finanzen.net
Das comdirect Depot - Handeln für nur 3,90 €1 pro Order im 1. Jahr. Kostenlose Depotführung - garantiert für 3 Jahre², persönlicher Service und mehr.-w-
16.01.2020 12:24
Bewerten
(0)

BLOG KOHLEAUSSTIEG/Verdi begrüßt Planungssicherheit für Beschäftigte

Kommentare und Einschätzungen zur Einigung von Bund und Ländern zum detaillierten Zeitplan für den Kohleausstieg:

Verdi begrüßt Planungssicherheit und Absicherung für Beschäftigte

Die Gewerkschaft Verdi begrüßt die Einigung, da sie monatelangen Stillstand endlich beende und die Beschäftigten in der Energiewirtschaft nun Planungssicherheit und eine Absicherung erhalten. "Jetzt kann die Arbeit an der Umsetzung der Ergebnisse der Kohlekommission beginnen und ein sozialverträglicher Kohleausstieg organisiert werden", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. "Dabei ist es besonders wichtig, dass das Anpassungsgeld in der Braun- und Steinkohle ohne Vorbehalte gezahlt wird." Die Gewerkschaften würden den Ausstieg tarifvertraglich begleiten. Es sei gut, dass dadurch die Klimaziele erreicht und der Hambacher Forst erhalten werde. Deutliche Anstrengungen zur CO2-Einsparung seien aber auch bei Verkehr, Industrie, Gebäuden und Landwirtschaft unerlässlich für eine erfolgreiche Klimawende.

BUND spricht von "klimapolitischem Skandal"

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heftige Kritik geübt. "Die sogenannte Einigung ist ein energie- und klimapolitischer Skandal", sagte Vorsitzender Olaf Bandt. Die Regierung habe in substanziellen Punkten den Kohle-Kompromiss missachtet. An Stelle von 3 Gigawatt sollten bis 2022 nur 2,8 Gigawatt Braunkohle stillgelegt werden, und es fehle ein stetiger Abschaltpfad. "Einmal mehr zeigt sich, dass die Bundesregierung die Tragweite der Klimakrise nicht verstanden hat - oder eiskalt ignoriert." Die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 nannte er einen klaren Bruch mit dem Kohle-Kompromiss. Man werde den Protest "jetzt zum Kraftwerk Datteln 4 und in die Dörfer tragen".

Nabu: Ausstiegspfad reicht vorne und hinten nicht

Für den Naturschutzbund Nabu ist die Vereinbarung zum Kohleausstieg unzureichend. "Der nun vereinbarte Ausstiegspfad für die Abschaltung der Kohlekraftwerke reicht vorne und hinten nicht, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen", sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. "Er entspricht noch nicht einmal dem im letzten Jahr ausgehandelten Kohlekompromiss." Er stört sich daran, dass mit Datteln ein neues Kraftwerk ans Netz gehen wird. Insbesondere der viel zu späte Ausstieg aus der Braunkohle wird das verbleibende CO2-Budget schmerzlich verringern, so Krüger. "Energie- und klimapolitisch bleibt diese Bundesregierung immer noch weit hinter dem Notwendigen zurück."

BDI: Kompromiss alles andere als zu loben

Die deutsche Industrie ist mit der Vereinbarung nicht einverstanden. Der Kompromiss sei "aus unserer Sicht alles andere als zu loben", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. Zwei konkrete Forderungen der Kohlekommission seien "offenbar über die Tischkante gefallen". Zum einen sei dies der geforderte Ausgleich für Netzentgeltsteigerungen in Höhe von mindestens 2 Milliarden Euro, der im Wesentlichen allen Stromnutzern zugute gekommen wäre, und zum anderen der ganz wichtige Checkpoint zur Abschaltung der ersten Kernkraftwerke im Jahr 2022, der entfallen solle. Der nun vereinbarte erste Termin 2026 "scheint uns deutlich zu spät".

Ifo-Institut übt scharfe Kritik

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat den Kompromiss zum Kohleausstieg scharf kritisiert und als unnötig teuer für die Steuerzahler bezeichnet. "Der Rückgang der Kohleverstromung im letzten Jahr hat die Wirksamkeit von CO2-Preisen für den Ausstieg aus der Kohle sehr deutlich gezeigt", sagte die Energie-Expertin des Ifo-Instituts, Karen Pittel, der Rheinischen Post. "Es ist zu bedauern, dass trotzdem ein Kohleausstieg nach Plan weiter verfolgt wird, der die Energiewende unnötig verteuern wird", sagte sie. Es sei aktuell nicht absehbar, dass der Wegfall der Kapazitäten an Stromerzeugung aus Kohle- und Atomkraft durch den Ausbau erneuerbarer Energien kurzfristig kompensiert werden könne.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/ank/uxd

(END) Dow Jones Newswires

January 16, 2020 06:25 ET (11:25 GMT)

Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Glyphosat-Klagen gegen Bayer: Mediator hofft auf raschen Vergleich -- SAP, Airbus im Fokus

Boeing entdeckt neues Software-Problem bei 737 MAX. Jenoptik bleibt auf Militärgeschäft sitzen. Lufthansa setzt Flüge nach Teheran bis Ende März aus. Bisher kein Signal von Tesla für Billigung von Kaufvertrag. Richter sieht anscheinend weitere Punkte bei Winterkorn-Anklage kritisch. Schlumberger: Sonderbelastungen drücken Ergebnis. Microsoft startet große Klima-Initiative. Bitcoin übersteigt 9.000 US-Dollar-Marke.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Performance der Rohstoffe in in Q4 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der DAX 30-Werte in Q4 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Die wertvollsten Marken der Welt 2019
Diese Unternehmen sind vorne mit dabei
Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier arbeiten die Deutschen am liebsten
mehr Top Rankings

Umfrage

Im Ringen um den Erhalt des Atomabkommens drohen die Europäer dem Iran mit härteren Schritten. Glauben Sie, dass der Atom-Deal noch zu retten ist?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Ballard Power Inc.A0RENB
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
TeslaA1CX3T
Scout24 AGA12DM8
Amazon906866
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Varta AGA0TGJ5
BASFBASF11
BMW AG519000