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25.07.2019 13:02
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Aufräumarbeiten und Roboter-Flaute bremsen ABB

Zürich (Reuters) - Mitten im Konzernumbau beginnt das vermeintliche Zugpferd des Elektrotechnikkonzerns ABB zu lahmen: In der Roboter-Sparte sackten die Aufträge wegen der mauen Autokonjunktur im zweiten Quartal ab und brachten das Order-Wachstum des ganzen Unternehmens praktisch zum Erliegen.

Für Konzernchef Peter Voser, der gerade eine tiefgreifende Reorganisation einschließlich eines Kulturwandels durchpeitscht, seinen Nachfolger sucht und die Division Stromnetze abspaltet, tut sich damit zur Unzeit eine neue Front auf.

Die Bestellungen des gesamten Konzerns stiegen im Frühlingsquartal marginal um ein Prozent auf 7,40 Milliarden Dollar, wie ABB am Donnerstag mitteilte. In der Sparte Robotik und Fertigungsautomation sackten sie aber um neun Prozent ab. Noch im Februar hatte ABB der Roboter-Division die besten Aussichten aller vier Geschäftsbereiche beigemessen. Doch jetzt holte den Siemens-Rivalen die rückläufige Nachfrage der Autohersteller ein. Gebremst vom Handelskonflikt zwischen den USA und China befinden sich die Automärkte weltweit im Rückwärtsgang. Die Auto-Branche, die für rund 40 Prozent des Roboter-Geschäfts von ABB steht, dürfte die Sparte weiter bremsen. "Wir erwarten, dass das im weiteren Verlauf des Jahres anhält", erklärte Finanzchef Timo Ihamuotila. Langfristig rechne er aber weiterhin mit einem Marktwachstum von sechs Prozent.

ABB erwartet von der Roboter-Sparte den größten Beitrag zur Erreichung der mittelfristig angepeilten Umsatzwachstumsrate von jährlich drei bis sechs Prozent. Im zweiten Quartal legten die Verkäufe lediglich um zwei Prozent auf 7,17 Milliarden Dollar zu. Gut lief es im Antriebsgeschäft, das vom Trend hin zu Elektromotoren profitiert, und in der Elektrifizierungssparte.

MARKTAUSBLICK VERHALTENER

ABB krankt seit Jahren an einem unbefriedigenden Umsatzwachstum, obwohl der Konzern Megatrends wie Automatisierung, erneuerbare Energien oder Elektromobilität bedient. Das schlug sich auch in einer unbefriedigenden Aktienkursentwicklung nieder und war einer der Gründe, wieso Vosers Vorgänger Ulrich Spiesshofer den Rückhalt der Großanleger um die schwedische Wallenberg-Familie verlor und das Unternehmen Mitte April verließ. Damals übernahm Voser zusätzlich zu seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident auch den CEO-Posten bei ABB, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist.

Der frühere Shell-Chef will nun das Wachstum ankurbeln und den Gewinn steigern, indem er den Divisionen mehr Handlungsspielraum und Eigenverantwortung einräumt. Zudem sollen Unternehmensteile mit einem kumulierten Umsatz von bis zu drei Milliarden Dollar verkauft werden. "Portfolio-Management wird eine unserer Prioritäten sein", sagte Voser. So steht etwa das Geschäft mit Stromrichtern für die Telekomindustrie auf dem Prüfstand. Vor zwei Wochen hatte ABB zudem den Verkauf der defizitären Solarwechselrichter-Sparte angekündigt. Diese Transaktion kommt ABB aber teuer zu stehen. Vor allem wegen Garantieverpflichtungen für das Geschäft brach der Konzerngewinn im zweiten Quartal um 91 Prozent auf 64 Millionen Dollar ein.

Vom Markt kann ABB vorerst nicht mit viel Rückenwind rechnen. Der Konzern äußerte sich etwas vorsichtiger als bisher zum kurzfristigen Ausblick. Dennoch rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr auf vergleichbarer Basis mit einem moderaten Umsatzwachstum und einer Verbesserung der Betriebsgewinn-Marge (Ebita). 2018 kam der Konzern hier auf einen Wert von 10,2 Prozent. Mittelfristig peilt ABB eine Marge von 13 bis 16 Prozent an.

Die Anleger reagierten wenig euphorisch auf den Zwischenbericht, die Aktie gab 0,7 Prozent nach. "ABB hat eine lange To-Do-Liste", erklärten die RBC-Analysten. Falls ein neuer Konzernchef Zuversicht vermitteln könne, dass die ganze Pendenzenliste erfolgreich abgearbeitet werde, habe die Aktie Aufwärtspotenzial.

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