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25.09.2011 15:43
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Post-Chef Frank Appel für höheres Porto - Mehr Einsatz von Belegschaft

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    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach 14 Jahren stabiler Preise im Briefgeschäft sieht Post-Chef Frank Appel (Deutsche Post) die Zeit gekommen, das Porto heraufzusetzen. "Als reguliertes Unternehmen wollen wir zumindest die Möglichkeit haben, eine Preiserhöhung zu beantragen. Ob wir davon dann tatsächlich Gebrauch machen, muss man sehen. Schließlich gibt es Wettbewerb", sagte Appel im Rahmen einer Veranstaltung von "Süddeutschen Zeitung" (Samstag/Sonntag) und dem Fernsehsender Phoenix in der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Die Post müsse zudem die Produktivität weiter erhöhen. Dazu müssten auch die Mitarbeiter einen Beitrag leisten - etwa, indem sie eine Stunde pro Woche länger arbeiteten. "Diese Diskussion wird früher oder später sicherlich wieder kommen", sagte Appel.

 

    Die Deutsche Post muss die Preise für Briefe von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Dabei errechnet sich der Spielraum für mögliche Portoerhöhungen bisher im Grundsatz nach der Formel: Inflationsrate minus 1,8 Prozent. Unterstellt wird bei dieser Rechnung, dass die Post in jedem Jahr um jene 1,8 Prozent effizienter arbeitet. "Wir haben die Effizienz in den vergangenen Jahren dramatisch gesteigert. Angesichts sinkender Briefmengen und weiter steigender Kosten ist es aus unserer Sicht legitim, die Chance für Preiserhöhungen zu bekommen", meinte Appel. Die bisher gültige Berechnungsformel für Portoerhöhungen läuft Ende 2011 aus. Nach dem Willen der Post soll sie nicht verlängert werden. Stattdessen drängt der Konzern darauf, dass ihm die Möglichkeit eingeräumt wird, die Preise im Rahmen der Inflationsrate heraufsetzen zu können. "Darüber reden wird derzeit mit der Bundesnetzagentur. Nicht aber über konkrete Preisanhebungen", betonte Appel.

 

    Appel erwartet, dass in Zukunft nicht mehr so viele Briefe befördert werden. "Aber wir werden sicherlich irgendwo eine Stabilisierung erleben. Denn Briefe wird es auch in 500 Jahren noch geben." Der Post-Chef ist überzeugt, dass sein Konzern auch langfristig etwa eine Milliarde Euro im Briefgeschäft verdienen wird. "Weil der Online-Handel zunimmt, haben wir im Paketbereich immer mehr zu tun und gleichen damit das aus, was bei den Briefen wegfällt."

 

    Bis der 2010 gestartete E-Postbrief einen Beitrag zum Gewinn liefert, wird voraussichtlich noch viel Zeit vergehen. Genutzt werde er erst 'eingeschränkt'. Der Grund sei, "dass wir noch nicht genügend Überzeugungsarbeit geleistet haben, welchen zusätzlichen Nutzen das den Kunden bringt", sagte Appel./ep

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