finanzen.net
13.05.2015 17:09
Bewerten
(1)

Griechische Wirtschaft rutscht erneut in die Rezession

Kein Aufschwung: Griechische Wirtschaft rutscht erneut in die Rezession | Nachricht | finanzen.net
Kein Aufschwung
DRUCKEN
Von der Staatspleite bedroht und im Streit mit den Europartnern gefangen ist Griechenland erneut in die Rezession gerutscht.
Zum Jahresauftakt ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zu den drei Monaten zuvor um 0,2 Prozent zurück, wie die Statistikbehörde Elstat am Mittwoch in Athen mitteilte. Bereits im Schlussquartal des Vorjahres war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent geschrumpft.

Im Euroland ist Athen unter der neuen Links-Rechts-Regierung, die seit Januar im Amt ist, wirtschaftlich noch stärker ins Abseits geraten. Vom allmählich breiteren Aufschwung im Euroraum bekommt Griechenland nichts ab.

Vor einem Jahr hatte die griechische Wirtschaft im ersten Quartal noch mit plus 0,8 Prozent ihr erstes Wachstum seit fast fünf Jahren erreicht. Auch die darauffolgenden beiden Quartale waren noch positiv. Zuvor steckte das Land seit 2008 in der Rezession fest.

"Wie erwartet hat der desaströse Start der griechischen Regierung das Land von einer beginnenden Erholung zurück in die Rezession geführt", unterstrich Ökonom Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg. Dabei hatte die EU für das laufende Jahr noch im Winter 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum erwartet, nach jüngster Schätzung sollen es 2015 nur noch 0,5 Prozent werden.

Vor allem wird die Unsicherheit im Land beklagt, ob Athen in eine Staatspleite rutscht und ein Euro-Austritt folgen könnte. Der neuen Regierung, die gegen den bisherigen Spar- und Reformkurs antrat, gelang es bislang nicht, die Wirtschaft anzukurbeln. Sie ist im Schuldenstreit mit den Geldgebern verstrickt.

Die Verhandlungen mit den Europartnern über noch blockierte Gelder aus dem schon mehrfach verlängerten Rettungspaket kommen nicht von der Stelle. Bis Anfang Juni soll nun eine Lösung gefunden werden. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich am Mittwoch im niederländischen Fernsehen zu den Verhandlungen aber skeptisch: "Wir zerren und wir ziehen." Eile sei geboten. "Die Zeit läuft echt ab." Die Meinungen zwischen Griechenland und anderen Euro-Ländern über die notwendigen Reformen lägen noch weit auseinander.

Athen zapft inzwischen die letzten Geldreserven an, um die Staatsbediensteten bezahlen und seinen Verpflichtungen auch international nachkommen zu können. Nur kurzfristig kann sich das Land noch Gelder am Kapitalmarkt leihen. Am Mittwoch nahm es insgesamt 1,138 Milliarden Euro in Form kurzlaufender Staatspapiere auf. Die Rendite der versteigerten Papiere lag - wie bei einer vergleichbaren Auktion im Vormonat - bei 2,7 Prozent. Am 15. Mai muss Athen 1,4 Milliarden Euro Schulden refinanzieren, was gelingen dürfte, weil nach Finanzkreisen das restliche Geld am Donnerstag aufgenommen werden dürfte.

Spekulationen über die mögliche Einführung einer Parallelwährung zum Euro wies Finanzminister Gianis Varoufakis am Mittwoch zurück. Darauf bereite sich die Regierung nicht vor, sagte er vor Reportern in Athen. "Es gibt keine Lösung mit zwei Währungen. Für die Regierung gibt es nur eine politische Lösung", erklärte Varoufakis.

In den vergangenen Tagen waren vor allem in der internationalen Presse Berichte erschienen, wonach Athen sich angesichts einer drohenden Staatspleite angeblich auf die Einführung einer Parallel-Währung vorbereite./bbi/tt/DP/she

ATHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Chubykin Arkady / Shutterstock.com, Anastasios71 / Shutterstock.com, istockphoto / PromesaArtStudio
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht mit Gewinnen ins Wochenende -- RWE: Vorzeitiges Aus für Hambach würde Milliarden kosten -- Uber könnte Deliveroo schlucken -- Tesla, Adobe, Amazon, Netflix im Fokus

HeidelbergCement verkauft Werk in Ägypten an Emaar Industries. Drei Novartis-Medikamente in Europa zur Zulassung empfohlen. Britisches Pfund nach May-Ansprache unter Druck. Bayer-Aktie: Mehr als nur Glyphosat-Risiken. Micron steigert Gewinn und Umsatz kräftig. DAX-Änderung ab Montag: Commerzbank steigt ab, Wirecard auf.

Umfrage

Die Parteien in Deutschland streiten sich um einen möglichen Militäreinsatz in Syrien. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Amazon906866
Aurora Cannabis IncA12GS7
Wirecard AG747206
Allianz840400
E.ON SEENAG99
BayerBAY001
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Steinhoff International N.V.A14XB9
Volkswagen (VW) AG Vz.766403