25.06.2018 11:02
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Bundesbank dringt auf rasche Entscheidung zu faulen Krediten

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- von Reinhard Becker und Frank Siebelt

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Die Bundesbank dringt auf einen raschen Beschluss der EZB-Bankenaufsicht zum Abbau fauler Altkredite in den Büchern der Geldinstitute.

"Wir brauchen jetzt eine schnelle Entscheidung, wie der Altbestand an ausfallgefährdeten Krediten von der Aufsicht behandelt wird", sagte Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling am Freitag im Gespräch mit Reuters: "Bis es so weit ist, sollte es jetzt nicht mehr lange dauern." Wuermeling sitzt für die Bundesbank derzeit im höchsten Entscheidungsgremium der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten Bankenaufsicht, die im Fachjargon SSM heißt. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Geldhäuser im Währungsraum zuständig.

Die oberste EZB-Bankenkontrolleurin Daniele Nouy hatte jüngst signalisiert, dass es in der Euro-Zone womöglich für die Geldhäuser doch keine allgemeinen Regeln zum Abbau von faulen Altkrediten geben wird.[nL8N1TL2O1]

Wuermeling nahm die EZB-Bankenaufsicht gegen den Vorwurf in Schutz, sie würde angesichts politischen Widerstands einknicken: "Tatsache ist, dass die Aufseher im SSM beim Abbau des Altbestandes an ausfallgefährdeten Krediten in den Bankbilanzen durchaus eine harte Haltung an den Tag legen wollen."

Laut Nouy dürften die Aufseher den Geldhäusern künftig wohl eher in Einzelfallregelungen vorschreiben, wie sie ihre ausfallgefährdeten Darlehen zurückführen. Unter anderem in Italien hatten Banken zuletzt befürchtet, zu strenge allgemeine Vorgaben der Kontrolleure wären schwer zu verkraften. Frühere Vorschläge für neue Leitlinien waren daher auf starke Kritik gestoßen. Vor allem in Griechenland, Portugal und Italien kämpfen Institute noch mit hohen Beständen faulen Krediten.

Wuermeling räumte ein, dass "der Startpunkt für Banken sehr unterschiedlich" sei. Eine Durchschnittsbetrachtung helfe daher nicht weiter: "Wenn man nur pauschale Regeln zur Wertberichtigungspraxis aufstellen würde, wären starke Banken unter- und schwache Institute überfordert." Man brauche also notgedrungen Flexibilität. "Klar ist aber auch: Wir Aufseher wollen klare Orientierungspunkte setzen, auch wenn am Ende bei den Entscheidungen die individuelle Lage von Banken berücksichtigt wird."Der Bundesbank-Vorstand verwies darauf, dass es bereits in den vergangenen Jahren zum erheblichen Abbau von Problemkrediten (NPL) in der Euro-Zone gekommen sei. 2015 habe das Gesamtvolumen noch bei rund einer Billion Euro gelegen. "Nun sind wir bei 721 Milliarden Euro angelangt - rund 25 Prozent wurden also abgebaut. Aus dem Markt hören wir, dass es bei Hedgefonds und anderen Investoren durchaus eine Aufnahmebereitschaft gibt, weitere NPL-Portfolios zu übernehmen."

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