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aktualisiert: 03.09.2015 21:13
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Nach dem Blitz-Crash: Die besten Kaufchancen

Stress beim Crash: Nach dem Blitz-Crash: Die besten Kaufchancen | Nachricht | finanzen.net
Stress beim Crash
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Anleger erleben ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem dramatischen Einbruch vor einer Woche legen die Börsen wieder kräftig zu. Was Sie jetzt wissen müssen.
€uro am Sonntag
von K. Schachinger und F. Westermann, Euro am Sonntag

Panik bestimmte am 24. August das Geschehen an den Börsen. Der DAX rauschte am Montag zeitweise um fast acht Prozent in die Tiefe und fiel bis auf 9.338 Punkte. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt, der DAX notiert wieder über der 10.000-Punkte-Marke. Zum Wochenschluss konnte man sich fast fragen: War da was?

Natürlich war da was: Mit einem Kursrückgang von zeitweise über 20 Prozent seit dem Rekordhoch bei 12.390 Punkten im April erfüllt der Kursrutsch die gängige Definition eines Crashs. Entsprechend groß ist die Unsicherheit der Anleger. Viele fragen sich: Hat der Markt das Schlimmste überstanden oder geht der Crash noch weiter? Die Redaktion von €uro am Sonntag beantwortet diese und andere wichtige Fragen und sagt, wie sich Anleger verhalten sollten.

Wie tief kann es gehen?

Hierüber streiten sich die Experten. Während Bert Flossbach, Deutschlands größter Vermögensverwalter, davon ausgeht, dass das Schlimmste überstanden ist, erwarten andere Auguren nochmals deutliche Rücksetzer in Richtung 9.000 Punkte. Doch auch das wäre langfristig zu verkraften, starke Einbrüche gibt es immer wieder. Den höchsten Tagesverlust erlitt der DAX am 16. Oktober 1989 mit einem Minus von fast 13 Prozent. An der Wall Street grassierte damals das Übernahmefieber. Finanzierungsprobleme bei einem Unternehmensverkauf lösten Panik aus. Doch schon zwei Monate später stand der DAX auf einem neuen Rekordhoch.

Mehr Geduld benötigten Anleger beim "Salami-Crash" zur Jahrtausendwende. Viele Geschäftsmodelle der New-Economy-Unternehmen aus den Bereichen Internet, Telekommunikation und Biotech erwiesen sich als nicht tragfähig. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 beschleunigten den Abschwung. Der DAX verlor in drei Jahren über 70 Prozent - ein extremer Verlust. Im Vergleich zu heute waren viele Aktien damals aber auch sehr teuer. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im DAX lag bei 30 - für 2016 beträgt es knapp zwölf.

Der nächste Crash folgte 2007, als die Finanzkrise eine jahrelange Rally beendete. 15 Monate lang dominierten negative Vorzeichen das Geschehen. Nach der Schuldenkrise 2012 setzte der DAX erneut zum Höhenflug an, der jetzt jäh beendet wurde. "Es wird aber nicht zu einem Zusammenbruch wie zu Zeiten des Neuen Markts kommen, wo die Kurse jahrelang nach unten liefen", ist sich Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, sicher.

Warum geht es runter?

Insbesondere die Sorge um eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und der Börsencrash in China drücken die Stimmung. Das bevölkerungsreichste Land der Welt war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber. Chinas Konjunkturmotor kommt aber langsam ins Stottern.

Im ersten Halbjahr wuchs Chinas Wirtschaft um sieben Prozent. Das wäre zwar der schwächste Zuwachs seit 25 Jahren, doch das ist nicht das Problem. Viele Investoren befürchten, dass die Daten geschönt sind. Die jüngst erfolgte Abwertung der chinesischen Währung Renminbi etwa schürt Spekulationen, die chinesische Regierung wolle so die schwächelnde Wirtschaft ankurbeln. Zugleich wächst die Sorge vor einem Währungskrieg. Durch die Abwertung des Renminbi wird die chinesische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähiger. Reagieren andere Länder mit einer Abwertung ihrer Währung, wird ein Abwertungswettlauf in Gang gesetzt, der fatale Folgen für die Weltwirtschaft haben könnte. Einer der Profiteure dieser Entwicklung wäre das Krisenmetall Gold, dessen Kurs bereits angezogen hat. "Ich denke, dass wir einen Währungskrieg sehen. Der muss gestoppt werden, dann werden sich auch die Aktienmärkte erholen", sagt Frank Schmielewski, Geschäftsführer RC Banken.

