07.04.2013 09:39
Bewerten
(0)

Unregelmäßigkeiten bei Notenbanken Spaniens und Italiens - Presse

DRUCKEN

   Im Euro-System der Zentralbanken ist es erneut zu Unregelmäßigkeiten bei der Bewertung von Kreditsicherheiten gekommen. Die Notenbanken in Spanien und Italien haben die Regeln der Europäischen Zentralbank (EZB) zu großzügig ausgelegt, heißt es in der "Welt am Sonntag". Banken, die die zu gut bewerteten Papiere bei der Zentralbank einreichen, bekommen dadurch Finanzierungsvorteile von bis zu 12,4 Milliarden Euro. Die EZB sichert im Gegenzug ihre Risiken schlechter ab, als es ihr eigenes Regelwerk vorsieht.

   Banken müssen grundsätzlich Wertpapiere oder andere Vermögenswerte verpfänden, um Zentralbankkredite zu erhalten. Dabei werden Risikoabschläge fällig, die umso höher ausfallen, je geringer die Bonität des verpfändeten Wertpapiers ist. Bereits in der Vergangenheit musste die EZB einräumen, dass nationale Notenbanken Kreditsicherheiten zu großzügig bewertet hatten.

   Im aktuellen Fall geht es um eine offenbar systematisch falsche Anwendung der Regeln bei staatlich garantierten Bankanleihen. Für ihre Bewertungen haben die Notenbanken das Rating der jeweiligen Regierung herangezogen, das besser ausfällt als das der Banken und deshalb zu geringeren Risikoabschlägen führt.

   Die EZB verteidigt das Vorgehen der spanischen und italienischen Notenbank. Weil es kein "Wertpapier-Rating" gebe, würden "die Bewertungsabschläge von den entsprechenden Emittenten- oder Garanten-Ratings bestimmt, und zwar unter der Maßgabe, dass das beste Rating entscheidend ist", erklärte die EZB auf Anfrage der "Welt am Sonntag".

   Diese Maxime widerspricht jedoch dem schriftlichen EZB-Regelwerk, wonach ein Garanten-Rating nur dann maßgeblich ist, wenn keine Ratingnote des Emittenten vorliegt. Im Falle der Bankanleihen müsste also eine Bonitätsbewertung für die jeweilige Bank fehlen. Für alle fraglichen Banken in Spanien und Italien gebe es jedoch sehr wohl Ratings. Deshalb müssten diese Bonitätsnoten zählen, was zu höheren Risikoabschlägen geführt hätte. Trotz mehrerer Nachfragen der "Welt am Sonntag" konnte die EZB keine Erklärung dafür liefern, warum die vorhandenen Banken-Ratings ignoriert wurden.

   In Kreisen der Zentralbank wird allerdings beteuert, dass durch die großzügigere Bewertung in der Praxis keine zusätzlichen Kredite ausgegeben worden seien. Banken, die die fraglichen Anleihen bei der Zentralbank verpfändeten, hätten stets über ausreichend andere Sicherheiten verfügt. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, da es aktuell keine Liquiditätsengpässe gibt, was sich schnell wieder ändern kann.

   Zudem verschaffe eine großzügigere Bewertung den Banken Wettbewerbsvorteile. Denn Sicherheiten sind für die Institute quasi flüssiges Geld, weil sie jederzeit bei der EZB eingereicht werden könnten. Und sowohl Ratingagenturen als auch Investoren schauen sehr genau darauf, wie groß das Liquiditätspolster der Geschäftsbanken ist.

   Die Notenbank von Spanien wollte den Bericht auf Anfrage von Dow Jones nicht kommentieren. Die Banca d'Italia wie die Europäische Zentralbank waren kurzfristig nicht zu erreichen.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/thl

   (END) Dow Jones Newswires

   April 07, 2013 03:08 ET (07:08 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 08 AM EDT 04-07-13

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Bechtle - Der Favorit im IT-Segment!

Ein breit aufgestelltes, gut diversifiziertes Produkt- und Serviceangebot, eine solide Finanzbasis und ein gutes Gespür für chancenreiche Trends und wachstumsstarke Marktsegmente - diese Mischung ist das Erfolgsgeheimnis von Bechtle. Lesen Sie im aktuellen Anlegermagazin die ganze Story über Bechtle.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX fester -- Dow Jones vorbörslich stabil -- Analyst: Bitcoin nimmt 2018 Kurs auf 100.000 US-Dollar -- Apple muss wegen US-Steuerreform 38 Milliarden Dollar zahlen -- Deutsche Börse, E.ON im Fokus

Apple, Oracle und Microsoft dürften 2018 weniger Anleihen begeben. Medigene-Aktien holen sich Gewinne zurück - Übernahmefantasie bleibt. Aufträge aus Dubai treiben Airbus-Aktie auf Rekordhoch. Infineon-Aktie erhält von Kaufempfehlungen weiteren Schub.

Top-Rankings

KW 2: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 2: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Die besten Airlines der Welt 2017
Welche Fluggesellschaft macht das Rennen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das sind die größten Privatbanken weltweit
Welche Bank macht 2017 das Rennen?
Die Länder mit den größten Goldreserven 2017
Wo lagert das meiste Gold?
Die mächtigsten Frauen der Welt 2017
Welche Frau belegt den ersten Platz?
Das Wachstum der Schulden in verschiedenen Regionen
Welche Region konnte ihren Schuldenberg am meisten verkleinern?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wünschen Sie sich, dass sich Union und SPD erneut auf eine große Koalition (GroKo) einigen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
EVOTEC AG566480
Infineon AG623100
Deutsche Telekom AG555750
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Nordex AGA0D655
Allianz840400
E.ON SEENAG99
BYD Co. Ltd.A0M4W9
General Electric Co.851144