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16.01.2020 10:54
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BDI-Präsident Kempf: Kohlekompromiss alles andere als zu loben

Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Industrie hat die Einigung zum Kohlekompromiss harsch kritisiert. "Dieser Kompromiss, der, wie ich den Medien heute Morgen entnommen habe, von vielen der Beteiligten hoch gelobt wird, ist aus unserer Sicht alles andere als zu loben", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Kohlekommission habe mehrfach auf eine Eins-zu-eins-Umsetzung ihrer Vorschläge gedrungen, doch zwei ganz konkrete Forderungen des Gremiums seien "offenbar über die Tischkante gefallen", erklärte Kempf.

Zum einen sei dies der geforderte Ausgleich für Netzentgeltsteigerungen in Höhe von mindestens 2 Milliarden Euro, der im Wesentlichen allen Stromnutzern zugutegekommen wäre, und zum anderen der ganz wichtige Checkpoint zur Abschaltung der ersten Kernkraftwerke im Jahr 2022, der nun entfallen solle. Der nun vereinbarte erste Termin 2026 "scheint uns deutlich zu spät", sagte Kempf. "Schade, wir hatten es uns anders erhofft", resümierte der BDI-Präsident seine Wertung des Ergebnisses der Kohlegespräche. Denn es fehlten "zwei existenzielle Bestandteile des Kompromisses".

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/sha

(END) Dow Jones Newswires

January 16, 2020 04:55 ET (09:55 GMT)

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