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30.06.2020 13:14

BIZ: Zentralbanken betreiben keine monetäre Finanzierung

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der global zu beobachtende Ankauf von Staatsanleihen durch Zentralbanken stellt aus Sicht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich keine monetäre Staatsfinanzierung dar. "Das entscheidende Element monetärer Finanzierung ist die explizite Verbindung zu fiskalischen Defiziten und Governance", heißt es im Jahresbericht der BIZ. Entscheidend seien die Kommunikation und wer über Größenordnung, Zeitpunkt sowie Dauer der Operation entscheide. "So gesehen betreiben die Zentralbanken sicherlich keine monetäre Finanzierung", befindet die BIZ, die auch als Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet wird.

BIZ-Experten warnen seit Jahren vor einer Überforderung der Zentralbank mit Aufgaben, die eigentlich von anderen Politikfeldern zu lösen seien. Sie werden daher gerne von Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) zitiert, die mit dem seit längerer Zeit sehr expansiven Kurs der EZB unzufrieden sind. Die BIZ schreibt in ihrem Bericht, dass die Zentralbanken zwar große Mengen an Staatsanleihen kauften, sich dabei aber streng an ihr Mandat hielten und Herrinnen des Verfahrens blieben.

"Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen die Staatsanleihemärkte liquide und funktionsfähig zu halten und sie haben auch eine reibungslose Finanzierung von Krisenmaßnahmen ermöglicht", schreibt die BIZ. Ihr Zweck sei aber nicht gewesen, Defizite zu finanzieren. "Angesichts der extremen Umstände ergänzen diese Maßnahmen die der Fiskalpolitik", urteilt die BIZ.

Sie warnt allerdings zugleich, dass Staatsanleihekäufe die traditionelle Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischten. Sie bedürften daher eines Rahmens, den vor allem die Zentralbanken von Industrieländern mit ihrer Glaubwürdigkeit böten. Es dürfe nicht passieren, dass die Geldpolitik in das Fahrwasser der Finanzpolitik gerate.

Kontakt zum Autor: hans.bentzen@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

June 30, 2020 07:15 ET (11:15 GMT)

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