichstellung in den unteren Hierarchieebenen sorgen.

   FDP-Präsidiumsmitglied Katja Suding hingegen erklärte, die gesetzliche Frauenquote bleibe "die falsche Antwort". Deutschland brauche keine Quotenfrauen, sondern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Die Frauenquote sei allem ein Gängelband für Unternehmen und Mittelstand, die mit Berichtspflichten zusätzlich belastet würden.

   Kontakt zum Autor: stefan.lange@wsj.com

   DJG/stl/hab

   (END) Dow Jones Newswires

   December 11, 2014 08:41 ET (13:41 GMT)

   Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 41 AM EST 12-11-14

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