finanzen.net
10.05.2016 09:10
Bewerten
(0)

thyssenkrupp senkt nach schwächerem Ergebnis die Prognose - Aktie verliert klar

Pessimistischer Ausblick: thyssenkrupp senkt nach schwächerem Ergebnis die Prognose - Aktie verliert klar | Nachricht | finanzen.net
Pessimistischer Ausblick
DRUCKEN
Die Krise auf dem Stahlmarkt trifft thyssenkrupp härter als erwartet.
Der Stahl- und Technologiekonzern hat im zweiten Geschäftsquartal operativ deutlich weniger verdient und den Ausblick für das laufende Jahr gesenkt.

thyssenkrupp rechnet nun für 2016 nur noch mit einem operativen Ergebnis von mindestens 1,4 Milliarden Euro. Das wäre ein Rückgang von bis zu knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bisher hatte der Konzern ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) von 1,6 Milliarden Euro bis 1,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Auch mit Blick auf den freien Cashflow ist thyssenkrupp pessimistischer. Ohne Berücksichtigung von Einnahmen aus Verkäufen und Ausgaben für Akquisitionen werden nach den Erwartungen des Konzerns Mittel in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrags abfließen. Nur im besten Fall werde der freie Cashflow ausgeglichen sein. Zuvor hatte thyssenkrupp einen leicht positiven Wert angekündigt. Der Jahresüberschuss soll nicht wie bisher erwartet deutlich steigen, sondern auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Preiserholung kommt später als erwartet

"Wir sehen inzwischen zwar eine Erholung bei den Werkstoffpreisen. Diese Erholung kommt aber später als ursprünglich erwartet, von einem niedrigeren Niveau und wird sich zusätzlich erst zeitversetzt in unseren Kennzahlen widerspiegeln", zitierte Thyssenkrupp seinen Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Der Konzern leidet wie andere Stahlunternehmen unter einer schwachen Nachfrage und Billigimporten vor allem aus China.

Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten nicht gut an: Zum Handelsstart verliert die Aktie des Konzerns 2,8 Prozent. Dass Thyssenkrupp den Ausblick gesenkt hat, belaste zwar die Aktie, sagte ein Händler. Die Marktteilnehmer hätten aber die vorherige Prognose ohnehin für nicht mehr realistisch gehalten. Dies dürfte die Aktie nach Einschätzung des Händlers vor einem größeren Kurseinbruch bewahren.

Das um Sondereffekte bereinigte EBIT sank im Zeitraum von Januar bis März um ein Fünftel auf 326 Millionen Euro. Damit fiel der Rückgang nicht ganz so hoch aus wie die von Dow Jones Newswires befragten Analysten erwartet hatten: Sie hatten im Schnitt mit einem Wert von 298 Millionen Euro gerechnet.

Ergebnis in europäischer Stahlsparte bricht ein

Die Probleme von Thyssenkrupp zeigen sich besonders deutlich in der europäischen Stahlsparte. Das operative Ergebnis des Konzernteils sank um mehr als 40 Prozent auf 65 Millionen Euro. In der Vergangenheit hatte ein hartes Sparprogramm vor allem in dieser Sparte für Verbesserungen gesorgt. Im laufenden Jahr will Thyssenkrupp die Kosten konzernweit um 850 Millionen Euro senken, 450 Millionen Euro sind bereits erreicht.

Die Entwicklung in den Industriegütergeschäften fiel hingegen positiv aus. So stieg das operative Ergebnis der Anlagensparte um 40 Prozent auf 153 Millionen Euro. Der Konzern profitierte im ersten Halbjahr von einem Großauftrag für eine Zementanlage in Saudi-Arabien.

Unter dem Strich steigerte der Thyssenkrupp sein Ergebnis im zweiten Quartal zwar um 26 Prozent auf 61 Millionen Euro. Grund dafür war aber vor allem, dass weniger negative Sondereffekte wie Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen anfielen. Das Nettoergebnis sei etwas schlechter als erwartet ausgefallen, schreibt DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp.

