Euphorie vor SpaceX-IPO beflügelt auch Space-ETFs - So können europäische Anleger dabei sein

Die Aussicht auf einen Börsengang von SpaceX sorgt für neue Dynamik im Markt für Weltraum-Investments. Vor allem spezialisierte Space-ETFs profitieren.
Werte in diesem Artikel
• SpaceX-IPO-Fantasie treibt Space-ETFs an
• Tema-ETF bietet indirekten Vorab-Zugang zu SpaceX
• Europäische Anleger weichen auf UCITS-Alternativen aus
Die Vorfreude auf den bevorstehenden Börsengang von SpaceX versetzt den Sektor der Raumfahrt-Investments derzeit in eine regelrechte Aufbruchstimmung. Während Branchengrößen wie Jeff Bezos' Blue Origin oder das Joint Venture United Launch Alliance von Boeing und Lockheed Martin weiterhin um Marktanteile konkurrieren, hat sich an den Finanzmärkten ein dynamischer Wettlauf um die besten Positionierungen in speziellen Exchange Traded Funds (ETFs) entwickelt. Dabei zeigt sich ein deutliches Bild: Die Erwartungshaltung rund um das Unternehmen von Elon Musk fungiert als massiver Kurstreiber für die gesamte Space-Economy, obwohl der Zugang zu den begehrten Anteilen vor dem offiziellen IPO stark begrenzt bleibt.
Astronomische Bewertung voraus
Das enorme Interesse am erwarteten Börsengang von SpaceX ist eng mit den Dimensionen der kolportierten Transaktion verknüpft. Medienberichten zufolge könnte der Konzern bei seinem IPO mit bis zu 1,75 Billionen US-Dollar bewertet werden und dabei zwischen 50 und 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital einsammeln. Die Größenordnung des möglichen Börsengangs würde damit selbst historische Maßstäbe am Kapitalmarkt sprengen: Der bisher größte IPO der Geschichte stammt vom saudischen Ölkonzern Saudi Aramco, der im Jahr 2019 rund 25,6 Milliarden US-Dollar erlöst hatte. SpaceX könnte diese Marke nun deutlich übertreffen.
Die hohe Bewertung resultiert dabei nicht allein aus der dominierenden Stellung bei Raketenstarts, sondern zunehmend aus dem schnell wachsenden Satelliteninternetgeschäft rund um Starlink sowie den ambitionierten KI- und Infrastrukturprojekten des Konzerns. Für viele Investoren gilt SpaceX damit längst nicht mehr nur als Raumfahrtunternehmen, sondern als potenzieller globaler Infrastruktur- und Technologiekonzern der nächsten Generation.
Einzigartiger Vorab-Zugang durch den NASA-ETF
Innerhalb der Riege der spezialisierten Weltraum-Fonds nimmt der erst Ende März gestartete Tema Space Innovators ETF eine Sonderstellung ein. Wie Daten von Morningstar belegen, handelt es sich hierbei um den einzigen Pure-Play-Space-Fonds, der bereits vor dem Börsengang direkten Zugriff auf SpaceX-Anteile bietet. Dies wird durch ein spezielles Zweckvehikel (Special Purpose Vehicle) ermöglicht, welches Anteile aus Privatbesitz bündelt. "Man kann keinen Weltraum-ETF ohne SpaceX haben. Das ist, als hätte man ein Halbleiter-ETF ohne NVIDIA", so Yuri Khodjamirian, Chief Investment Officer von Tema ETFs, in einem Interview mit Barron's. "Wir waren der Ansicht, dass es sich lohnt, sich vor dem Börsengang eine private Beteiligung zu sichern".
Die Strategie scheint aufzugehen, denn SpaceX stellt mit einer Gewichtung von 11,1 Prozent die größte Position des Fonds dar, der seit seinem Handelsdebüt bereits um rund 45 Prozent zulegen konnte. Neben dem Branchenprimus setzt der aktiv verwaltete Fonds auf weitere Schwergewichte wie Rocket Lab, Planet Labs und Firefly Aerospace.
