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10.07.2018 15:57
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Börse Frankfurt-News: Käufer melden sich zurück (ETFs)

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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die schlechte Laune ist erst einmal verflogen, Aktien-ETFs sind wieder

gesucht - auch europäische. Nicht unbeachtet bleibt der starke Anstieg des

Nasdaq 100.

10. Juli 2018. Mit anziehenden Kursen an den weltweiten Börsen kehrt auch

die Kauflaune am ETF-Markt zurück. "Es steht alles im Zeichen der sich

erholenden Märkte", stellt Christian Dürr von der Commerzbank fest und

berichtet von einem klaren Käuferüberhang.

Nach dem kräftigen Kursrücksetzer in der zweiten Juni-Hälfte hat sich der

DAX erholt und liegt am Dienstagmittag bei 12.590 Punkten, vor knapp zwei

Wochen waren es noch 12.143 Zähler. Auch die US-Börsen haben die jüngsten

Tiefs hinter sich gelassen, der Dow Jones schloss am gestrigen Montag bei

24.812 Zählern, der Nadaq 100 nähert sich sogar wieder seinem Allzeithoch.

Die Umsätze sind den Händlern zufolge allerdings zurückgegangen. Bei der

Unicredit lag das Handelsaufkommen in der vergangenen Woche rund 20 Prozent

unter dem Durchschnitt, wie Oliver Kilian berichtet. "Es herrscht

Zurückhaltung." Die Commerzbank meldet 33.000 Transaktionen, deutlicher

weniger als in der Vorwoche, als es 44.000 waren.

Brexit-Turbulenzen ohne Folgen

Das wiedererwachte Kaufinteresse erstreckt sich auf mehr oder weniger alle

Regionen. "Bei uns hat sich der Trend in Richtung Europa fortgesetzt",

erklärt Rick van Leeuwen von IMC Markets. Zugegriffen werde in Euro Stoxx-

Trackern, aber auch in ETFs, die einzelne europäische Länder abbilden, etwa

MSCI France-Indexfonds. Bei der Commerzbank waren Euro Stoxx-ETFs die

umsatzstärksten Produkte, mit mehr Käufen als Verkäufen. Nur die Unicredit

berichtet von einem insgesamt ausgewogenen Verhältnis bei europäischen

Aktien-ETFs mit Käufen von Euro Stoxx 50- (WKN 794357, A0YEDJ) und DAX- (WKN

ETF001, DBX0NH) sowie und Käufen und Verkäufen von MSCI Europe-ETFs.

Der Rücktritt der prominentesten Brexit-Befürworter aus dem britischen

Kabinett, David Davis und Boris Johnson, hinterlässt im ETF-Handel kaum

Spuren. "Es gibt ein paar Käufe von FTSE-ETFs, aber nicht im großen Stil",

stellt van Leeuwen fest. "Wir sehen keine Reaktion", erklärt Dürr. Bei der

Unicredit ist das ähnlich. "Es ist letztlich auch schwer abzuschätzen, wie

sich das auswirken wird", kommentiert Kilian. Der FTSE 100 hat in Reaktion

auf die Minister-Rücktritte gestern etwas zugelegt und tritt heute auf der

Stelle.

Nasdaq-Höhenflug im Fokus

Was die USA angeht, blickt alles auf den Nasdaq 100. Der Technologieindex

ist in den vergangenen Tagen wieder kräftig gestiegen, die Verluste aus der

zweiten Juni-Hälfte sind wettgemacht. Am gestrigen Montag schloss der Nasdaq

100 bei 7.276 Punkten und damit nur knapp unter dem Allzeithoch vom Juni bei

7.310 Zählern.

Viele ETF-Anleger wollen dennoch einsteigen, andere nehmen Gewinne mit: So

kauften Kunden der Commerzbank Nasdaq-Tracker, IMC meldet sogar sehr große

Zuflüsse in Nasdaq-Indexfonds, von allem von iShares, aber auch von anderen

Emittenten. Bei der Unicredit dominierten hingegen ganz klar die Abgaben,

etwa beim Invesco EQQQ Nasdaq 100 (WKN 801498).

Abgesehen davon meldet die Commerzbank Käufe bei S&P 500- und MSCI USA-ETFs,

die Unicredit Zu- und Abflüsse. So wurde Kilian zufolge zum Beispiel im

iShares Core S&P 500 (WKN A0YEDG) eher zugegriffen, während der Amundi S&P

500 (WKN A2H573) aus den Portfolios flog und in der iShares-Variante mit

Währungs-Hedge (WKN A1C5E9) beide Seiten gespielt wurden.

Abflüsse aus asiatischen Aktien

Wenig los ist derzeit im Bereich der Schwellenländer-ETFs. Bei IMC und

Unicredit stehen MSCI Emerging Markets Asia-ETFs (WKN A2H58R, LYX0YF) eher

auf den Abgabelisten, während Unicredit-Kunden bei den breit aufgestellten

Emerging Markets-Indexfonds zugriffen. Neben den bekannten, wie dem iShares

Core MSCI Emerging Markets (WKN A111X9), waren Kilian zufolge auch weniger

bekannte wie der Vanguard FTSE Emerging Markets (WKN A1JX51) darunter.

Autobranche wieder gesucht

Viel beachtet wurden im Geschäft mit Branchen-ETFs Produkte, die die

Autoindustrie abbilden. "Das hängt wohl mit den Nachrichten zu den Zöllen

für die Autoindustrie zusammen", meint Dürr. Der US-Botschafter in Berlin

hat offenbar angeregt, dass die Vereinigten Staaten und die EU doch ganz auf

Autozölle verzichten könnten. Anleger griffen in Stoxx Europe 600 Automobile

& Parts-ETFs (WKN A0Q4R2) daher wieder zu. Das gilt auch für Versorger-ETFs.

Weiter eher unbeliebt sind Banken-Tracker, wie Dürr feststellt. Einen

allenfalls leichten Käuferüberhang sieht er für Technologie- und Immobilien-

ETFs.

Kilian berichtet unterdessen von Abflüssen aus der europäischen Grundstoff-

(WKN LYX0AX), Konsum- (WKN A1191M), Industriegüter- und Dienstleistungs-

(WKN A1191T) und der Öl- und Gasbranche (WKN A0H08M). Deutsche

Technologieaktien wurden dem Händler zufolge mit dem iShares TecDAX (WKN

593397) verkauft, europäische mit dem iShares Stoxx Europe 600 Technology

(WKN A0H08Q) hingegen eher gekauft. "Insgesamt gab es viel Aktivität bei den

Branchen-ETFs", ergänzt Kilian.

Fixed Income ohne eindeutige Richtung

Im Handel mit Anleihen-ETFs fehlt der klare Trend: Laut Commerzbank setzten

Anleger auf langlaufende deutsche Staats- und kurzlaufende europäische

Staatsanleihen, während sich bei US-Treasuries Zu- und Abflüsse die Waage

hielten und britische Staatsanleihen abgestoßen wurden. Kunden der Unicredit

trennten sich von globalen Staatsanleihen (WKN A0RGEM) und setzten

stattdessen auf ETFs, die Unternehmens- und Staatsanleihen abbilden

("aggregate"), wie den iShares Global Aggregate Bond EUR Hedged (WKN A2H6ZT)

oder den Xtrackers II Global Aggregate Bond Swap EUR Hedged (WKN DBX0NZ).

von: Anna-Maria Borse, 10. Juli 2018

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