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16.01.2020 11:51
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BLOG KOHLEAUSSTIEG/BDI: Kompromiss alles andere als zu loben

Kommentare und Einschätzungen zur Einigung von Bund und Ländern zum detaillierten Zeitplan für den Kohleausstieg:

BDI: Kompromiss alles andere als zu loben

Die deutsche Industrie ist mit der Vereinbarung nicht einverstanden. Der Kompromiss sei "aus unserer Sicht alles andere als zu loben", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. Zwei konkrete Forderungen der Kohlekommission seien "offenbar über die Tischkante gefallen". Zum einen sei dies der geforderte Ausgleich für Netzentgeltsteigerungen in Höhe von mindestens 2 Milliarden Euro, der im Wesentlichen allen Stromnutzern zugutegekommen wäre, und zum anderen der ganz wichtige Checkpoint zur Abschaltung der ersten Kernkraftwerke im Jahr 2022, der entfallen solle. Der nun vereinbarte erste Termin 2026 "scheint uns deutlich zu spät".

Ifo-Institut übt scharfe Kritik

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat den Kompromiss zum Kohleausstieg scharf kritisiert und als unnötig teuer für die Steuerzahler bezeichnet. "Der Rückgang der Kohleverstromung im letzten Jahr hat die Wirksamkeit von CO2-Preisen für den Ausstieg aus der Kohle sehr deutlich gezeigt", sagte die Energie-Expertin des Ifo-Instituts, Karen Pittel, der Rheinischen Post. "Es ist zu bedauern, dass trotzdem ein Kohleausstieg nach Plan weiterverfolgt wird, der die Energiewende unnötig verteuern wird", sagte sie. Es sei aktuell nicht absehbar, dass der Wegfall der Kapazitäten an Stromerzeugung aus Kohle- und Atomkraft durch den Ausbau erneuerbarer Energien kurzfristig kompensiert werden könne.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/ank/

(END) Dow Jones Newswires

January 16, 2020 05:52 ET (10:52 GMT)

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