Weitere Gründe sind die anstehende Zinswende in den USA, die Furcht vor einer Eintrübung des Konsumklimas in Deutschland und die ungelöste Griechenland-Krise. Die Talfahrt beim Ölpreis führt außerdem zu Verwerfungen im wichtigen US-Energiesektor.

Warum fallen die Märkte so schnell?

Die heftigen Reaktionen - der Dow Jones war am Montag vor einer Woche um mehr als 1.000 Punkte eingebrochen - sind im Prinzip eine Folge des billigen Geldes. Große institutionelle Investoren wie zum Beispiel billionenschwere Pensionsfonds waren auf der Suche nach Rendite via ETFs ungewöhnlich stark in Aktien investiert. Als nun die Unsicherheiten zunahmen, trennten sich diese Investoren konsequent von ihren Aktienanlagen. Besser gesagt: Die Computer sorgten dafür. "Die Systeme haben genau so reagiert, wie sie programmiert wurden", erklärt Flossbach. Als dann nach und nach immer mehr hinterlegte Verkaufsorders automatisch ausgelöst wurden, drehte sich die Verkaufsspirale immer schneller. Folge: Am Montagabend zu Börsenschluss wurde in den USA das höchste Handelsvolumen seit August 2011 verzeichnet.

Beschleunigt wird die Geschwindigkeit des Abschwungs nach Ansicht von Paul Schatz, Chef der US-Investmentbank Heritage Capital, auch durch das sogenannte High Frequency Trading. Dahinter verbergen sich Computerprogramme für den Handel von Wertpapieren, die entwickelt wurden, um in Millisekunden große Gewinne einzufahren. "Bei hoher Volatilität und großem Handelsvolumen funktioniert das besonders gut", so der Experte.

Wie geht es den Unternehmen?

In der jüngsten Berichtssaison haben zwei Drittel der europäischen Unternehmen höhere Gewinne und mehr Umsatz als erwartet eingefahren. Dank der robusten US-Konjunktur und einer absehbaren Erholung im Euroraum können viele Unternehmen Schwächen im China-Geschäft kompensieren.

Für die USA rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2015 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen der niedrigen Energiekosten erlebt die verarbeitende Industrie eine Renaissance. "Dafür werden Maschinen und Ausrüstungen aus deutscher Produktion benötigt", sagt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) Volker Treier. "Die Schwächen im China-Geschäft der deutschen Unternehmen dürften zum Teil durch die bessere Entwicklung in den USA und der Eurozone ausgeglichen werden", sagt Gerit Heinz, Chefanlagestratege der Schweizer UBS Bank für Kunden in Deutschland.

Beispiel Dürr: Der Weltmarktführer für Autolackieranlagen bestätigte erst kürzlich seine Prognose. China ist für Dürr der größte Markt - die Aktionäre sind deshalb besonders nervös. Die Zuversicht des MDAX-Konzerns ist daher ein wichtiges Signal.

Auch der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklima-Index, eines der wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer, ist ein Beleg für die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft. Dass es wegen einer schwächeren Nachfrage aus Schwellenländern, allen voran aus China, zu Prognoseanpassungen kommen könnte, beunruhigt institutionelle Investoren nicht. "Die Gewinne der Unternehmen im Euro Stoxx 600 dürften im laufenden Jahr zwar nicht mehr mit den bisher im Durchschnitt erwarteten neun Prozent wachsen, aber immer noch mit sechs bis sieben Prozent", glaubt Frank Naab, Leiter der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Metzler.

Im DAX, wo Autokonzerne und Zulieferer wie Continental oder Infineon im Vergleich zu anderen Branchen einen deutlich höheren China-Anteil haben, ist der Autosektor nach Einschätzung der Deutschen Bank die "Achillesferse". Europas größter Autobauer Volkswagen etwa fuhr im Juli einen Absatzrückgang um knapp vier Prozent ein. "Die gesamtwirtschaftliche Situation in China, Russland und Brasilien ist nach wie vor angespannt. Teilweise deutlichen Rückenwind verspüren wir hingegen in Nordamerika und vor allem in Europa", erklärte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Sind Aktien teuer?

