06.09.2021 16:52

Bahn verspricht nach fast einwöchigem Streik wieder Normal-Betrieb

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Berlin (Reuters) - Nach dem bislang längsten Streik im Tarifkonflikt verspricht die Deutsche Bahn zwar zunächst wieder einen Normalbetrieb.

Bewegung im festgefahrenen Streit mit der Lokführergewerkschaft GDL zeichnete sich aber auch am Montag nicht ab. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das Fahrplanangebot am Dienstag nach dem Streik-Ende wieder weitgehend ohne Einschränkungen anbieten können", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß in Berlin. Der dritte und längste Bahnstreik der GDL habe allerdings wieder zu großen Belastungen für die Kunden geführt. GDL-Chef Claus Weselsky zeigte sich bei einer Kundgebung unnachgiebig: "Sie tricksen und täuschen weiter", warf er dem Bahn-Management vor. Der Arbeitskampf und die Proteste habe den Führungskräften in den Ohren geklingelt. Man kämpfe für sein Recht, eine Tarifabschluss nicht nur für Lokführer und Zugpersonal zu erkämpfen. Das hätten auch Gerichte bestätigt.

Die Bahn hatte am Mittwoch kurz vor Streikbeginn versucht, mit einem neuen Angebot den bis Dienstagfrüh angekündigten Arbeitskampf noch zu verhindern. Nachdem die GDL dies abgelehnt hatte, hatte die Bahn vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt versucht, den Ausstand als unverhältnismäßig untersagen zu lassen. Damit scheiterte sie.

Bahn-Sprecher Stauß nannte es unverantwortlich in einer Phase zu streiken, wo etwa in Sachsen und Thüringen die Schulferien zu Ende gingen. Millionen von Fahrgästen hätten sich umorientieren müssen. Der Ersatzfahrplan, bei dem am Wochenende 30 Prozent der Fernzüge fahren konnten, sei aber stabil gewesen. Jedoch habe der Streik im Güterverkehr den Aufschwung der exportorientierten Wirtschaft behindert, da die Bahn nicht mehr alle Aufträge annehmen konnte.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft zuletzt unter anderem eine Corona-Prämie für 2021 von bis zu 600 Euro in Aussicht sowie eine Verkürzung der Laufzeit eines Tarifvertrags von 40 auf 36 Monate in Aussicht gestellt. Dabei sollten die Löhne in zwei Stufen um 3,2 Prozent steigen.

Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte der auch durch die Corona-Krise angeschlagene Konzern bereits 2020 einen Sanierungstarifvertrag geschlossen, den die GDL als völlig unzureichend ablehnt. Zusätzlich kompliziert wird die Tarifrunde dadurch, dass EVG und die GDL beide den Anspruch erheben, für fast alle der 185.000 Beschäftigten in Deutschland beim Schienenpersonal zu verhandeln. Die Bahn sieht sich aber gezwungen, das Tarifeinheitsgesetz anzuwenden: Danach gilt ein Tarifvertrag nur dort, wo die jeweilige Gewerkschaft die Mehrheit hat. Laut Bahn hat die GDL in 16 der rund 300 Einzelbetriebe des Konzerns die Mehrheit. Die GDL bestreitet das und klagt vor Gericht.

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