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15.05.2019 15:13
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Börse Frankfurt-News: Liegt das Schlimmste hinter uns? (Marktstimmung)

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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 15. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz schwieriger Nachrichtenlage

und Kursverlusten zeigen sich Anleger wieder optimistischer, insbesondere

die Profis.

Seit unserer vergangenen Stimmungserhebung ist der Handelskonflikt zwischen

den USA und China weiter eskaliert. Allerdings hatte es zunächst den

Anschein, als ob die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks das

Inkrafttreten der erhöhten US-Strafzölle auf China-Importe im Wert von 200

Milliarden Dollar relativ gelassen hinnehmen würden. Hauptsache, die

Kommunikation zwischen den USA und China würde nicht abreißen, so eines der

wichtigen Argumente. Allerdings ist diese Hoffnung zu Wochenbeginn mit

Bekanntgabe der chinesischen Vergeltungsmaßnahmen deutlich geschrumpft.

Dennoch: Der Rückgang des DAX (Punktvergleich) seit unserer vergangenen

Erhebung ist mit einem Verlust von gut 1,6 Prozent noch vergleichsweise

glimpflich abgelaufen. Dass die Aktienmärkte nicht wirklich panisch reagiert

haben, mag vielleicht damit zusammenhängen, dass nicht nur die Investoren

hierzulande, sondern auch die internationalen Fondsmanager recht gut auf

eine Eskalation im Handelskonflikt vorbereitet scheinen. Nicht nur mental,

denn die Eskalation im Handelskonflikt ist gleichzeitig das größte

Extremrisiko, das die von BofA Merrill Lynch befragten Fondsmanager benannt

hatten. In der vom 3. bis 9. Mai ermittelten Umfrage trat nämlich außerdem

zutage, dass sich über ein Drittel der befragten Anleger gegen einen

Kurssturz an den Aktienmärkten in den kommenden drei Monaten abgesichert

haben; es handelt sich dabei um den höchsten Wert seit Bestehen der Umfrage.

Mehrheitlich nach unten gut abgesichert waren offenbar auch die von uns

befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anleger, wie der Börse

Frankfurt Sentiment-Index am vergangenen Mittwoch mit einem Wert von -14

Punkte zeigte. Allerdings sind diese Absicherungen zuletzt in großem Stile

in Form von Rückkäufen aufgelöst worden. Denn der Sentiment-Index zeigt

einen kräftigen Umschwung und steht heute mit einem Zuwachs von 33 Punkten

auf einem Stand von +19. Dabei kam es nicht nur erwartungsgemäß zu

Gewinnmitnahmen der Bären, deren Gruppe vom höchsten Stand nun auf das

niedrigste Niveau des Jahres zurückgefallen ist. Mehr als die Hälfte der

früheren Pessimisten ist direkt auf die Bullenseite gewechselt, als ob die

schlimmsten Gefahren aus dem US-chinesischen Handelskonflikt bereits

überstanden wären.

Oder zu früh gekauft?

Eine ähnliche Entwicklung gab es auch bei den Privatanlegern zu vermelden,

aber das Ausmaß des Stimmungsumschwungs ist überschaubar. Zwar gab es

Gewinnmitnahmen, was sich am Börse Frankfurt Sentiment-Index erkennen lässt,

der immerhin um 12 Punkte auf einen Stand von -2 angezogen hat. Dabei

verteilen sich die wechselwilligen Bären gleichmäßig auf die übrigen

Gruppierungen. Tatsächlich scheinen aber nur 4 Prozent aller befragten

privaten Investoren auf eine deutliche DAX-Erholung zu setzen.

Die heutige Befragung zeigt zweierlei. Zum einen haben die vormals

überwiegend gut positionierten institutionellen Anleger angesichts des

erneuten DAX-Rückgangs nicht nur ihre teils deutlichen Gewinne durch die

Korrekturbewegung realisiert. Zum anderen scheint sich gerade wegen dieses

Gefühls, auf der richtigen Seite der Marktentwicklung gelegen zu haben, auch

die Einschätzung des Handelskonflikts entsprechend angepasst zu haben: Das

Schlimmste scheint überstanden zu sein, und zum Äußersten wird es nicht

kommen, so die zuversichtliche Haltung vieler Akteure.

Allerdings stellt der jüngste Optimismus, der sich zudem noch auf dem

höchsten Stand dieses Jahres befindet, eine Belastung für das

Börsenbarometer dar. Denn die Optimisten von heute würden einer DAX-Erholung

durch etwaige Gewinnmitnahmen auf höherem Niveau im Wege stehen. Die

eigentliche Gefahr ist jedoch, wenn bullishen Engagements durch unerwartete

Ereignisse unter Druck gerieten. Denn in diesem Fall wäre nicht gesichert,

ob internationale Fondsmanager, von denen zuletzt netto 9 Prozent (nach 0

Prozent im Vormonat) der von BofA Merrill Lynch Befragten in Aktien der

Eurozone übergewichtet waren, dem DAX mit weiteren Käufen tatsächlich zu

Hilfe kommen würden.

15. Mai 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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