02.08.2021 15:22

Bayern und Berlin für Impfangebote an Kinder und Jugendliche

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Berlin (Reuters) - Zahlreiche Politiker pochen vor den Beratungen der Gesundheitsminister auf Impfangebote für Kinder und Jugendliche.

"Es ist wichtig, dass wir jetzt keine Zeit versäumen", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag in der ARD. Der CSU-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, die am Nachmittag tagt. Eine Demontage der Ständigen Impfkommission (Stiko), die keine Impfung von Kindern und Jugendlichen empfiehlt und weitere Daten abwarten will, sieht Holetschek nicht. "Die Stiko hat ja ausdrücklich gesagt, sie empfiehlt das im Moment nicht. Aber die Möglichkeit ist da. Und wir nutzen praktisch diesen Spielraum aus."

Zur Diskussion steht, Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu beschließen. Sie könnten dann in Impfzentren sowie bei Haus- und Betriebsärzten geimpft werden. Zudem könnten die Länder allen jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen anbieten.

"Wenn wir die Chance haben, dann sollten wir sie doch nutzen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der derzeit der Ministerpräsidentenkonferenz vorsitzt, ebenfalls in der ARD. Es gebe Erkenntnisse, dass Kinder und Jugendliche auch unter Langzeitfolgen einer Coronavirus-Infektion litten. Zugleich sei die Impfung selbst nicht so risikoreich, wie manche befürchteten. Müller verwies auf Berlin, wo es bei den 15- bis 25-Jährigen eine doppelt bis vierfach so hohe Inzidenz gebe wie bei anderen Bevölkerungsgruppen. "Darauf zu reagieren und ein Angebot zu machen - es ist ja keine Pflicht - dass man sich überall impfen lassen kann, das finde ich sehr sachgerecht."

Rückhalt bekam der SPD-Politiker von seinem Parteikollegen und Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. "Dass die Politik Fakten schafft, ist richtig", sagte er im Deutschlandfunk. "Wir wollen verhindern, dass Schulausfall und Krankheit kommen." Die Haltung der Stiko wertete Lauterbach als Außenseiterposition. International nehme die Zahl der Studien zu, die eine Impfung empfehlen würden.

KINDERÄRZTE WÜNSCHEN SICH LEITLINIEN

Kinder- und Jugendärzte fordern eine Leitlinie zum Impfen von 12- bis 17-Jährigen, damit sich sowohl Ärzte als auch Eltern daran orientieren könnten. "Wenn wir eine ganze Bevölkerungskohorte eben nicht impfen, anders als in anderen Ländern, wo das schon seit längerer Zeit getan wird, mit wenig oder kaum Problemen, dann setzen wir diese Bevölkerungsgruppe der Wildinfektion aus", sagte Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, zu RTL/ntv. Es gebe keine medizinische Maßnahme ohne Risiko. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es keinen zugelassenen Impfstoff in Deutschland.

Kritischer äußerte sich der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. "Impfungen von gesunden Kindern und Jugendlichen sind nach heutiger Studienlage offensichtlich in der Risiko- und Nutzenabwägung noch mit zu vielen Unwägbarkeiten behaftet, um eine generelle Impfempfehlung für alle gesunden Kinder auszusprechen", sagte er der "Rheinischen Post". "Ich sehe es zudem sehr kritisch, dass von politischer Seite großer Druck auf die Stiko ausgeübt wird. Letztlich handelt es sich doch um eine medizinische Frage, wann jemand geimpft werden sollte."

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind hierzulande gut 52 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, knapp 62 Prozent mindestens einmal. "Allerdings ist die Zahl der Erstimpfungen so niedrig wie zuletzt im Februar", twitterte Spahn. Er hatte zuletzt auch mitgeteilt, dass bei den 12- bis 17-Jährigen rund 900.000 geimpft seien. Jeder Fünfte in dieser Gruppe habe schon eine Erstimpfung erhalten.

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