Nach den deutlichen Kursverlusten sind die Aktien der DAX-Konzerne nach den gängigen Bewertungskriterien wie dem KGV moderat bewertet. Für 2016 liegt das DAX-KGV bei knapp zwölf - das entspricht dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre. "Deutsche Aktien sind im europäischen Vergleich günstig. Wir gehen jedoch davon aus, dass dieser Bewertungsabschlag vorerst nicht ausgeglichen wird, weil deutsche Unternehmen im europäischen Vergleich am stärksten in China engagiert sind", sagt UBS-Stratege Heinz.

Die Zuversicht ist also geschrumpft. Institute wie die DZ Bank und die LBBW haben ihre Jahresziele für den DAX nach unten revidiert. Der Bereich von 11.000 Punkten scheint den Experten ein realistisches Jahresziel. Aus Sicht der Analysten wird ein Aufschlag in der Bewertung deutscher Aktien durch die Exportstärke der Unternehmen gestützt. "Die Wirtschaft in Europa und vor allem in Deutschland befindet sich weiter im Aufschwung, auch wenn dieser Aspekt zuletzt in den Hintergrund gerückt ist", sagt der Aktienstratege der DZ Bank, Michael Kopmann. LBBW-Chefstratege Berndt Fernow teilt diese Ansicht, bleibt jedoch vorsichtig: "Die Schwäche der Schwellenländer ist ansteckend. Der jüngste Kurseinbruch erinnert an die Krise in den Schwellenländern 1998. Bei Investoren nehmen die Befürchtungen zu, dass die krisenhaften Entwicklungen in großen Schwellenländern auch das Wachstum der Weltwirtschaft stark bremsen könnten. Europäische institutionelle Anleger halten den Aktien zwar bislang eisern die Treue. Anders als während der Griechenland-Krise könnten ihre Zweifel bei erneut sinkenden Notierungen jedoch wachsen." Für September erwarten die Strategen der LBBW aus saisonalen Gründen weitere Verluste. Statistisch gesehen ist der September der schwächste Börsenmonat.

Was machen die Notenbanken?

Seit Dezember 2008 hält die US-Notenbank Fed den Leitzins nahe null - ein Grund für die Kursgewinne der vergangenen Jahre. Die Niedrigzinspolitik macht Aktien wegen fehlender Anlagealternativen attraktiv. Außerdem werden Kredite für die Wirtschaft billiger. Das Gros der Analysten rechnet im September mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozent. "Es ist ja nichts Neues, dass die Fed über die erste Zinserhöhung nachdenkt. Aber jeder weiß auch, dass die Zinsen nicht schnell steigen werden. Das Geld wird billig bleiben", sagt Portfoliomanager Bert Flossbach.

Die Marktverwerfungen könnten Fed-Chefin Janet Yellen allerdings dazu bewegen, die Zinserhöhung zu verschieben. Nach den Börsenturbulenzen sagte US-Notenbanker William Dudley: "Ein Zinsschritt scheint für mich weniger zwingend als noch vor ein paar Wochen." Noch Anfang August dämpfte Dennis Lockhart, Chef der regionalen Notenbank von Atlanta, die Hoffnung. Nur bei einer "deutlichen Verschlechterung" der konjunkturellen Lage in den USA werde die Fed auf eine Zinsanhebung verzichten, sagte er.

Fed-Chefin Yellen wird sich vom Börsenkrach aber nicht beeindrucken lassen, glaubt LBBW-Experte Fernow. "Sollte die Fed die geplante moderate Zinserhöhung verschieben, könnten Investoren das negativ, als Zeichen für eine Anfälligkeit der US-Wirtschaft interpretieren. Wir denken deshalb, dass eine planmäßige moderate Erhöhung des US-Leitzinses an den Aktienmärkten jetzt gegen den historischen Trend eine positive Wirkung haben wird, weil sie von Investoren als Zeichen für Stärke und geringere Abhängigkeit der US- Wirtschaft gesehen werden."

