04.06.2015 14:38
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Wirtschaftsrat der CDU sieht meiste Ökonomie-Kompetenz bei FDP

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   Von Andreas Kißler

   BERLIN (Dow Jones)--Die Mitglieder des Wirtschaftsrats der CDU haben der Regierungsarbeit der SPD in der Großen Koalition ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt und sehen dadurch auch die wirtschaftspolitische Kompetenz der Union beschädigt. Wirtschaftsrats-Chef Kurt Lauk zieht daraus die logische Konsequenz: Nach der nächsten Wahl soll es eine Koalition mit der FDP für die Union richten. Denn die Freidemokraten sind heimlicher Sieger einer Umfrage der Organisation, die ihnen die größte wirtschaftspolitische Kompetenz bescheinigt.

   Die Mitglieder des Wirtschaftsrates - vornehmlich Unternehmen, Führungskräfte aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft und Selbständige - seien "sehr unzufrieden mit der Großen Koalition", sagte Lauk bei einer Pressekonferenz. 72 Prozent der Befragten seien mit den Ergebnissen der Regierung weniger oder gar nicht zufrieden. Besonders unzufrieden seien sie mit der Energie-, Renten- und Infrastrukturpolitik. "Die SPD-Themen belasten das Image der gesamten Koalition," folgerte Lauk.

   Dieses deutliche Votum zeige der Union, "dass sie sich auf ihre Stärken und Grundwerte besinnen muss, wenn sie wieder an Zustimmung in der Wirtschaft gewinnen will".

   Die FDP genießt laut der Umfrage, die von Ende April bis Ende Mai zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut dimap durchgeführt wurde, mit einem Kompetenzwert von 66 Prozent derzeit das größte wirtschaftspolitische Vertrauen der befragten Unternehmer und Führungskräfte - ein deutliches Plus von elf Prozentpunkten gegenüber der Umfrage des Vorjahres.

   Die Union aus CDU und CSU kam auf 59 Prozent, und die SPD lag mit einem Wert von neun Prozent in dem Urteil der Befragten noch hinter der AfD, die 16 Prozent erreichte. "Besonders der SPD, die ja immerhin mit Herrn Gabriel den Bundeswirtschaftsminister stellt, sprechen 90 Prozent unserer Mitglieder wenig oder gar keine wirtschaftspolitische Kompetenz zu", sagte Lauk.

   Der Wirtschaftsrat sei vor diesem Hintergrund bei der nächsten Wahl "eindeutig für eine Wiederaufnahme einer diesmal erfolgreichen schwarz-gelben Koalition". Lauk konstatierte, die FDP werde nicht nur im Bundestag als "marktwirtschaftliches Korrektiv" vermisst - sondern ihre wirtschaftspolitische Kompetenz habe unter Christian Lindner auch zugenommen.

   Auf Basis der Umfrage, an der mehr als 2.100 der rund 11.000 Mitglieder teilnahmen, forderte Lauk zudem unter anderem eine schrittweise Abschaffung des Solidaritätszuschlages, er warnte vor einer Steuererhöhung "durch die Hintertür" bei der von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geplanten Erbschaftssteuerreform und kritisierte die Energiepolitik von SPD-Chef Gabriel und den Mindestlohn.

   91 Prozent sähen die derzeitige Energie- und Rohstoffversorgung kritisch und forderten eine nachhaltige Absicherung, 91 Prozent forderten auch eine gemeinsame Europäische Energie- und Klimapolitik, um die Energiepreise einzudämmen, und 89 Prozent verlangten eine stärkere Mobilität und Flexibilität auf den Arbeitsmärkten, zitierte er aus der Erhebung.

   Der Wirtschaftsrat ist ein CDU-naher, bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband, der für eine Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik "im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards" eintritt.

   Am kommenden Dienstag werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Schäuble, EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) und der mögliche US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush bei dem Wirtschaftstag der Organisation sprechen. Erwartet werden auch zahlreiche hochkarätige Unternehmenslenker wie Eric Schmidt (Google), Joe Kaeser (Siemens), Thomas Enders (Airbus) und Rupert Stadler (Audi).

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

   DJG/ank/sha

   (END) Dow Jones Newswires

   June 04, 2015 08:07 ET (12:07 GMT)

   Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 07 AM EDT 06-04-15

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