Branchenweite Kursgewinne auch ohne Direktbeteiligung
Trotz der Exklusivität des NASA-ETFs profitieren auch andere Marktteilnehmer massiv von der aktuellen Euphorie. Der auf einem Index basierende Procure Space ETF verzeichnete in diesem Jahr bereits ein Plus von über 52 Prozent. Obwohl der Fonds SpaceX derzeit noch nicht direkt hält, hat der Indexanbieter VettaFi die Regeln bereits so angepasst, dass ein Zugang ab dem ersten Handelstag des IPOs möglich ist. Andrew Chanin, CEO von Procure Holdings, betonte gegenüber Barron's zudem eine indirekte Beteiligung über die Position in EchoStar, einem Partner und Investor von SpaceX. Chanin bezeichnete den geplanten Börsengang als "positiv für die Kapitalmärkte und die globale Weltraumwirtschaft". Auch Cathie Woods aktiv verwalteter ARK Space & Defense Innovation ETF konnte seit Jahresbeginn um rund 19 Prozent zulegen.
Explosives Marktwachstum erwartet
Die aktuelle Markteuphorie fußt auf langfristigen Prognosen führender Analysehäuser, die dem Weltraumsektor erhebliches Wachstumspotenzial zuschreiben. So prognostiziert Morgan Stanley, dass die globale Weltraumwirtschaft bis zum Jahr 2040 ein Volumen von mehr als einer Billion US-Dollar erreichen könnte. Als zentraler Wachstumstreiber gilt dabei insbesondere satellitengestütztes Breitbandinternet. Auch die Unternehmensberatung Roland Berger verweist in ihrer Studie "Aufholjagd im All" auf das enorme Expansionspotenzial der Branche. Dabei erwarten die Analysten, dass der weltweite Markt für weltraumgestützte Infrastruktur und Dienste bis 2040 auf rund zwei Billionen Euro anwachsen könnte, nachdem das Volumen derzeit bei etwa 500 Milliarden Euro liegt. Vor allem private Raumfahrtunternehmen und kommerzielle Anwendungen treiben die Dynamik zunehmend voran. Für Investoren gilt der Sektor daher trotz kurzfristiger IPO-Euphorie weiterhin als langfristiger Infrastruktur- und Technologietrend.
So können europäische Anleger vom Space-Boom profitieren
Der Markt für Weltraum-Investments ist im Jahr 2026 vor diesem Hintergrund daher durch eine hohe Frequenz an Neuemissionen geprägt, für den Moment scheint der Sektor fest auf Kurs in Richtung Stratosphäre.
Für europäische Anleger bleibt der Zugang zu vielen US-Weltraum-ETFs trotz der aktuellen SpaceX-Euphorie allerdings eingeschränkt. Fonds wie der "NASA"-ETF oder der "UFO"-ETF sind aufgrund der europäischen PRIIPs-Vorgaben und fehlender Basisinformationsblätter (KID) für viele Privatanleger in Deutschland oft nicht direkt handelbar. Wer dennoch auf das langfristige Wachstum der Weltraumökonomie setzen möchte, muss in der Regel auf UCITS-konforme Alternativen ausweichen, die an europäischen Börsenplätzen verfügbar sind.
Ein Beispiel hierfür ist der VanEck Space Innovators UCITS ETF, der Unternehmen aus Bereichen wie Satellitenkommunikation, Raumfahrttechnologie und Raketenantrieben bündelt.
Da SpaceX selbst noch nicht börsennotiert ist, bleibt vielen Anlegern zudem nur der indirekte Zugang über Zulieferer, Infrastrukturunternehmen oder Beteiligungsgesellschaften. Auch europäische Konzerne wie Airbus profitieren zunehmend vom wachsenden Interesse an Raumfahrt- und Satellitentechnologien. Für Investoren kann ein breit diversifizierter Ansatz daher eine Möglichkeit sein, vom langfristigen Wachstum der Space-Economy zu profitieren und zugleich regulatorische Einschränkungen zu umgehen.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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