"Die Welt muss weiter in Liquidität schwimmen", sagt dagegen Robert Halver. Zudem müsse die chinesische Notenbank in den Markt eingreifen. "Sonst drohen viele Blasen in China zu platzen." Ob sich die Lage in China verschärft oder ob der Regierung in Peking ein Soft Landing - hierbei verlangsamt sich das Wachstum ohne konjunkturelle Einbrüche - gelingt, hängt also entschieden vom Handeln der chinesischen Notenbank ab.

Wie sollten Anleger reagieren?

Depots lassen sich grundsätzlich gegen Verluste absichern. Das ist allerdings immer mit Kosten verbunden. Eine Möglichkeit sind Stoppkurse. Fällt ein Wertpapier unter einen definierten Kurs, wird eine Verkaufsorder ausgelöst. Bei so dramatischen Abstürzen wie am Montag kann die Stop-Loss-Strategie allerdings versagen. Im Zuge der Panik fallen auch Aktien gesunder Unternehmen ins Bodenlose und werden verkauft. Schon wenige Stunden später notieren die Titel oft wieder deutlich höher und können nur teurer zurückgekauft werden. Eine weitere Strategie ist, mit einem Teil seines Portfolios auf fallende Kurse zu setzen. Hier bietet sich etwa ein Short-ETF auf den DAX (ISIN LU 029 210 624 1) an. Der Exchange Traded Fund - auf Deutsch: börsengehandelte Fonds - gewinnt an Wert, wenn der DAX fällt.

In jedem Fall gilt: Anleger sollten einen kühlen Kopf bewahren. Meist hat sich die Lage nach einem Ausverkauf schnell beruhigt. Kurseinbrüche wie am vergangenen Montag bieten sogar oftmals die Gelegenheit, günstig einzukaufen. "Es ist nicht auszuschließen, dass die derzeitige Entwicklung vorerst noch anhält. Fundamental sieht die Lage allerdings nicht ganz so dramatisch aus. Von daher könnte es sich auf Sicht auch um eine günstige Einstiegsgelegenheit in den Aktienmarkt handeln, zumal auch weiterhin echte Alternativen fehlen", sagt Philipp Dobbert, Chefvolkswirt der Quirin Bank. Ähnlich bewertet Bert Flossbach die Lage.

Wo ergeben sich Chancen?

Die Redaktion von €uro am Sonntag hat die wichtigsten deutschen und internationalen Aktien unter die Lupe genommen und neun besonders aussichtsreiche Investments herausgefiltert, die im Zuge des Kursrutsches übertrieben stark gefallen sind.

Mit einer erwarteten Dividendenrendite von rund fünf Prozent zählt die Aktie der Allianz zu den stärksten Dividendentiteln im DAX. Außerdem liegt der Geschäftsschwerpunkt des Versicherungsriesen in Europa. Für den Autobauer Daimler, bei dem der chinesische Staatskonzern BAIC einsteigen will, ist China ein immens wichtiger Markt.

Dennoch ist Daimler weniger stark von China abhängig als BMW oder Volkswagen. Zudem verzeichneten die Stuttgarter in China in den vergangenen Monaten sogar deutliche Absatzzuwächse. Mit einer Dividendenrendite von rund vier Prozent und einem KGV von acht ist die Aktie günstig. Auch die Titel des Telekomkonzerns Freenet reihen sich ein in die Liste der konservativen Investments. Für Freenet sprechen die Dividendenrendite von über fünf Prozent, die moderate Bewertung und die positiven Geschäftsaussichten.

Anleger mit Mut zum Risiko greifen beim Anlagenbauer Dürr zu. Seit Anfang April verlor die Aktie rund ein Drittel - nur wenige Titel kamen noch stärker unter Druck. Eine mögliche Abschwächung des Wachstums in China dürfte inzwischen eingepreist sein. Deutliche Abschläge - viel stärker als beim Konkurrenten Bechtle - gab es beim IT-Dienstleister Cancom. Die Münchner setzen auf den Megatrend Cloud-Computing und bieten Lösungen für Datendienste aus dem Internet an. Das Unternehmen ist hauptsächlich in Deutschland und Österreich tätig.

Die Aktie des Maschinen- und Anlagenbauers Gea, der auf die Nahrungsmittelindustrie fokussiert ist, zählte zuletzt zu den schwächsten Werten im MDAX. Der Konzern ist zwar in China aktiv - die Lebensmittelbranche ist aber weniger stark konjunkturanfällig als etwa die Automobilindustrie. Vor diesem Hintergrund sind die Kursverluste aus Sicht der Redaktion übertrieben.

Bei den Bluechips aus dem US-Technologiesektor waren die Käufer nach dem Kursrutsch sofort zur Stelle. Zu den Favoriten gehören sowohl hoch bewertete Aktien wie die des Elektroautobauers Tesla und die des Onlinehändlers Amazon wie auch moderat bewertete Schwergewichte wie Intel, Microsoft oder Google. Einstiegschancen bieten sich auch bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Investor-Info

Die Größten Verlierer
Keine Gnade

Im April markierte der DAX ein Allzeithoch - danach ging es abwärts. Während der DAX seit dem 1. April 14 Prozent verlor, traf es Einzeltitel noch stärker. Die Tabelle zeigt die Entwicklung der zehn schwächsten Titel aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX seit Anfang April. Die Aktie des Energieversorgers RWE verlor 41 Prozent. Die Sorge um Chinas Wirtschaft hat damit allerdings nichts zu tun. Vielmehr sind die Probleme hausgemacht. Klassische China-Verlierer sind etwa der Autozulieferer Grammer, der Lackieranlagenbauer Dürr und die Autobauer Volkswagen und BMW.

Unternehmen Kursverlust seit 1. April
RWE -41 %
Biotest -40 %
Gerry Weber -38 %
Grammer -38 %
Wacker Neuson -37 %
Tom Tailor -34 %
Bilfinger -33 %
Dürr -31 %
Volkswagen -31 %
BMW -29 %
Stand: 27. August 2015, 18 Uhr

Die höchsten Renditen
Blindflug vermeiden

Nach dem Kursrutsch sind die Dividendenrenditen vieler Aktien gestiegen. Die Tabelle zeigt die zehn Unternehmen aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX mit der höchsten erwarteten Dividendenrendite. Der Wert bezieht sich auf die erwartete Dividende, die im kommenden Jahr ausgeschüttet wird. Auch wenn die Zahlen verlockend aussehen: Eine hohe Dividendenrendite allein ist kein Kaufgrund. RWE bringt es etwa aktuell auf 5,9 Prozent Dividendenrendite. Eine hohe Dividende ist aber ein schwacher Trost, wenn etwa die Aktie fällt oder die Dividende ausfällt. Eine genaue Auswahl ist also unerlässlich.

Unternehmen Dividendenrendite
RTL 6,6 %
Zeal Network 6,0 %
RWE 5,9 %
Freenet 5,6 %
TAG Immobilien 5,5 %
Allianz 5,2 %
QSC 5,1 %
Eon 5,0 %
Talanx 5,0 %
Munich Re 4,9 %
Quelle: Bloomberg Stand: Donnerstag, 18 Uhr

Defensiv
Nachhaltige Dividenden

Allianz, Daimler und Freenet glänzen mit Dividendenrenditen zwischen knapp vier und 5,5 Prozent. Allianz-Chef Michael Bäte bestätigte, dass er im laufenden Jahr einen operativen Gewinn von 10,8 Milliarden Euro einfahren will. Das liegt am oberen Ende der Prognose. Daimler-Papiere sind im Vergleich zum erwarteten Gewinnwachstum günstig bewertet. Telekomdienstleister Freenet liefert die höchste Dividendenrendite.

Unternehmen ISIN Gewinnw.(2016) KGV (2016)
Allianz DE 000 840 400 5 -1,6 % 9,8
Daimler DE 000 710 000 0 9,6 % 8,2
Freenet DE 000 A0Z 2ZZ 5 4,4 % 14,1
Quelle: Bloomberg

Offensiv Jetzt günstiger zu haben

Die Aktie des IT-Dienstleisters Cancom hat besonders stark verloren. Sie notiert aktuell 30 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. Das spricht für schnelle Kursgewinne. Die geografisch breit aufgestellten Anlagenbauer Dürr und Gea sollten Schwächen in China ausgleichen können. Die Aktien der beiden Firmen büßten seit dem Allzeithoch des DAX im April jeweils fast ein Drittel ihres Werts ein.

