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+++ Aus und vorbei mit der Tech-Euphorie? Spannender Blick auf die Märkte von Egmond Haid in der BNP Paribas Sendung "Euer Egmond". Heute, 18 Uhr +++-w-
27.07.2020 10:43

Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: "Gefahr negativer Überraschungen ist höher"

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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Kurzer Rücksetzer oder Anfang einer Korrekturbewegung? Was der Kursrückgang am

Freitag für die neue Woche bedeutet, darüber gehen die Einschätzungen der

Analysen auseinander. Ein klares Signal kommt von der Krisenwährung Gold: Die

notiert auf einem Allzeithoch.

27. Juli 2020. Frankfurt (Börse Frankfurt). Corona, einbrechende

Konjunkturzahlen und neue Streitigkeiten zwischen den USA und China auf der

einen Seite, Anlagenotstand und Hoffnung auf allmähliche Besserung auf der

anderen Seite: Mal haben Bullen, mal Bären Oberhand. "Lange Zeit wurden die von

der Corona-Pandemie verursachten, wirtschaftlichen Folgen von den Märkten

ausgeblendet", bemerkt Christian Schmidt von der Helaba. Am Freitag hätten aber

die wieder gestiegenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf das Sentiment

gedrückt. "Hinzu kommt, dass in den USA mittlerweile mehr als vier Millionen

Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind." Aus anderen Ländern seien

ebenfalls beunruhigende Entwicklungen zu vermelden. Zudem könnte sich der

Handelsstreit zwischen den USA und China wieder verschärfen, insbesondere nach

den gegenseitigen Konsulatsschließungen. "Fragezeichen stehen auch noch hinter

den EU-Gipfelbeschlüssen, die im Europäischen Parlament nicht unbedingt

mehrheitsfähig sind."

"Anlagenotstand immer größer"

Daniel Schär von der Weber Bank verweist aber auf die fehlenden Alternativen.

"Die Staaten häufen weiter neue Schuldenberge an, die dann von den Notenbanken

aufgekauft werden." Der Spielraum für Zinsanstiege werde dadurch weltweit immer

kleiner und der Anlagenotstand immer größer. "Das treibt die Anleger weltweit

in Sachanlagen wie Immobilien, Aktien, aber auch Gold."

Am Montagmorgen steht der DAX nahezu unverändert bei 12.848 Punkten nach 12.838

am Freitagabend und über 13.300 Zähler im Wochenverlauf. Der Goldpreis

kletterte am Freitag erstmals seit 2011 wieder über die Marke von 1.900 US-

Dollar die Feinunze und über das damalige Allzeithoch von knapp 1.902 US-

Dollar. In der Nacht zum Montag wurde mit fast 1.945 US-Dollar ein neues

Rekordhoch erreicht.

"Gewinneinbruch im zweiten Quartal war Tiefpunkt"

Die Berichtssaison über das zweite Quartal ist in vollem Gange. Hierzulande

legen in den kommenden Tagen unter anderem SAP, BASF, Deutsche Bank, Deutsche

Börse, Fresenius und Fresenius Medical Care, HeidelbergCement, VW und Linde

ihre Bücher offen. Für Markus Wallner von der Commerzbank ist die

Berichtsperiode bislang sehr überzeugend ausgefallen - zumindest auf den ersten

Blick. "Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen übertraf die Erwartungen der

Analysten deutlich." Das habe aber auch an den zuvor drastisch reduzierten

Prognosen gelegen. "Dennoch ist der Einbruch im zweiten Quartal bei den

deutschen Unternehmen massiv, sollte aber gleichzeitig den Tiefpunkt

darstellen." Die Bank erwartet, dass die Analysten ihre Gewinnerwartungen bei

vielen Unternehmen wieder anheben werden.

"Analysten werden Gewinnerwartungen wieder anheben."

Charttechnisch sieht es nicht so schlecht aus: Nach Einschätzung der

technischen Analysten von der DZ Bank könnten die Bullen mit dem Beginn der

neuen Börsenwoche eine neue Aufwärtswelle in Richtung des Tiefs vom 23. Juli

bei 13.073 Punkten starten. Damit könne die technische Gegenreaktion der

letzten Tage als beendet angesehen werden. "Sobald die Aufwärtsbewegung das Gap

Closing vollzogen hat, sollten Anschlusskäufe die Kursentwicklung zum Tief vom

21. Februar bei 13.263 Punkte tendieren lassen."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 27. Juli

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex Juli.

Mittwoch, 29. Juli

20.00 Uhr. Zinsentscheid der US-Notenbank. Neue Maßnahmen werden mehrheitlich

nicht erwartet.

Donnerstag, 30. Juli

8.00 Uhr. Deutschland: BIP zweites Quartal. Die Helaba rechnet mit einem Minus

von 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und knapp 9 Prozent gegenüber Vorjahr.

Für diese recht optimistische Prognose spreche nicht nur der neue wöchentliche

Aktivitätsindex der Deutschen Bundesbank, sondern auch der Einzelhandelsumsatz,

der sogar das Vor-Corona-Niveau überschritten habe. "Im zweiten Halbjahr wirkt

das deutsche Konjunkturprogramm mit der Mehrwertsteuersenkung und

beispielsweise dem Kinderbonus", ergänzt die Bank. Ein BIP-Rückgang von 5

Prozent im Gesamtjahr scheine damit erreichbar.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Juli. Die DekaBank erwartet die

umfassendste Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung bei Energiegütern, gefolgt

vom Lebensmitteleinzelhandel. Aufgrund von Basiseffekten und gestiegenen

Benzinpreisen prognostiziert sie für die Jahresrate des Verbraucherpreisindex

aber nur einen Rückgang auf 0,6 Prozent.

14.30 Uhr. USA: BIP zweites Quartal. Das BIP in den USA ist gegenüber dem

ersten Quartal um rund 10 Prozent geschrumpft, meint die Commerzbank, was gemäß

US-Konventionen auf Jahresrate hochgerechnet einem Minus von 35 Prozent

entspreche. Allerdings zeigten Monatsindikatoren, dass sich die wirtschaftliche

Aktivität seit Ende April wegen der Lockerung der Kontaktbeschränkungen wieder

erhole.

Freitag, 31. Juli

11.00 Uhr. Eurozone: BIP zweites Quartal. Für den Euroraum erwartet man am

Markt einen Einbruch des BIP um rund 10 Prozent.

Von: Anna-Maria Borse

27. Juli 2020, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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