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11.04.2019 14:58
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Aktien Frankfurt: Dax pirscht sich wieder an 12 000 Punkte heran

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch ohne den Glauben an eine schnelle Brexit-Lösung sind die Anleger am Donnerstag wieder mutiger geworden. Nach einem durchwachsenen Start schaffte es der Dax (DAX 30) bis zum Nachmittag ins Plus und stieg um zuletzt 0,29 Prozent auf 11 940,47 Punkte. Rückenwind kam dabei von der Wall Street, an der sich ein positiver Handelsauftakt abzeichnete.

Mit seinem Anstieg nahm der Dax wieder Kurs auf die Marke von 12 000 Punkten, die er im Zuge einer Erholungsrally bereits vor einigen Tage erstmals seit Monaten wider übertroffen hatte. Anschließend hatte die Anleger erst einmal Luft geholt.

Der MDAX gewann am Donnerstag zuletzt 0,36 Prozent auf 25 257,30 Punkte, während es der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EURO STOXX 50) mit 3440,75 Zählern auf ein Plus von knapp einem halben Prozent brachte.

Investoren ließ es weitgehend kalt, dass Großbritannien deutlich mehr Zeit für den Brexit erhält. Ein Börsianer befürchtet, dass der neue Zeithorizont bis zum 31. Oktober die Tür für endlose Verhandlungen öffnet, sofern die Europawahl am 22. Mai noch mit Großbritannien stattfindet. So richtig glaubt am Markt keiner an eine Lösung noch vor dem Wahltag.

Charttechnisch sieht Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel den Dax ohnehin im grünen Bereich. Als positives Zeichen wertet er, dass der Leitindex sich über 11 800 Punkten behauptet. Einen neuen Test hält der Experte zwar wegen der latenten Brexit-Unsicherheit für nicht ausgeschlossen. Alles in allem befinde sich der Leitindex aber weiter im Aufwärtsmodus, der ihn bis auf 12 500 Punkte tragen könne.

Im Dax setzten sich die Lufthansa-Aktien mit einem Anstieg um 3 Prozent an die Spitze. Hier merkten Börsianer an, dass es die Papiere nach einigen Wochen Abstinenz wieder über die 200-Tage-Linie schafften, die bei Investoren als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Papiere europäischer Fluggesellschaften waren am Donnerstag allgemein gefragt. Wie es hieß, sorgte hier der verschobene Brexit für etwas Entspannung.

Freundlich zu ging es auch im Finanzsektor bei den möglichen Fusionskandidaten Commerzbank und Deutsche Bank, deren Papiere um 2,8 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent stiegen. Am Morgen hatten noch Spekulationen auf beiden Aktien gelastet, wonach die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Commerzbank einen Zusammenschlusss um jeden Preis verhindern wollen. Der Vorsitzende des Gremiums, Stefan Schmittmann, hatte Konzernchef Martin Zielke dann aber für die Gespräche den Rücken gestärkt.

Die Aktien des Verpackungsherstellers Gerresheimer rückten um 1,5 Prozent auf 71,50 Euro vor. Sie schafften es damit, sich über der zuletzt umkämpften Marke von 70 Euro festzusetzen. Hella (HELLA GmbHCo) dagegen entwickelten sich mit einem Abschlag von 0,6 Prozent weniger gut. Aussagen zur Schwäche des Automobilmarktes setzen die Titel des Lichtspezialisten nach zuletzt gutem Lauf unter Druck.

Weitere größere Kursbewegungen im Nebenwertebereich waren durch Analysen getrieben. Für Siltronic ging es um 2,2 Prozent bergab. Zu den Titeln des Waferherstellers äußerten sich nun infolge der Gewinnwarnung vom Vortag zahlreiche Analysten negativer. Aurubis (Aurubis (ex Norddeutsche Affinerie)) rutschten sogar um mehr als 4 Prozent ab. Die Aktie des Kupferkonzerns wurde von der Bank Goldman Sachs zum Verkauf empfohlen.

Im SDAX dagegen profitierten Hapag-Lloyd mit plus 3,5 Prozent von einer Hochstufung auf "Outperform" durch das Investmenthaus Mainfirst. Laut Analyst Tobias Sittig ist die Realität in der Container-Branche etwas besser als die Stimmung es vorgebe. Dies half auch den Aktien des Hafenbetreibers HHLA, die um 2,3 Prozent stiegen. Händler ergänzten, neben den Fluglinien sei der aufgeschobene Brexit auch für die Schifffahrtswerte eine vorläufig beruhigende Nachricht.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,07 Prozent am Vortag auf minus 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,11 Prozent auf 143,06 Punkte. Der Bund-Future lag zuletzt mit 0,1 Prozent und 165,68 Punkten im Minus.

Der Eurokurs hat sich am Nachmittag etwas leichter gezeigt. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1256 US-Dollar gehandelt. Am Vortag hatten die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1279 US-Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,8866 Euro./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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