Unternehmen ISIN Gewinnw.(2016) KGV(2016)
Cancom DE 000 515 870 3 25,9 % 14,6
Dürr DE 000 556 520 4 19,3 % 12,2
Gea Group DE 000 660 200 6 7,4 % 15,7
Quelle: Bloomberg

Internationale Bluechips Starke Marken

Auch die Aktien vieler internationaler Großkonzerne kamen in den vergangenen Wochen unter die Räder. Dazu gehört unter anderem der Pharmariese Roche, der jüngst mit guten Quartalszahlen überzeugte. Gute Perspektiven und hohes Gewinnwachstum haben auch die Papiere von Google und Goldman Sachs. Die reduzierten Kursniveaus bieten nun attraktive Einstiegschancen.

Unternehmen ISIN Gewinnw.(2016) KGV(2016)
Goldm. Sachs US 381 41G 104 0 9,3 % 9,3
Google US 382 59P 508 9 16,5 % 19,6
Roche Gen. CH 001 203 204 8 8,9 % 17,4
Quelle: Bloomberg

Defensive Fonds mit Aktien
Teilweise abgesichert

Aktien gern, aber mit Absicherung - wer diesem Motto folgt, greift zu folgenden Fonds: Der FvS Multiple Opportunities von Bert Flossbach ist ein flexibler Mischfonds. Globale Aktien machen zurzeit 70 Prozent aus, daneben sorgen Anleihen und Cash für Stabilität. Als ultimativer Sicherheitsanker dienen acht Prozent Gold. Wer einen reinen Aktienfonds will, nutzt den BL-Equities Dividend, der global auf dividendenstarke Aktien setzt, die Guy Wagner defensiv auswählt. Außerdem kann er die Investitionsquote steuern: 13 Prozent des Vermögens sind abgesichert, bis 30 Prozent sind möglich. Schwerpunkt des Absolute-Return-Fonds Acatis ELM Konzept sind deutsche Aktien. Discountzertifikate sorgen für einen Puffer, Anleihen und Absicherungselemente bieten zudem Schutz. Die Cashquote ist zurzeit mit 37 Prozent sehr hoch.

Fonds ISIN Gebühr p. a.
FvS Multiple Opport. LU 032 357 865 7 1,69 %
BL-Equities Dividend LU 030 919 149 1 1,24 %
Acatis ELM Konzept LU 028 077 866 2 2,24 %
Quelle: Anbieter

Offensive Fonds mit Aktien
Voll investiert

Für Anleger, die sich voll am Aktienmarkt engagieren wollen, sind diese Fonds interessant: Mit dem MainFirst Germany investiert Fondsmanager Olgerd Eichler ausschließlich in deutsche Aktien. Sein Fokus liegt auf Nebenwerten, die er teils hoch gewichtet und so klar Stellung bezieht. Defensive Branchen spielen aktuell nur eine untergeordnete Rolle. Wer lieber in ganz Europa anlegen will, steigt in den Jupiter European Growth ein. Der Fonds ist ähnlich konzentriert wie das Produkt von MainFirst. Unternehmen, die Manager Alexander Darwall kauft, müssen ein langfristiges Wachstumspotenzial und ein bewährtes Geschäftsmodell haben. Auf die Stärke der US-Wirtschaft setzen Anleger mit dem Legg Mason Opportunity. Der Fonds investiert sowohl in große als auch in kleine US-Unternehmen. Auch er geht klare Wetten ein.

Fonds ISIN Gebühr p. a.
MainFirst Germany LU 039 022 125 6 1,86 %
Jupiter Eur. Growth LU 026 008 549 2 1,73 %
Legg Mason Opport. IE 00B 3FH N41 3 1,84 %
Quelle: Anbieter
Bildquellen: Sergey Nivens / Shutterstock.com, Kiselev Andrey Valerevich / Shutterstock.com

Nachrichten zu Daimler AG

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22.05.2019Daimler market-performBernstein Research
22.05.2019Daimler NeutralUBS AG
20.05.2019Daimler buyOddo BHF
14.05.2019Daimler buyMerrill Lynch & Co., Inc.
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30.04.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
26.04.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
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30.04.2019Daimler VerkaufenDZ BANK
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15.01.2019Daimler UnderweightBarclays Capital
07.12.2018Daimler VerkaufenDZ BANK

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