04.08.2021 12:22

AKTIE IM FOKUS 2: Quartalszahlen verschärfen Abwärtstrend der Commerzbank-Aktien

Folgen
Werbung

(mehr Details und Analysten)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Enttäuschende Geschäftszahlen haben die Commerzbank-Aktien (Commerzbank) nach einem bereits schwachen Start ins zweite Halbjahr noch tiefer ins Minus gedrückt. Die Papiere des Finanzinstituts büßten bis Mittwochmittag rund vier Prozent auf 5,227 Euro ein und waren damit das klare Schlusslicht im MDAX. Der Index der mittelgroßen Werte stieg um 0,8 Prozent.

Nach einer halben Milliarde Euro Verlust im zweiten Quartal sind für die Commerzbank schwarze Zahlen im Gesamtjahr wieder unsicher geworden. "Das schwabbelt ziemlich um die Nulllinie herum, das kann positiv sein, das kann aber auch negativ sein", sagte Finanzchefin Bettina Orlopp in einer Telefonkonferenz. Zum Auftakt des Jahres hatte das Finanzinstitut noch mit der Rückkehr in die Gewinnzone überrascht, doch hohe Kosten für den Konzernumbau sowie weitere Rückschläge im zweiten Vierteljahr pulverisierten die Anfangserfolge.

Ein Händler bewertete die Kennziffern des Instituts schlechter als jene der Deutschen Bank (Deutsche Bank). Diese hatte auch im zweiten Quartal gute Geschäfte gemacht und das beste Zwischenergebnis seit 2015 eingefahren.

Analysten zeigten sich ernüchtert. Sie hatten mit etwas erfreulicheren Resultaten gerechnet, nachdem die Commerzbank bereits größere Belastungen im Verlauf des Quartals grob beziffert hatte. So habe der operative Gewinn die Markterwartung verfehlt, schrieb der Experte Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan. Auch die Höhe der gesamten Erträge habe enttäuscht.

Die Resultate seien wieder einmal vom Umbau der Bank geprägt und hätten insofern insgesamt die Erwartungen verfehlt, schrieb Analystin Martina Matouskovaam von der Investmentbank Jefferies. Teuer zu stehen kommt die Commerzbank unter anderem der seit Jahresbeginn laufende Konzernumbau inklusive Stellenabbau und Filialschließungen.

Dazu kamen Belastungen im Zusammenhang mit der abgeblasenen Auslagerung der Wertpapierabwicklung. Zudem schmälerten Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Thema Bankgebühren das Quartalsergebnis. Der BGH hatte entschieden, dass Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Viele Bankkunden können nun einen Teil zu viel gezahlter Gebühren zurückfordern.

Mit dem Kursrutsch an diesem Mittwoch wurden die seit dem Jahreswechsel bisher erreichten Kursgewinne von in der Spitze gut 30 Prozent wieder ausradiert. Anfang Juni hatte der Kurs mit 6,872 Euro noch den bislang höchsten Stand des Jahres erreicht. Neben einem etwas verbesserten Umfeld für Banken wie der Aussicht auf zumindest mittelfristig wieder steigende Zinsen hatten auch die überraschend starken Geschäftszahlen für das erste Quartal für Auftrieb gesorgt. Seit dem Zwischenhoch war es für die Aktien aber bereits deutlich abwärts gegangen.

In das Bild passt, dass die Aktien der Commerzbank den Papieren der europäischen Wettbewerber seit Beginn des zweiten Halbjahres deutlich hinterherhinken. So steht bei den Anteilsscheinen des deutschen Finanzinstituts in diesem Zeitraum ein Minus von aktuell rund 13 Prozent zu Buche, was den letzten Platz auf dem Branchentableau bedeutet. Der Bankenindex hingegen steht moderat im Plus.

Durch den Kursrutsch seit Anfang Juni hat sich auch das Chartbild immer weiter eingetrübt. Bereits seit Wochen bewegen sich die Aktien unter der 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend angibt. An diesem Mittwoch wurde nun auch die 200-Tage-Linie deutlich nach unten durchbrochen. Sie gilt als Indikator für die langfristige Entwicklung.

Auf dem aktuellen Kursniveau werden die Aktien der im Zuge der Finanzkrise teilverstaatlichten Commerzbank zwar fast doppelt so hoch gehandelt wie beim Rekordtief von 2,804 Euro im Corona-Crash vom vergangenen Jahr. Das rechnerische - um viele Kapitalerhöhungen und Aktienzusammenlegungen bereinigte - Rekordhoch der Anteilsscheine aus dem Jahr 2000 aber liegt mit knapp 285 Euro aus heutiger Sicht in praktisch unerreichbarer Ferne./la/stw/mis

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    3
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.09.2021Commerzbank UnderweightBarclays Capital
01.09.2021Commerzbank NeutralUBS AG
13.08.2021Commerzbank HoldJefferies & Company Inc.
11.08.2021Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
06.08.2021Commerzbank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.08.2021Commerzbank BuyKepler Cheuvreux
29.01.2021Commerzbank buyKepler Cheuvreux
25.11.2020Commerzbank buyKepler Cheuvreux
19.10.2020Commerzbank buyKepler Cheuvreux
24.07.2020Commerzbank overweightMorgan Stanley
01.09.2021Commerzbank NeutralUBS AG
13.08.2021Commerzbank HoldJefferies & Company Inc.
11.08.2021Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
06.08.2021Commerzbank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.08.2021Commerzbank Sector PerformRBC Capital Markets
10.09.2021Commerzbank UnderweightBarclays Capital
05.08.2021Commerzbank UnderweightBarclays Capital
04.08.2021Commerzbank VerkaufenDZ BANK
04.08.2021Commerzbank UnderweightBarclays Capital
26.07.2021Commerzbank SellUBS AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX beendet Handel fester -- Wall Street schließt uneins -- PUMA-Chef zuversichtlich -- Vonovia hält nun die Mehrheit an Deutsche Wohnen -- LPKF kappt Quartalsprognose -- zooplus, Allianz im Fokus

Ölpreise legen deutlich zu - Brent auf Dreijahreshoch. Instagram legt Kinder-Version auf Eis. BASF rechnet mit hohen Umsätzen bei Batteriematerialien. Jungheinrich-Aktie: Wandel zu datengetriebenem Unternehmen - auch Zukäufe geplant. Apple- und Tesla-Aktien: Zulieferer in China stellen Produktion ein wegen Stromknappheit. Klöckner & Co erhöht Prognose.

Umfrage

Welches Regierungsbündnis würden Sie bevorzugen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln