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25.04.2019 14:49
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BLOG BANKENFUSION/FDP: Scholz hat mit Agieren Schaden angerichtet

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FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben am Donnerstag das Ende der Fusionsgespräche mitgeteilt. Als Grund nannten sie, dass ein Zusammenschluss "keinen ausreichenden Mehrwert" biete, "auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen".

Nachfolgend erhalten Sie Reaktionen zu dieser Entscheidung:

FDP: Scholz hat mit Agieren Schaden angerichtet

Die FDP sieht den Ruf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nach den fehlgeschlagenen Fusionsgesprächen beschädigt. "Die Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank ist gescheitert - zum Glück! Es ist ein später Sieg der Vernunft", erklärte der finanzpolitische Sprecher der FDP, Florian Toncar, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Dennoch hat Olaf Scholz mit seinem amateurhaften Agieren kolossalen Schaden angerichtet und seine Autorität in Finanzmarktfragen ist beschädigt." Scholz hatte wiederholt eine starke deutsche Finanzindustrie angemahnt. Allerdings hat er Medienberichte dementiert, nach denen er Deutsche Bank und die Commerzbank zu einer Fusion gedrängt habe.

SPD-Finanzexperte Binding froh über Scheitern der Fusion

Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lothar Binding, hat mit Erleichterung auf den Abbruch der Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank reagiert. Zwar hätte es beispielsweise durch eine bessere europäische Aufstellung bei der Mittelstandsfinanzierung Vorteile durch einen Zusammenschluss geben können, aber eine Fusion hätte auch den Verlust von über 20.000 Arbeitsplätzen bedeutet, sagte Binding Dow Jones Newswires. Zudem sei die Integration der Dresdner Bank bei der Commerzbank und die der Postbank bei Deutsche Bank noch nicht abgeschlossen.

Verdi begrüßt Scheitern der Fusionsgespräche

Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank keinen ausreichenden Mehrwert bringen würde. Er begrüße den Abbruch der Gespräche, "insbesondere im Hinblick darauf, dass die Nachteile einer solchen Fusion vor allem in Bezug auf die Arbeitsplätze deutlich überwogen hätten. Ein solcher Schritt hätte zehntausende von Arbeitsplätzen gefährdet", sagte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft.

Union fordert Banken zur Risikoreduktion auf

Nach Ansicht der finanzpolitischen Sprecherin der Unionsfraktion, Antje Tillmann, sollten Deutsche Bank und Commerzbank die beendeten Fusionsgespräche als Chance nutzen und Risiken reduzieren. "Wir haben gut daran getan, die beteiligten Gremien über mögliche Fusionen verhandeln zu lassen, ohne uns in diesen Prozess einzumischen. Wenn die Gespräche dazu geführt haben, dass die Verantwortlichen die Potenziale und Probleme ihrer jeweiligen Banken noch gründlicher analysiert haben, dann waren sie nicht umsonst", sagte Tillmann. "Ich wünsche beiden Instituten, dass sie unabgelenkt ihre Chancen nutzen und ihre Risiken reduzieren. Denn die deutsche Wirtschaft braucht international aufgestellte Kreditinstitute."

OECD-Chef: Rationalisierung von Bankenjobs unvermeidbar

Für den Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird sich der deutsche Bankensektor trotz der beendeten Fusionsgespräche den veränderten Marktbedingungen anpassen müssen. "Egal, wer mit wem fusioniert, egal, wer wen kauft: Die Synergien und die Wirtschaft und die Technologien werden sich entwickeln", sagte Gurria bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Bitte denken Sie nicht, dass die Rationalisierung von Arbeitsplätzen nicht stattfinden wird, nur weil die Fusion nicht stattfindet. Sie ist unvermeidbar."

Bankenverband: Ende der Fusionsgespräche gut und nachvollziehbar begründet

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat die Beendigung der Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank begrüßt, da aktuell ein Zusammengehen der Institute wirtschaftlich wenig Sinn mache. "Deutsche Bank und Commerzbank haben ihre gemeinsame Entscheidung, die intensiven Fusionsgespräche zu beenden, gut und nachvollziehbar begründet", erklärte BdB-Präsident Hans-Walter Peters. "Die deutsche Wirtschaft ist stark genug, um mehreren Großbanken Platz zu bieten. Eine Fusion wäre in der momentanen Situation ökonomisch nicht sinnvoll." Er betonte, dass die beendeten Gespräche keine direkten Auswirkungen auf Kunden und Unternehmen hätten. "Die privaten Banken in Deutschland bleiben ein verlässlicher Partner der Wirtschaft", so Peters.

DIW begrüßt Ende Fusionsgespräche Dt. Bank/Commerzbank

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Abbruch der Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank begrüßt. Analystin Franziska Bremus schrieb in einer Stellungnahme: "Wenn zwei heimische Banken zu einer komplexen nationalen Großbank fusionieren, wird die Verbindung zwischen Banken und Staat enger. Statt auf den Zusammenschluss großer heimischer Finanzinstitute hinzuwirken, sollte die Politik vielmehr rechtliche und institutionelle Hindernisse für eine grenzüberschreitende Konsolidierung des europäischen Bankensektors identifizieren und abbauen."

Scholz zeigt Verständnis für abgeblasene Bankenfusion

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat auf die beendeten Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und Commerzbank mit Verständnis reagiert. Gleichzeitig betonte er aber die Notwendigkeit von wettbewerbsfähigen Banken für die deutsche Wirtschaft. "Die global agierende deutsche Industrie braucht konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", sagte Scholz in einer Stellungnahme. "Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern."

Bundesbank: Dt. Bank und Commerzbank auch ohne Fusion solide und stabil

Deutsche Bank und Commerzbank sind nach Einschätzung der Bundesbank auch nach dem Scheitern ihrer Fusionsgespräche solide Institute, müssen allerdings ihre Restrukturierungsanstrengungen fortsetzen. Der im Vorstand der Bundesbank für Bankenaufsicht zuständige Joachim Wuermling erklärte: "Beide Banken erfüllen die aufsichtlichen Anforderungen an eine solide und stabile Bank. Das galt vor und während der Gespräche und ist auch jetzt uneingeschränkt der Fall." Die Bankenaufsicht prüfe kontinuierlich, ob die strengen bankaufsichtlichen Anforderungen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell eingeschlossen, in allen Konstellationen eingehalten würden. "Wir gehen davon aus, dass beide Banken ihre bereits eingeschlagenen Restrukturierungsanstrengungen, die erste positive Ergebnisse zeigen, konsequent weiterverfolgen", so Wuermeling.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/hab/aat/smh

(END) Dow Jones Newswires

April 25, 2019 08:50 ET (12:50 GMT)

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