ANALYSE: Deutsche Bank hebt Evotec auf 'Buy' - Frust nach Chef-Abgang überwunden

12.04.24 12:16 Uhr

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem starken Kursverlust der Evotec-Aktie (EVOTEC SE) seit Jahresbeginn ist deren Bewertung laut Deutscher Bank wieder attraktiv. Die Enttäuschung über das Ausscheiden von Vorstandschef (CEO) Werner Lanthaler scheine abgeflaut zu sein, schrieb Analyst Falko Friedrichs in einer am Freitag veröffentlichten Studie und stufte das Papier des Pharma-Wirkstoffforschers von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Kursziel kappte er zugleich von 20 auf 19 Euro, was aber immer noch ein Aufwärtspotenzial von aktuell 35 Prozent bedeutet.

Die Ergebnisse des MDAX-Konzerns Evotec dürften laut Friedrichs im laufenden Jahr und auch wieder künftig stark wachsen. Das Marktumfeld für Auftragsforschungsinstitute (CRO) sowie Vertragsentwickler und -dienstleister (CDMO) helle sich auf, schrieb der Experte. Er erwartet zudem, dass die Lücke, die CEO Lanthaler Anfang Januar mit seinem überraschenden Ausscheiden hinterlassen hatte, in Kürze geschlossen wird.

Lanthaler war nach fast 15 Jahren als CEO von Evotec aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Dabei hatte er seinen Schritt damit begründet, dass das Jahr 2023 "extrem herausfordernden und sowohl körperlich als auch insgesamt erschöpfend" gewesen sei. Anleger hatten verunsichert reagiert. Die Aktie war daraufhin auf Talfahrt gegangen, wobei der bisherige Tiefpunkt Mitte März bei etwas über 12,60 Euro erreicht worden war.

Nun sieht Friedrichs den Anlegerunmut überwunden und rechnet für 2024 außerdem mit einem kräftigen Ergebnisplus. Das um den Gegenwind durch den Cyberangriff bereinigte operative Ergebnis sollte ihm zufolge im Vergleich zu 2023 um 25 Prozent zulegen. "Nach mehreren Jahren ohne signifikantes Ergebniswachstum, da das Umsatzwachstum vollständig reinvestiert wurde, dürfte dies eine bedeutende Veränderung darstellen", erklärte der Deutsche-Bank-Experte.

Dass zugleich das Ergebnisziel von Evotec für 2025 in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro kaum erreichbar sei und daher gesenkt werden dürfte, sollte obendrein niemanden mehr überraschen, ergänzte er. Sowohl die durchschnittliche Analystenschätzung als auch seine eigene lägen mit um die 245 Millionen Euro bereits deutlich darunter. Die Umsatzprognose von mehr als einer Milliarde Euro hält der Friedrichs dagegen für schaffbar.

Mit der Einstufung "Buy" empfiehlt die Deutsche Bank auf Basis der erwarteten Gesamtrendite für die kommenden zwölf Monate den Kauf der Aktie./ck/mis/stk

Analysierendes Institut Deutsche Bank.

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