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19.07.2016 10:10
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Effektivzins für geförderte Wohnbaudarlehen erstmals negativ

Vermögensverwalter-Kolumne: Effektivzins für geförderte Wohnbaudarlehen erstmals negativ | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Nachdem die Zinsen deutscher Staatsanleihen immer weiter in den tiefroten Bereich abrutschen und die Frustration von Anlegern ansteigt, freuen sich Kreditnehmer bei der KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) neuerdings über negative Effektivzinsen.
Wer sein Haus energieeffizient sanieren möchte, zahlt bei der KFW für eine zehnjährige Zinsfestschreibung zwar einen jährlichen Sollzins von 0,75 Prozent, durch den Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent weist die Effektivberechnung der KFW jedoch einen negativen Effektivzins aus.

Auf den ersten Blick scheint die Botschaft für Immobilienbesitzer klar zu sein: "Saniere deine Immobilie und sichere dir den doppelten Vorteil aus Energie- und Zinsersparnis". Diese Zinsersparnis hat ihre Schattenseiten. So sind die Kosten für Handwerksleistungen und für Baumaterialien aufgrund des Immobilienbooms der letzten Jahre weiter in die Höhe geschnellt. Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, sollte daher nicht nur auf den Zins und die Energieersparnis schauen, sondern die individuelle Situation betrachten.

In Zeiten niedriger Rohstoffpreise beispielsweise können sich energetische Maßnahmen erst nach einigen Jahrzehnten rechnen. Sollte bereits in wenigen Jahren eine Veräußerung der betreffenden Immobilie vorgesehen sein, stellt sich womöglich im Rahmen der späteren Verkaufsverhandlungen die Unwirtschaftlichkeit heraus.

Ähnlich dem Autokäufer, wird auch ein Immobilienkäufer im Vorfeld getroffene Maßnahmen bzw. Reparaturen nicht zu hundert Prozent bezahlen. Dies hat unter anderem mit häufig auftretenden, individuellen Wünschen von Kaufinteressenten zu tun. So stehen vielfach An- oder Umbaumaßnahmen an, durch welche die kürzlich sanierte Substanz ganz oder teilweise beschädigt werden könnte. Warum also, sollte man als Käufer dafür doppelt bezahlen?

Eigentümer von Mietimmobilien sollten zudem Mietausfälle bzw. Mietminderungen für die Dauer der Sanierung einkalkulieren. Auch Mieterwechsel sind bei einer aufwendig- bzw. langwierig zu sanierenden Immobilie keine Seltenheit.

Fazit: Nicht der Zins allein bestimmt die Wirtschaftlichkeit einer Investition. Fallenden Zinsen haben zu steigendem Nachfrageverhalten bei den Verbrauchern geführt - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise von Dienstleistungen und Materialien. Daher sollte die individuelle Situation im Fokus stehen.

Von Sascha Anspichler, Geschäftsführender Geschäftsführer der FP Asset Management GmbH in Freiburg

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Ufulum / Shutterstock.com
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