30.06.2022 12:18

AKTIEN IM FOKUS: Uniper-Hilferuf an den Staat schockt Anleger im Energiesektor

Folgen
Werbung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Uniper hat mit seinem Hilferuf an den Bund und dem am Mittwochabend kassierten Gewinnziel für das laufende Jahr seine Anleger erneut schockiert. Die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine schwer unter Druck geratene Aktie sackte am Donnerstag im frühen Handel zeitweise unter 13 Euro auf den tiefsten Stand seit Februar 2017. Denn: Nachdem schon im ersten Quartal bei den Düsseldorfern wegen ihres Russland-Engagements Milliardenverluste aufgelaufen waren, hat sich die Situation nun verschärft.

Durch die Verknappung russischer Gaslieferungen gerät der stark von diesen Lieferungen abhängige MDAX-Konzern in finanzielle Bedrängnis. Daher spricht das Management nun mit der Bundesregierung über Stabilisierungsmaßnahmen und Möglichkeiten der Liquiditätssicherung.

Gegen Mittag gab das Papier etwas mehr als 16 Prozent auf 13,85 Euro ab, nachdem es am Morgen um bis zu 23 Prozent abgesackt war. Auch die Aktie der Versorger Eon (EON SE) und RWE wurden davon im insgesamt stark eingetrübten Marktumfeld in Mitleidenschaft gezogen und büßten jeweils 2,4 Prozent ein.

"Die Situation bei Uniper und auch den deutschen Versorgern zeigt, wie gefährlich die allgemeine Lage derzeit für den gesamten europäischen Energiesektor ist. Durch Verknüpfungen untereinander und teilweise überlappende Geschäftsbereiche können sich nur die wenigsten Energieunternehmen den Risiken entziehen", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Dabei fühlt er sich schon fast erinnert an die Finanz- und Bankenkrise 2007/2008. "Damals war die Situation zu Beginn ebenfalls kaum überschaubar und die Folgen teilweise verheerend." Im Energiebereich hänge vorerst alles von weiteren Lieferungen durch Russland ab und den schnellen Einsatz von Alternativen.

Zu Uniper direkt sagte ein Händler, dass das Unternehmen jetzt um eine Rettung durch den deutschen Steuerzahler bitten müsse. Die Warnung verdeutliche, wie kritisch, wenn nicht gar gefährlich die gegenwärtige Situation sei, sollte die Feststellung und Bekanntgabe der Gasmangellage durch die Bundesnetzagentur nicht bald erfolgen. Denn die Bundesregierung hat die Preisanpassungsklausel der Gas-Alarmstufe 2 noch nicht aktiviert.

Und RBC- Analyst John Musk erläuterte: Den Düsseldorfern müsse im Rahmen des Gas-Notfallplans durch die Bundesnetzagentur erlaubt werden, höhere Kosten an Kunden weiterzugeben. Dabei rechnete er vor, dass die gedrosselte Gas-Lieferung aus Russland den Konzern aktuell etwa 30 Millionen Euro pro Tag koste.

JPMorgan-Analyst Vincent Ayral schätzt die Uniper entstehenden Kosten durch den Gasengpass auf 20 Millionen Euro täglich. Dabei werde es nur einige Monate dauern, bis der Konzern den bereits gewährten KfW-Kredit in Höhe von zwei Milliarden Euro in Anspruch nehmen könnte.

Warnend fügte Ayral noch hinzu, dass viele "Kommunale Energieversorger" über weniger solide Bilanzen verfügten und womöglich nicht so viel Zeit wie Uniper hätten. Er geht daher davon aus, dass die Bundesregierung derzeit "hart an den Details arbeitet", wie die Energieunternehmen die hohen Kosten weitergeben könnten und dass dies der Grund ist, warum die "Gasmangellage" noch nicht ausgerufen wurde. Dies sei auch von daher heikel, weil dies erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben dürfte. Ayral rechnet aber damit, dass eine Entscheidung eher eine Frage von Tagen oder Wochen ist und nicht von Monaten./ck/nas/stk

Ausgewählte Hebelprodukte auf E.ON SE
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf E.ON SE
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant
    4
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
    2
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
12.08.2022RWE BuyDeutsche Bank AG
11.08.2022RWE KaufenDZ BANK
11.08.2022RWE OverweightBarclays Capital
11.08.2022RWE BuyUBS AG
11.08.2022RWE OverweightJP Morgan Chase & Co.
12.08.2022RWE BuyDeutsche Bank AG
11.08.2022RWE KaufenDZ BANK
11.08.2022RWE OverweightBarclays Capital
11.08.2022RWE BuyUBS AG
11.08.2022RWE OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.11.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
11.11.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
17.08.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
12.08.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
30.07.2021RWE HaltenDZ BANK
21.10.2021RWE UnderweightJP Morgan Chase & Co.
12.11.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux
13.08.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux
15.05.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux
21.04.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX etwas leichter -- Wall Street startet im Minus -- Henkel mit Gewinnrückgang -- HelloFresh profitiert vom US-Geschäft -- Nordex bestätigt Jahresprognose -- ENCAVIS, Deutsche Telekom im Fokus

Bed Bath & Beyond zündet erneut Kursrakete. VW und Mahindra schmieden Bündnis. Lufthansa: Ärger bei Tochter Eurowings Discover. Salzgitter setzt für den Fall von Gasrationierung für sich auf Ausnahmeregelungen. Fehlende Scheinwerfer bereiten Porsche Probleme. Gasumlage beträgt 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Studie: DAX-Konzerne mit guten Geschäften - Rekordumsatz im Quartal.

Umfrage

Sollten die Corona-Regeln bei steigenden Infektionszahlen im Herbst wieder verschärft werden?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln