13.06.2012 16:06
Bewerten
(175)

DAX: Übergeordneter Abwärtstrend ist intakt

Marktechnik: DAX: Übergeordneter Abwärtstrend ist intakt | Nachricht | finanzen.net
Marktechnik
DRUCKEN
Die Chancen auf eine nachhaltige Erholung des DAX stehen schlecht. Nach Ansicht von Charttechnikern befindet sich der Leitindex in einem übergeordneten Abwärtstrend.
    FRANKFURT - 13. Juni 2012. Für den DAX sieht es nicht gut aus. Das ist die einhellige Meinung technischer Analysten, die den deutschen Leitindex in einem übergeordneten Abwärtstrend sehen. "Seit gut anderthalb Wochen hat sich der DAX zwar wieder etwas von den jüngsten Rückschlägen erholt, die grundsätzliche Richtung scheint aber abwärts zu zeigen", schätzt etwa Wieland Staud von Staud Research die Lage ein. Es bestehe nicht viel Hoffnung, dass die Tiefs der vergangenen Woche nicht noch unterboten würden. "Mit dem Fall unter die Marke von 6.500 Punkten hat sich die technische Lage deutlich verschlechtert."

 

Eine Unterstützung für das deutsche Börsenbarometer sieht der Techniker im Bereich von 5.650 Punkten, aber auch vor einem Rückfall in Richtung 5.000 Zählern ist der DAX aus Sicht von Staud nicht gefeit. "Der gesamte Anstieg seit September vergangenen Jahres ist wahrscheinlich eine Bärenmarkt-Ralley gewesen", fügt Staud hinzu. Es bestehe ein nicht aufwärts gerichteter übergeordneter Trend, der nun wieder die Oberhand gewinne.

 

"Never catch a falling knife"

 

Auch Martin Siegert, Leiter der technischen Marktanalyse bei der LBBW, gibt keine Entwarnung für den deutschen Aktienmarkt und sieht derzeit keine Kaufsignale. Der DAX befinde sich seit Ausbildung des 7.194er Hochs Mitte März in einer intakten Abwärtsbewegung. "Fehlende typische Bodenbildungssignale wie zum Beispiel die Tiefbildung innerhalb einer Divergenz oder aber die Ausbildung eines Umkehrsignals lassen in den kommenden Tagen eine neuerliche Bewährungsprobe des DAX erwarten", erklärt der technische Analyst.

 

Widerstand auf der Oberseite sieht Siegert im Bereich von 6.288 Punkten. Wenn diese Marke überwunden werde, könne auch ein Test der Preiswiderstandszone um 6.392 und maximal 6.426 Punkte erfolgen. Ein Preissprint unterhalb der 6.053er Marke indes lasse erneut aufkommenden Kursdruck und den Test der Zone um 5.920/14 Punkte erwarten. "Investoren wrden sich derzeit wohl zurückhalten, da sich die Börsenweisheit 'Never catch a falling knife' in den kommenden Tagen bewahrheiten könnte", meint Siegert.

 

Abwärtskräfte dominieren

 

Nach Einschätzung der HSBC beißt sich der deutsche Leitindex derzeit an der wichtigen Widerstandszone aus dem Abwärtstrend seit Mai und der 200-Tages-Linie, das heißt bei 6.202 bzw. 6.227 Punkten, die Zähne aus. "Die angeführten Hürden scheinen im aktuellen Umfeld ein zu zäher Gegner zu sein", beobachtet die technische Analystin Jana Meier. Solange ein Erfolg auf der Oberseite ausstehe, dominierten beim DAX die Abwärtskräfte. Dies liege zum einen an dem Umstand, dass sich der Index weiterhin in einem intakten Abwärtstrend befinde.

 

"Zum anderen belastet nach wie vor die Mitte Mai abgeschlossene Schulter-Kopf-Schulter-Formation die charttechnische Ausgangslage, schließlich ist das Kursziel von 5.800 Punkten bis dato noch nicht vollständig ausgeschöpft worden", merkt Meier an. Ein Wiedersehen mit der Parallelen zur Trendlinie bei aktuell 5.856 Punkten bleibe entsprechend eine Option.

 

Chancen auf positiven Schub

 

Laut HSBC gibt es aber auch Argumente, die für ein erfolgreiches Ausloten auf der Oberseite sprechen. Dazu gehörten nicht nur die deutlichen Kaufsignale bei den technischen Indikatoren, sondern auch der extrem hohe Pessimismusgrad der US-Privatanleger - laut AAII (American Association of Individual Investor) lag der Anteil der Bären zuletzt bei über 45 Prozent, einem Niveau das zuletzt im Herbst 2011 erreicht wurde. "Damit stehen die Chancen für einen Schub gen Norden per Saldo nicht schlecht", zeigt sich Meier zuversichtlich.

 

Zulauf im neutralen Lager

 

Bei den 300 von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten aktiven Investoren ist immerhin 11 Prozent der Befragten der Parkettboden zu heiß geworden. Sie haben sich an die Seitenlinie verzogen, 8 Prozent kamen von den Bullen, 3 Prozent von den Bären. Nach zuvor 70,0 Punkten erreicht der Bull/Bear-Index für den DAX in dieser Woche noch 67,2 Punkte.

 

Die Grundstimmung bei den Technologiewerten hat sich mit einem Bull/Bear-Index von 51,5 Punkten wieder über die Marke von 50 verbessert, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 44,3 Punkten. Hier sind 5 Prozent der Pessimisten ins Bullenlager gewechselt.

 

Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

 

© 13. Juni 2012 / Karoline Kopp

 (DEUTSCHE-BOERSE AG)

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

Bildquellen: Julian Mezger
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Trading-Software

Trading Services
Damit wird Chartanalyse so einfach wie nie zuvor.
Zum Trading-Desk

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- US-Börsen gehen rot aus dem Handel -- Deutsche Börse verfehlt eigene Ziele -- Audi-Chef weist Rücktritt-Spekulationen zurück -- QUALCOMM, Covestro, ProSiebenSat.1 im Fokus

Blackrock erhöht US-Aktien und senkt Europas Aktien. Venezuela startet Kryptowährung Petro. Bafin weist nach Boom von Kryptowährungen auf juristische Pflichten hin. BMW-Großaktionärsfamilie Quandt regelt Erbschaft von Johanna Quandt. EU-Konferenz zu Kryptowährungen geplant. EU: Handelskrieg mit den USA?

Top-Rankings

Regionen mit guten Gehältern
In diesen Städten sind Arbeitnehmer am zufriedensten
KW 7: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 7: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Arbeiten und Leben im Ausland: Die besten Länder für Expatriats und Auswanderer
Welches Land schneidet am besten ab?
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das sind die größten Privatbanken weltweit
Welche Bank macht 2017 das Rennen?
Diese deutschen Börsengänge haben sich 2017 für Anleger gelohnt
Welche Aktie verzeichnete die beste Performance?
Hier verdient man am besten
Bei diesen deutschen Unternehmen gibt es das höchste Gehalt
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Steinhoff International N.V.A14XB9
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Amazon906866
Bitcoin Group SEA1TNV9
EVOTEC AG566480
Infineon AG623100
CommerzbankCBK100
Allianz840400
Siemens AG723610
E.ON SEENAG99
BYD Co. Ltd.A0M4W9