ASML-Aktie nach 54-Prozent-Rally in 2026: Wie weit tragen Prognose und Analysten noch?
Nach kräftigen Kursgewinnen seit Jahresbeginn stellt sich die Frage, ob ASML-Aktionäre auf noch mehr hoffen dürfen oder China-Risiken die Rally bremsen.
Werte in diesem Artikel
- Angehobene Jahresprognose und volle Auftragsbücher stützen die Kursfantasie
- Analysten trauen der Aktie trotz hoher Bewertung weiteres Potenzial zu
- China-Geschäft schrumpft, politische Risiken in den USA bleiben im Blick
Die ASML-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 54 Prozent zugelegt und damit eine der stärksten Rallys im europäischen Technologiesektor hingelegt (Stand: Schlusskurs vom 01.09.2026). Getragen wird die Entwicklung von einer kräftig angehobenen Jahresprognose und nahezu ausgebuchten Fertigungskapazitäten bis Ende 2027. Ob der Anstieg anhält, hängt nun von der Auftragslage der Chipkunden und ungelösten China-Risiken ab.
Starkes zweites Quartal als Fundament der Rally
Den fundamentalen Rückenwind lieferte das zweite Quartal 2026: ASML meldete Mitte Juli einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54,0 Prozent. Das Ergebnis je Aktie lag bei 7,59 Euro. Auf dieser Basis hob das Unternehmen die Jahresprognose für 2026 deutlich an: Der Nettoumsatz soll nun zwischen 43 und 45 Milliarden Euro liegen, nach zuvor im April 2026 in Aussicht gestellten 36 bis 44 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal stellte ASML einen Nettoumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge zwischen 55 und 57 Prozent in Aussicht.
Zusätzlich zahlte ASML Anfang August eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie aus und kaufte im zweiten Quartal Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro im laufenden Rückkaufprogramm 2026 bis 2028 zurück. CEO Christophe Fouquet verwies auf anhaltend starke Auftragseingänge im ersten Halbjahr, getrieben von Investitionen der Kunden in KI-taugliche Logik- und Speicherchips. Für 2027 plant ASML laut eigenen Angaben eine Kapazitätsausweitung von 30 Prozent bei Low-NA-EUV-Systemen gegenüber dem für 2026 vorgesehenen Niveau von rund 65 Einheiten sowie eine ebenso große Erhöhung bei der Immersionstechnologie gegenüber geplanten 130 Einheiten.
Analysten sehen weiteres Potenzial für die ASML-Aktie
Der Analystenkonsens fällt laut TipRanks-Daten ebenfalls klar positiv aus: Von 17 erfassten Häusern vergeben 16 ein Buy-Votum, eines rät zu Hold, keines zum Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 2.136,12 Euro, die Spanne reicht von 1.650 bis 2.500 Euro. Bank of America Securities-Analyst Didier Scemama bestätigte Ende August sein Buy-Votum mit einem Kursziel von 2.452 Euro. Barclays-Analyst Simon Coles nannte ebenfalls Buy und ein Kursziel von 2.400 Euro.
Gestützt wird der Optimismus von einer nahezu vollständig ausgebuchten EUV-Fertigung bis Ende 2027, wie der Finanzvorstand mitteilte. Als technologischen Meilenstein wertete das Unternehmen zudem den Start der Serienfertigung von Intel Foundrys Panther-Lake-Prozessoren auf 18A-Basis, bei der ASMLs teuerste High-NA-EUV-Systeme zum Einsatz kommen.
Am 1. September lag der Schlusskurs der ASML-Aktie bei rund 1.435 Euro und liegt damit spürbar unter dem im Juni 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro und lässt auch noch Luft zum mittleren Kursziel der Analysten.
China-Sorgen im Blick
Ende Juli sorgten jedoch Berichte für Verunsicherung, wonach ein chinesisches Staatsunternehmen mit der Fertigung eigener Immersions-DUV-Lithografieanlagen begonnen habe. Die ASML-Aktie brach daraufhin binnen mehrerer Tage zweistellig Prozent ein, da Anleger die langfristige Marktführerschaft des niederländischen Konzerns in der Lithografie infrage stellten.
Julian Evans-Pritchard, Leiter des Bereichs China-Wirtschaft beim Analysehaus Capital Economics, hält die Sorgen jedoch für übertrieben, wie Morningstar berichtet. Nach Schätzungen von Capital Economics werde das chinesische Unternehmen in diesem Jahr lediglich fünf DUV-Anlagen ausliefern, im Jahr 2027 rund 20 weitere - während China derzeit jährlich etwa 100 solcher Systeme von ASML selbst bezieht. Kurzfristig dürfte die heimische chinesische Fertigung damit kaum ins Gewicht fallen, auf absehbare Zeit bleibe das Land laut Evans-Pritchard weiterhin stark von Lieferungen aus den Niederlanden abhängig.
Gestützt werde die Zuversicht zusätzlich durch den im ersten Halbjahr "äußerst stark" gebliebenen Auftragseingang, getrieben von Kunden wie TSMC, Micron, Samsung und SK hynix, die ihre Chip-Fertigung weiter ausbauen. Morningstar-Analyst Javier Correonero geht zudem davon aus, dass kein Wettbewerber ASMLs technologische Führungsposition in den kommenden zehn Jahren einholen dürfte - auch weil der Umstieg von Chipherstellern auf die niederländischen Anlagen aufwendig und kostspielig ist.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: ASML
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 10.08.26 | Micron Technology Buy | UBS AG | |
| 25.06.26 | Micron Technology Buy | Deutsche Bank AG | |
| 25.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets | |
| 25.06.26 | Micron Technology Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 25.06.26 | Micron Technology Overweight | JP Morgan Chase & Co. |
