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22.08.2019 18:07
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Enttäuschte US-Zinssenkungshoffnung drückt Börsen

Frankfurt (Reuters) - Wegen schwindender Hoffnungen auf frischen Schwung für die Weltwirtschaft ziehen sich Anleger aus den Aktienmärkten zurück.

Der Dax verlor am Donnerstag 0,5 Prozent auf 11.747,04 Prozent und der EuroStoxx50 büßte 0,8 Prozent auf 3368,35 Zähler ein. Der US-Standardwerteindex Dow Jones konnte seine Anfangsgewinne ebenfalls nicht halten und notierte am Abend 0,6 Prozent im Minus.

Investoren seien von den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung enttäuscht, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Diese hätten keine Hinweise auf aggressive Zinssenkungen geliefert. Aber seit den Beratungen sei der Zollstreit zwischen den USA und China eskaliert und die Unruhen in Hongkong hätten sich verschärft. Daher hätten Investoren die Hoffnung noch nicht völlig aufgegeben, dass Fed-Chef Jerome Powell beim alljährlichen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming eine weitere Lockerung der Geldpolitik andeuten wird.

Zwei führende US-Notenbanker, Esther George und Patrick Harker, gossen am Nachmittag allerdings Wasser in den Wein: "Wir befinden uns gerade in einer Art Gleichgewicht, und ich würde die Zinsen gerne so belassen", sagte die Chefin der Notenbank von Kansas City in einem TV-Interview. Ihr Kollege von der Federal Reserve Bank von Philadelphia äußerte sich fast wortgleich.

Auf die Stimmung drücke außerdem ein Medienbericht, dem zufolge die Bundesbank derzeit keine Notwendigkeit für ein steuerfinanziertes Konjunkturprogramm sieht, sagte CMC-Experte Madden. Spekulationen auf ein 50 Milliarden Euro schweres Programm des Bundes hatten der Börse in der vergangenen Woche Auftrieb gegeben.

PFUND-KURS ZIEHT AN - BEWEGUNG IM BREXIT-STREIT?

Das Pfund Sterling verteuerte sich um bis zu 0,9 Prozent auf 1,2240 Dollar. Börsianern zufolge klammerten sich Anleger an die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, bis zum offiziellen Brexit-Datum am 31. Oktober könne eine Lösung für die Irlandfrage gefunden werden. Das künftige Grenzregime zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland ist der Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen über die Beziehungen nach einem EU-Austritt Großbritanniens. "Einer Lösung sind wir aber noch keinen Schritt näher", warnte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Ohne konkrete Vorschläge sei eine solche Rally sicher nur von kurzer Dauer.

Positiv werteten Börsianer außerdem die Aussicht auf die rasche Bildung einer neuen Regierung in Rom. Insidern zufolge drängt Staatspräsident Sergio Mattarella auf eine Entscheidung in den kommenden Tagen. "Das ist eine gute Nachricht, denn die unmittelbare Herausforderung für Italien ist die Aufstellung des Haushalts für 2020 bis Mitte Oktober", sagte Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank. Bei einem Bündnis aus 5-Sterne-Bewegung und sozialdemokratischer PD sei ein erneuter Etat-Streit mit der EU unwahrscheinlicher.

Vor diesem Hintergrund stiegen Anleger wieder in italienische Staatsanleihen ein. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 1,286 Prozent.

INTERESSENTEN BUHLEN UM THYSSEN-AUFZUGSSPARTE

Die Aussicht auf einen lukrativen Verkauf der Aufzugssparte katapultierte ThyssenKrupp an die Dax-Spitze. Die Aktien legten 5,6 Prozent auf 10,42 Euro zu. Dem "Manager Magazin" zufolge stehen etliche Finanzinvestoren Schlange. Erste Gespräche für eine Mehrheits- oder Komplettübernahme liefen bereits.

Die Zeitschrift berichteten außerdem, dass Volkswagen ein Auge auf Tesla geworfen hat. VW-Chef Herbert Diess würde sofort bei dem Elektroauto-Pionier einsteigen, wenn es möglich wäre, zitierte das Blatt einen Manager des Wolfsburger Konzerns. Der Wolfsburger Konzern dementierte dies allerdings.Tesla-Titel stiegen in den USA dennoch um bis zu 2,1 Prozent. VW-Papiere gewannen 0,3 Prozent.

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