Der Umsatz ging vor allem aufgrund der geringeren Preise um 10 Prozent auf 9,85 Milliarden Euro zurück. Der Auftragseingang lag mit 9,03 Milliarden Euro um 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Verhältnis von Schulden und Eigenkapital soll zum Jahresende wieder sinken

Der freie Cashflow bereinigt um Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen und Mittelabflüsse aus Akquisitionen lag im ersten Halbjahr deutlich unter dem Vorjahreswert: Thyssenkrupp verzeichnete Mittelabflüsse in Höhe von 1,21 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren 643 Millionen Euro abgeflossen. Die Nettofinanzschulden des Konzerns stiegen seit Ende Dezember um knapp 10 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Das Gearing, also das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital erhöhte sich in der Zeit von 131 Prozent auf rund 175 Prozent. Bis zum Ende des Geschäftsjahres wird der Konzern aber nach eigenen Erwartungen den mit Banken vereinbarten Grenzwert von 150 Prozent wieder unterschreiten.

Angesichts der Schwierigkeiten in der Stahlbranche wird derzeit intensiv über eine Konsolidierung diskutiert. Thyssenkrupp betrachte einen Zusammenschluss von Aktivitäten als richtigen Schritt, wie Konzernchef Hiesinger kürzlich sagte. Allerdings sei unklar, "ob, wann und mit wem eine Konsolidierung stattfindet".

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: thyssenkrupp AG
Anzeige

Nachrichten zu thyssenkrupp AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu thyssenkrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.12.2018thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.12.2018thyssenkrupp NeutralMacquarie Research
07.12.2018thyssenkrupp verkaufenBarclays Capital
28.11.2018thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
23.11.2018thyssenkrupp HaltenDZ BANK
28.11.2018thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
22.11.2018thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
22.11.2018thyssenkrupp buyCommerzbank AG
21.11.2018thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
21.11.2018thyssenkrupp buyUBS AG
14.12.2018thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.12.2018thyssenkrupp NeutralMacquarie Research
23.11.2018thyssenkrupp HaltenDZ BANK
22.11.2018thyssenkrupp HoldCFRA
22.11.2018thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
07.12.2018thyssenkrupp verkaufenBarclays Capital
21.11.2018thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
07.11.2018thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
28.09.2018thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
10.08.2018thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für thyssenkrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Risiko in volatilen Marktphasen managen

Wie betreuen Sie in unruhigen Marktphasen erfolgreich Ihre Positionen im Portfolio? Das erklären die Investment-Profis Martin Goersch und Sebastian Steyer am Montag ab 18 Uhr.
Jetzt kostenlos anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX deutlich leichter -- Wall Street im Minus -- China setzt Zölle auf Autoimporte aus den USA aus -- Scout24 prüft wohl Börsenrückzug -- Merck & Co, LEONI, Apple, ISRA VISION im Fokus

Italienische Zentralbank stutzt Wachstumsprognose für 2018. Wirtschaftsminister Altmaier erwartet 2019 keinen Konjunktureinbruch. Briten sollen künftig sieben Euro für visafreie Reisen in EU zahlen. Südzucker-Tochter CropEnergies erhöht die Prognose. Ausblick treibt die Anleger von Dr. Hönle in die Flucht. BMW-, VW- und Daimler-Aktien unter Druck infolge schwacher EU-Absatzzahlen. Bundesbank senkt BIP-Prognosen und sieht weiter Hochkonjunktur.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Gut bezahlte Jobs
Bei diesen Top-Konzernen brauchen Bewerber keinen Abschluss
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
Ausgaben auf Rekordniveau
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2018
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
In diesen Ländern ist Netflix am teuersten
Hier müssen Abonnenten tief in die Tasche greifen
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bahn hat den Fernverkehr am Montag wegen eines Warnstreiks bundesweit eingestellt. Haben Sie Verständnis für das Verhalten der Gewerkschaft EVG?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Amazon906866
NVIDIA Corp.918422
Allianz840400
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BMW AG519000
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Aurora Cannabis IncA12GS7
BVB (Borussia Dortmund)549309