09.01.2013 10:44
Bewerten
(0)

UPDATE: SPD droht mit Nein zu Zypern-Rettungspaket

DRUCKEN

   --SPD-Chef lehnt Rettung nach jetzigem Stand ab

   --Merkels Mehrheit in Euro-Rettungspolitik erstmals gefährdet

   --Eurozone steht vor großem Dilemma

   (NEU: Hintergrund, Zusammenfassung)

   Von Susann Kreutzmann und Andreas Plecko

   BERLIN--Die SPD droht mit einem Nein im Bundestag zu einem geplanten Milliarden-Rettungspaket für Zypern. "Nach jetzigem Stand kann ich mir nicht vorstellen, dass deutsche Steuerzahler zyprische Banken retten, deren Geschäftsmodell auf der Beihilfe zum Steuerbetrug basiert", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel der Süddeutschen Zeitung. "Wenn Frau Merkel für ein Zypern-Paket die Zustimmung der SPD haben will, müsste sie sehr gute Gründe haben. Die sehe ich aber gegenwärtig nicht", fügte Gabriel hinzu.

   Da auch die Grünen mit einem Nein drohen und es bei Koalitionsabgeordneten auch Vorbehalte gegen ein Hilfspaket für Zypern gibt, ist Merkels Mehrheit in der Euro-Rettungspolitik damit erstmals ernsthaft gefährdet.

   In Regierungskreisen hieß es, die Kanzlerin werde dem Bundestag nur dann ein Paket vorlegen, wenn Nikosia "radikale Reformen" einleite, schreibt das Blatt. Zypern benötigt nach eigenen Angaben Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Davon sollen 12 Milliarden Euro dem Bankensektor zufließen. Merkel will am Freitag nach Nikosia reisen und an einer Konferenz der konservativen Parteien teilnehmen. Nach jetzigem Planungsstand sind aber keine Begegnungen mit Regierungsvertretern vorgesehen.

   Zypern verhandelt seit Sommer vergangenen Jahres mit der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds über ein Rettungsprogramm, aber bislang ist kein endgültiges Abkommen zustande gekommen. Besonders umstritten ist die Rekapitalisierung der Banken, weil die Institute viele Gelder von russischen Oligarchen verwalten.

   Die Eurozone steht vor einem großen Dilemma: Rettet sie Zypern und seine Banken, könnten russische Oligarchen profitieren. Tut sie es aber nicht, steht der Zusammenhalt des Euroraums auf dem Spiel.

   Zypern kann nicht mit schneller Hilfe der Europäer rechnen. Die Euro-Finanzminister wollen erst Anfang März ein Rettungspaket bewilligen, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Informationen aus Verhandlungskreisen. Bisher war die Entscheidung für das Treffen der Eurogruppe am 21. Januar erwartet worden. Man wolle die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Zypern abwarten, sagten EU-Diplomaten. Die beiden Wahlgänge sind für den 17. und den 24. Februar angesetzt.

   In der Eurozone hofft man auf einen Machtwechsel. Die Gespräche mit dem amtierenden Präsidenten Dimitris Christofias gestalten sich schwierig. So lehnt er den Verkauf von Staatsbetrieben kategorisch ab. Ohne Privatisierungseinnahmen sei das Land aber nicht zu sanieren, hieß es in Brüssel. Auch in Berlin sei man über die geringe Reformbereitschaft von Christofias verärgert, schrieb das Blatt.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   January 09, 2013 04:14 ET (09:14 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 14 AM EST 01-09-13

Jetzt noch anmelden!

Der Krypto-Hype hielt 2017 Anleger in aller Welt in Atem. Dass Gold zeitgleich ebenfalls kräftig zulegte, bemerkten nur wenige Anleger. Wie Kryptos und Gold zusammenhängen und welche Anlagechancen sich 2018 ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar.
Jetzt anmelden zum Online-Seminar
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX gibt nach -- Asiens Börsen grün -- Milliarden-Hedgefonds: Kryptowährungen "der brillianteste Betrug der Welt" -- Deutsche Börse, Sartorius im Fokus

Telefónica Deutschland will Umsatzschwund beenden. 40 Jahre später: Steve Wozniak bekommt immer noch Gehalt von Apple. Triebwerksbauer MTU legt 2017 kräftig zu - Dividende steigt. Blackrock hebt den Daumen für US-Aktien und stuft Europas Aktien ab. Venezuela nimmt Millionen mit erster staatlicher Kryptowährung ein.

Top-Rankings

Regionen mit guten Gehältern
In diesen Städten sind Arbeitnehmer am zufriedensten
KW 7: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 7: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Arbeiten und Leben im Ausland: Die besten Länder für Expatriats und Auswanderer
Welches Land schneidet am besten ab?
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das sind die größten Privatbanken weltweit
Welche Bank macht 2017 das Rennen?
Diese deutschen Börsengänge haben sich 2017 für Anleger gelohnt
Welche Aktie verzeichnete die beste Performance?
Hier verdient man am besten
Bei diesen deutschen Unternehmen gibt es das höchste Gehalt
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Steinhoff International N.V.A14XB9
Amazon906866
Bitcoin Group SEA1TNV9
Infineon AG623100
EVOTEC AG566480
Allianz840400
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
Siemens AG723610
BYD Co. Ltd.A0M4W9